Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37655

Gegen "Lebenslüge"

Nico Hofmann rät schwulen Schauspielern zum Coming-out

Der offen schwule Ufa-CEO glaubt, dass man nicht glücklich werden kann, wenn man in der Öffentlichkeit ein "falsches Leben" lebt.


Nico Hofmann produzierte unter anderem "Unsere Mütter, unsere Väter", "Deutschland 83" und "Ku'damm 56" (Bild: VerLie2012 / wikipedia)

Der seit langem offen schwul lebende Filmproduzent und Ufa-Chef Nico Hofmann rät heimlich homosexuell lebenden Schauspielern, sich zu outen. "Man kann nur glücklich sein, wenn man zu seiner Sexualität steht und nicht ein falsches Leben aufrecht erhält", sagte der 60-Jährige der Illustrierten "Bunte" laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

Dies gelte auch für Schauspieler, die aus Angst vor beruflichen Einschränkungen Coming-outs scheuen. "Das kann so weit gehen, dass sie sich bewusst mit Frau oder eigenen Kindern zeigen – oft endet das in einer Lebenslüge, mit der die Betroffenen dann irgendwann nicht mehr klarkommen."

Er selbst sei in der Schulzeit noch in Mädchen verliebt gewesen. An der Filmhochschule in München sei dann seine "persönliche Standortbestimmung" ein zentrales Thema gewesen. "Als ich meinen ersten Freund hatte, war ich 24 und bin relativ schnell mit ihm zu meiner Mutter gefahren – sie hat grundsätzlich eine entspannte Haltung in vielen Dingen."

Hofmann führt die diesjährige Liste der "Top 100 Out Executives" in Deutschland an. Er gilt damit als bedeutendste LGBTI-Führungskraft in Deutschland (queer.de berichtete).

Er hatte sich in der Vergangenheit auch bereits in politischen Debatten geäußert. So kritisierte er vor einem Monat Friedrich Merz, den bei der Basis beliebtesten Kandidaten für den CDU-Vorsitz, weil dieser in einem Interview Homosexualität und sexuellen Missbrauch von Kindern in Zusammenhang gebracht hatte. Damals sagte der 60-Jährige: "Diese Interpretation hat es bereits schon einmal in dieser Republik gegeben, und zwar mit schwerwiegenden Folgen: Homosexualität war verboten. Homosexuelle wurden verfolgt. Die Parallele, die Herr Merz hier zieht, ist für mich moralisch völlig daneben." (queer.de berichtete). (AFP/cw)



#1 Homonklin_NZAnonym
  • 02.12.2020, 15:15h
  • Wenn er da mal so sicher damit ist, wird er vermutlich auch dazu stehen, was er behauptet. Und Schauspielern, die dann Einschränkungen erfahren, den Verdienstausfall bereitwillig überweisen.

    Wie jemand glücklich ist oder sein kann, findet in so vielen unterschiedlichen Konzepten und Realitäten statt, dass man das gar nicht pauschal festlegen kann.
    Grade bei den Versierten der Schauspielkunst müsste es weniger euin Problem sein, Jemand zu geben, der man unter Umständen auch nicht ganz selbst ist.

    Mit der Pauschal-Option richtet er auch über berufliche Rollen, ob er das vist eine andere Frage.

    Und viele Menschen müssen nicht angestrengt irgendwas verstecken. Da reicht es aus, single zu sein, verwitwet oder an Beziehungen desinteressiert. Auch Heteras legen nicht überall offen, wie viele Kerle sie sich aromantisch genehmigen.
    Und auch wenn das wohl selten wird. Es gibt Menschen mit einem Privatleben.

    Respekt gegenüber auch den Leuten, für die das nichts ist., die glücklich sein anders gewichten. Dann kann es gehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDadProfil
  • 02.12.2020, 19:17hHannover
  • Antwort auf #1 von Homonklin_NZ
  • ""Wenn er da mal so sicher damit ist, wird er vermutlich auch dazu stehen, was er behauptet. Und Schauspielern, die dann Einschränkungen erfahren, den Verdienstausfall bereitwillig überweisen.""..

