Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37642

Berlin

Nach Attacke der AfD: Schwuler schwarzer Arzt von Aufgaben entbunden

Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick gibt es einen Vorgeschmack darauf, was mit ungebliebten Minderheiten passieren könnte, wenn die AfD die Macht übernimmt.


Manche wollen sich offenbar nicht von Ärztinnen oder Ärzten untersuchen lassen, die eine dunkle Hautfarbe oder eine nicht-heterosexuelle Orientierung haben (Bild: jasleen_kaur / flickr)

Erst vor knapp zwei Wochen wurde bekannt, dass Denis Hedeler, der stellvertretende Amtsarzt und Hygienereferent des Berliner Bezirks Treptow-Köpenick, angeblich aus Homophobie und Rassismus nicht zum leitenden Amtsarzt ernannt worden war (queer.de berichtete). Schuld daran soll der Widerstand von  AfD-Gesundheitsstadtrat Bernd Geschanowski gewesen sein, der mutmaßlich keinen Arzt diesen Posten geben wollte, der nicht nur schwarz, sondern auch noch schwul ist. "Sie passen hier nicht", habe der Rechtspopulist dem Arzt laut dessen Angaben gesagt, berichtete die "Berliner Morgenpost".

Jetzt trifft es Hedeler noch härter: Wie der "Tagesspiegel" meldet, ist der Vize-Amtsarzt von seinen Aufgaben entbunden worden. Die kommissarische Amtsleiterin begründete diesen Bannstrahl damit, dass das Amt eine "Fürosrgepflicht gegenüber allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitsamt" habe und den ordnungsgemäßen Betrieb sichern müsse. Sie warf Hedeler vor, schon länger an keiner Dienstberatung mehr teilgenommen und fachliche Anfragen nicht mehr selbst beantwortet zu haben. Der Arzt widerspricht diesem Vorwurf.

- Werbung -
Video - Jetzt als Offizier-/in (m/w/d) bei der Bundeswehr bewerben

Petition für Hedeler

Gegen Diskriminierung wehrt sich Hedeler auch mit einer Petition unter dem Titel "Zu schwarz, zu schwul". Darin fordert der Arzt, seine Bewerbung für den Chefposten erneut zu prüfen. "Es gibt keinen Grund für die Ablehnung meiner Bewerbung. Mit meiner langjährigen Erfahrungen im Gesundheitsamt Bremen, bei 'Ärzte ohne Grenzen' und meiner Arbeit zur Eindämmung der Ebola-Epidemie in Sierra Leone 2014, sind meine Referenzen in der Seuchenbekämpfung hervorragend", so Hedeler. Bislang haben rund 28.000 Menschen die Petition unterzeichnet.

Twitter / MiSideNo

Der AfD-Politiker Geschanowski  hat alle gegen ihn erhobenen Schikanierungsvorwürfe zurückgewiesen. Der 53-jährige gelernte Schiffsbauer erklärte laut Medienberichten schlicht: "Der Gesundheitsstadtrat von Treptow-Köpenick richtet sein Handeln stets nach dem Grundgesetz aus." (cw)



#1 antosProfil
#2 Homonklin_NZAnonym
  • 30.11.2020, 17:23h
  • So ekelt das blau-braune Gewatzel die Guten raus. Sofern die jemals mehr Macht erringen, wird es die geouted Lebenden zuerst erwischen.

    Eine unerträgliche Aktion aufgrund von sicher hanebüchenen Vorwürfen.

    Möglich ist auch, dort herrschen anderswie Missstände, und ein korrekter, gewandter und erfahrener Arzt wurde denen lästig.

    Wie viel gezielte Kränkung muss ein Mensch eigentlich hinnehmen? Ich hoffe, der Doc hat einen guten Rechtsbeistand, und wehrt sich!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AllenEgalAnonym
  • 30.11.2020, 17:24h
  • Am meisten muss man sich eigentlich darüber erschrecken, dass Dr. Hedeler sich selbst um eine Petition kümmern muss.

    Ich hoffe die gegen ihn erbrachten Beschuldigungen lassen sich zweifelsfrei widerlegen und diejenigen, welche diese in Umlauf gebracht haben, werden wegen übler Nachrede zur Rechenschaft gezogen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KaiJAnonym
  • 30.11.2020, 17:49h
  • Der Stadtrat hat jetzt wohl noch einmal gezeigt, dass er nicht auf seinen Posten gehört und die kommissarische Amtsleiterin sofort den Amtsvorsitz für den Arzt mit seinen Referenzen frei machen muss, auch nach dem GG. Wenn Parlament und Verwaltung sich auch noch nach der Petition nicht schnell kümmern, wird die Justiz wohl helfen müssen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TheDadProfil
  • 30.11.2020, 18:40hHannover
  • Antwort auf #2 von Homonklin_NZ
  • ""So ekelt das blau-braune Gewatzel die Guten raus. Sofern die jemals mehr Macht erringen, wird es die geouted Lebenden zuerst erwischen.""..

    Das wage ich zu bezweifeln..
    Was aber sicher eintreten wird :
    Ungeoutete Menschen werden sich gegen solche Attacken dann nicht einmal mehr durch die Einschaltung der Öffentlichkeit zur Wehr setzen können !

    Was dann diese "Kommissarische Amtsleiterin betrifft..
    Wer solche "Vorgesetzte" hat, selbst dann wenn sie den Posten nur "kommissarisch" besetzen, braucht keine anderen "Gegner" mehr..

    "Fürsorgepflicht" bedeutet nämlich hier den Arzt vor den Attacken dieses Lokalpolitikers in Schutz zu nehmen, und nicht noch in die gleiche Kerbe zu hauen bloß weil man offensichtlich selbst dauerhaftes Interesse an dem Posten hat..
  • Antworten » | Direktlink »
#6 KrudeAnonym
  • 30.11.2020, 18:42h
  • ZITAT
    Die kommissarische Amtsleiterin begründete diesen Bannstrahl damit, dass das Amt eine "Fürosrgepflicht gegenüber allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitsamt" habe und den ordnungsgemäßen Betrieb sichern müsse.
    ZITAT ENDE

    Aha, und ein schwuler, schwarzer Arzt kann keinen ordnungsgemäßen Betrieb sicherstellen oder was?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Carsten ACAnonym
  • 30.11.2020, 20:51h
  • Mal eine ganz dumme Frage:
    kann die Berliner Landesregierung da nichts gegen tun?

    Ich finde es eh sonderbar, dass dort AfD-Leute was zu sagen haben, obwohl die gar nicht Teil der Landes-Regierung sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 GronkelAnonym
  • 01.12.2020, 08:21h
  • Antwort auf #6 von Krude
  • "Aha, und ein schwuler, schwarzer Arzt kann keinen ordnungsgemäßen Betrieb sicherstellen oder was?"

    Im Artikel steht, warum die kommissarische Amtsleiterin ihn seiner Aufgaben entbunden hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 TheChrissAnonym
#10 seb1983
  • 01.12.2020, 09:27h
  • Antwort auf #7 von Carsten AC
  • Den direkten "Führerbefehl" gibt es in der Form nicht mehr.
    Berlins Gesundheitssenatorin ist Dilek Kalayci, das würde in ihr Ressort fallen.
    In wie weit sie dann allerdings auf Personalentscheidungen Einfluss nehmen kann oder eine Untersuchung einleiten müsste jemand im Berliner Verwaltungsrecht nachschlagen.
  • Antworten » | Direktlink »