Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37648

Bremen

Homophober Pastor geht gegen Urteil wegen Volksverhetzung in Berufung

Der evangelische Geistliche Olaf Latzel, der Homosexualität als "todeswürdig" bezeichnet hatte, ließ bereits rechtliche Schritte gegen seine Verurteilung einleiten.


Ein Amtsgericht hatte Olaf Latzel wegen Volksverhetzung verurteilt – der evangelische Pastor behauptet aber, er habe bloß die Bibel zitiert

Ein vom Bremer Amtsgericht wegen volksverhetzenden Äußerungen gegen LGBTI verurteilter evangelischer Pastor hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Das bestätigte am Dienstag die Sprecherin des Gerichts. Der Berufungsantrag sei am vergangenen Freitag eingegangen.

Das Amtsgericht hatte den konservativen 53-jährigen Pfarrer Olaf Latzel, der in Bremen der St.-Martini-Gemeinde vorsteht, am 25. November aufgrund von abwertenden Äußerungen über sexuelle und geschlechtliche Minderheiten zu einer Geldstrafe von 8.100 Euro verurteilt (queer.de berichtete). Nun muss sich das Landgericht Bremen mit dem Urteil beschäftigen (Aktenzeichen Amtsgericht: 96 Ds 225 Js 26577/20).

Anlass für den Prozess gegen den Pfarrer waren Verlautbarungen Latzels in einem im Internet veröffentlichten "Ehe-Seminar", in denen er Homosexualität als "Degenerationsform von Gesellschaft" und als "todeswürdig" bezeichnete, die LGBTI-Community als "Gender-Dreck" herabwürdigte, und CSD-Besucher*innen vorwarf, "Verbrecher" zu sein (queer.de berichtete). Latzel hatte vor Gericht zwar einige Äußerungen bedauert – etwa die Bezeichnungen "Verbrecher" und "Dreck". Diese seien missverständlich gerwesen. Er habe aber lediglich die Position der Bibel darlegen wollen. Dabei sei er offenbar falsch verstanden worden.

Latzel war in den letzten Jahren wiederholt mit Ausbrüchen gegen ihm verhasste Gruppen in die Kritik geraten – neben Homosexuellen sind ihm beispielsweise Muslim*innen oder Buddhist*innen ein Dorn im Auge. Christliche Gläubige, so forderte er, sollten kein Verständnis und keine Toleranz für Menschen aus anderen Religionsgemeinschaften aufbringen. Außerdem polemisierte er gegen evangelische Pfarrerinnen, denen er grundsätzlich die Fähigkeit zur Ordination abspricht – er verweigerte sogar einer Pastorin ausschließlich wegen ihres Geschlechts, in seiner Kirche eine Trauerfeier zu leiten. (dpa/dk)



#1 TamakAnonym
#2 KaiJAnonym
  • 01.12.2020, 16:51h
  • Latzel will ja wohl wirklich bis vor's Bundesverfassungsgericht gehen. Das wird ein noch teurerer und wird ein Irrweg werden. Die Staatsanwaltschaft muss sich jetzt aufgefordert sehen, ihrerseits in Berufung zu gehen. Das kann den Weg für Latzel gut ein ganzes Stück teurer machen, nicht nur hinsichtlich eines rein finanziell höheren Strafmasses. Und am Ende des Weges wird das irdische Bundesverfassungsgericht ihm sehr wohl bescheinigen, dass er schon mal bezüglich des menschlichen Zusammenlebens einem Irrglauben aufgesessen ist. Trennt die ev. Kirche sich nun endlich von seinem Weg und kündigt ihm zumindest?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 steff39Anonym
  • 01.12.2020, 17:10h
  • Antwort auf #2 von KaiJ
  • Es wäre sehr schön, wenn sie ihm kündigte. Leider geht das nicht ganz einfach. Zuerst muss das Verfahren komplett abgeschlossen sein, also rechtskräftig. Erst danach kann die Kirche den sog. "diszipinaren Überhang" prüfen. Und wenn das so ausgeht wie ich vermute, nämlich dass sie noch eins drauf legt, dann kann sie ihn aus dem Dienst entfernen. Das ist wie bei jeder*jedem Pfarrer*in so, übrigens auch bei Beamt*innen. Mal schauen. Immerhin hat er jetzt endlich mal richtig einen vor den Latz gekriegt, der Latzel
  • Antworten » | Direktlink »
#4 queergayProfil
  • 01.12.2020, 17:18hNürnberg
  • Das Ganze juristisch weiter abklären zu lassen ist durchaus nicht verkehrt. Höchstrichterliche Rechtsprechung bringt Klarheit und dient allen. Dann weiß jeder (m/w/d) was Sache ist und was Kirchenleute im Namen von Gottheiten verkünden dürfen und was eben nicht. Und das gilt ja dann für alle Religionen und Religionsvarianten, die meinen, sie können über LGBTIQ-Menschen herziehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 KaiJAnonym
#6 KaiJAnonym
#7 JadugharProfil
  • 01.12.2020, 19:01hHamburg
  • Er hat ja nur aus der Bibel zitiert! Dieses verruchte Buch, und besonders das Alte Testament, ist die Ursache dafür, daß Menschen verfolgt und getötet wurden, weil sie dem entsprach, was im AT vorgeschlagen wurde, wie man mit bestimmten Menschen umzugehen hatte. Also das Töten von Zauberinnen (Hexen), nicht bekehrwilligen Heiden und Homosexuellen. Das wurde früher ja auch immer und fordernd zitiert, bis die Gesetzesgebung daraufhin einknickte. Es dauerte immer viele Jahrhunderte, bs man diese böswilligen Gesetze wieder abgeschafft hatte. Die rechtliche ungerechte Verfolgung von Homosexuellen mit eingeschlossen! Da grenzt es schon an ein Wunder, daß Herr Latzel die Hexenverfolgung nicht wieder aufgewärmt hatte.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 audeasAnonym
#9 KaiJAnonym
#10 KaiJAnonym
  • 01.12.2020, 20:39h
  • Antwort auf #8 von audeas
  • Davon gehe ich insbesondere aus, wenn die Staatsanwaltschaft bei einer eigenen Berufung darauf abhebt, dass die Volksverhetzung hier zusätzich einen Verstoss gegen ein vom Bundesverfassungsgericht in vielen Urteilen immer wieder festgestelltes Grundrecht beinhaltet.
  • Antworten » | Direktlink »