    Wann genau wird endlich das eigentliche Problem erkannt ?

    Nicht das ComingOut ist hier das Problem, sondern die Tatsache das diese Gesellschaft sich immer noch anmaßt Menschen aufgrund ihrer Sexuellen Identität zu diskriminieren, und das Strafrecht dazu keine adäquate Antwort bietet !
  • Antworten » | Direktlink »
#3 GeorgeXAnonym
  • 02.12.2020, 21:49h
  • Antwort auf #2 von TheDad
  • Hallo,

    Ein Problem ist das Denken der Leute .. viel zu viel mischen die sich in Sachen ein, die auf das tägliche Leben garkeinen Einfluss haben. Ob jemand an der Kasse im Supermarkt homo- oder heterosexuell ist, spielt für den Vorgang keine Rolle. Und so ist es mit ALLEM im Zusammenleben.
    (Was hinter der Schlafzimmertüre passiert .. geht keinen was an)

    Ein viel größeres Problem ist das Denken der Homosexuellen selbst. Sie denken darüber nach, was die anderen denken ... und haben Angst ... "vor ihrem EIGENEN Denken".

    Die Schere ist im eigenen Kopf.

    Es ist eigentlich gar kein explizites Coming-Out notwendig ... das Schild "ich bin homosexuell" braucht man nicht.

    Einfach LEBEN ... und LIEBEN, wen man will.

    Händchenhalten, Arm in Arm gehen, Küssen in der Öffentlichkeit ... gerade so, wie es "Heteros" auch machen ... nicht übertrieben.

    Im Büro ruhig erzählen, mit wem man unterwes oder zusammen war ... wie es andere auch machen. Über hetero-Liebeskummer wird zuweilen auch in der Küche geplaudert ...

    Wenn es läuft, sich ruhig sehen lassen mit Freund, Partner, Lebensabschnittsgefährte/-gefährtin. Abholen lassen, bringen lassen, mit zur Feier nehmen. Freund/Freundin/Partner/in ruhig direkt dem Direktor/Chef vorstellen ... "das ist Herr/Frau xyz ... angenehm" ... das reicht. Weitere Fragen werden normalerweise nicht gestellt und diskutiert ... Fakten schaffen!

    (ich spreche aus Erfahrung ... ich habe es wenigen erzählt, verstecke es aber nicht ... Ü50 und seit 10 Jahren OUT ... jeder kann/darf es wissen ... gelogen, geschwindelt wird nicht ... aber auch nicht offensiv aufgedrängt ... funktioniert).

    Und wenn Schauspielern und Sportler damit anfangen, dann sind es plötzlich sooo viele, dass es einfach NORMAL wird.

    Liebe Grüße
    GeorgeX
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TheDadProfil
  • 03.12.2020, 19:03hHannover
  • Antwort auf #3 von GeorgeX
  • ""Ein viel größeres Problem ist das Denken der Homosexuellen selbst. Sie denken darüber nach, was die anderen denken ... und haben Angst ... "vor ihrem EIGENEN Denken".""..

    Was bin ich an dieser Stelle einmal mehr froh nicht "Homosexuell", sondern Schwul zu sein, und dass mir das, was Andere über mich "denken" in diesem Zusammenhang seit mehr als 48 Jahren damit einfach am Arsch vorbei geht ?

    ""Und wenn Schauspielern und Sportler damit anfangen, dann sind es plötzlich sooo viele, dass es einfach NORMAL wird. ""..

    Wer will denn schon "Normal" sein ?
    Es darf auch weiterhin "un-normal" sein..
    Oder einfach auch ANDERS, weil der Begriff "Normalität" die ganze Sache sowieso nicht fassen kann..
    Es muß also "üblich" sein dass sich Menschen ÜBERALL Outen, indem sie einfach, wie Du so schön schreibst "leben anstatt einfach nur zu überleben"..
  • Antworten » | Direktlink »