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Berlin

Nach Attacke der AfD: Schwuler schwarzer Arzt von Aufgaben entbunden

Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick gibt es einen Vorgeschmack darauf, was mit ungebliebten Minderheiten passieren könnte, wenn die AfD die Macht übernimmt.


Manche wollen sich offenbar nicht von Ärztinnen oder Ärzten untersuchen lassen, die eine dunkle Hautfarbe oder eine nicht-heterosexuelle Orientierung haben (Bild: jasleen_kaur / flickr)

  • 30. November 2020, 15:09h 17 2 Min.

Erst vor knapp zwei Wochen wurde bekannt, dass Denis Hedeler, der stellvertretende Amtsarzt und Hygienereferent des Berliner Bezirks Treptow-Köpenick, angeblich aus Homophobie und Rassismus nicht zum leitenden Amtsarzt ernannt worden war (queer.de berichtete). Schuld daran soll der Widerstand von  AfD-Gesundheitsstadtrat Bernd Geschanowski gewesen sein, der mutmaßlich keinen Arzt diesen Posten geben wollte, der nicht nur schwarz, sondern auch noch schwul ist. "Sie passen hier nicht", habe der Rechtspopulist dem Arzt laut dessen Angaben gesagt, berichtete die "Berliner Morgenpost".

Jetzt trifft es Hedeler noch härter: Wie der "Tagesspiegel" meldet, ist der Vize-Amtsarzt von seinen Aufgaben entbunden worden. Die kommissarische Amtsleiterin begründete diesen Bannstrahl damit, dass das Amt eine "Fürosrgepflicht gegenüber allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitsamt" habe und den ordnungsgemäßen Betrieb sichern müsse. Sie warf Hedeler vor, schon länger an keiner Dienstberatung mehr teilgenommen und fachliche Anfragen nicht mehr selbst beantwortet zu haben. Der Arzt widerspricht diesem Vorwurf.

Petition für Hedeler

Gegen Diskriminierung wehrt sich Hedeler auch mit einer Petition unter dem Titel "Zu schwarz, zu schwul". Darin fordert der Arzt, seine Bewerbung für den Chefposten erneut zu prüfen. "Es gibt keinen Grund für die Ablehnung meiner Bewerbung. Mit meiner langjährigen Erfahrungen im Gesundheitsamt Bremen, bei 'Ärzte ohne Grenzen' und meiner Arbeit zur Eindämmung der Ebola-Epidemie in Sierra Leone 2014, sind meine Referenzen in der Seuchenbekämpfung hervorragend", so Hedeler. Bislang haben rund 28.000 Menschen die Petition unterzeichnet.

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Der AfD-Politiker Geschanowski  hat alle gegen ihn erhobenen Schikanierungsvorwürfe zurückgewiesen. Der 53-jährige gelernte Schiffsbauer erklärte laut Medienberichten schlicht: "Der Gesundheitsstadtrat von Treptow-Köpenick richtet sein Handeln stets nach dem Grundgesetz aus." (cw)

-w-

#1 antosEhemaliges Profil
#2 Homonklin_NZAnonym
  • 30.11.2020, 17:23h
  • So ekelt das blau-braune Gewatzel die Guten raus. Sofern die jemals mehr Macht erringen, wird es die geouted Lebenden zuerst erwischen.

    Eine unerträgliche Aktion aufgrund von sicher hanebüchenen Vorwürfen.

    Möglich ist auch, dort herrschen anderswie Missstände, und ein korrekter, gewandter und erfahrener Arzt wurde denen lästig.

    Wie viel gezielte Kränkung muss ein Mensch eigentlich hinnehmen? Ich hoffe, der Doc hat einen guten Rechtsbeistand, und wehrt sich!
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#3 AllenEgalAnonym
  • 30.11.2020, 17:24h
  • Am meisten muss man sich eigentlich darüber erschrecken, dass Dr. Hedeler sich selbst um eine Petition kümmern muss.

    Ich hoffe die gegen ihn erbrachten Beschuldigungen lassen sich zweifelsfrei widerlegen und diejenigen, welche diese in Umlauf gebracht haben, werden wegen übler Nachrede zur Rechenschaft gezogen.
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