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Heimkino
Schwuler Sex über den Dächern von Havanna
"Das letzte Spiel – La Partida" jetzt im Salzgeber Club: Um die Familie zu ernähren, geht der junge Kubaner Reinier anschaffen. Als er beim Kicken auf den attraktiven Yosvani trifft, entdecken beide ganz neue Gefühle.

Reinier (Reinier Diaz, re.) lässt sich für Sex von Juan (Toni Canto) bezahlen, leugnet aber sein eigenes Schwulsein (Bild: Edition Salzgeber)
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3. Dezember 2020, 04:13h 3 Min.
"Nein, da nicht. Ich bin keine Schwuchtel!", stoppt der junge Callboy Reinier (Reinier Diaz) seinen neuen Freier, einen reichen Touristen aus Spanien. Der Kunde akzeptiert die Grenzen samt der Beleidigung.
Gleichwohl genießt der junge Kubaner die Gesellschaft von Juan (Toni Canto) und will unbedingt zweites Treffen mit ihm ausmachen. Sein Geld kann Reinier gut gebrauchen, muss er doch Frau und Kind samt Schwiegermutter mit dem Stricher-Job ernähren. Seine Familie in Havanna hat erstaunlich wenige Bedenken gegen den Job als Sexarbeiter. Ganz im Gegenteil: Die geschäftstüchtige Oma erkennt im solventen schwulen Spanier ein goldene Gans, die es mit allen Mitteln zu rupfen gilt.
Sexarbeiter, Fußballer – und heimlich schwuler Lover

Poster zum Film: "Das letzte Spiel – La Partida" läuft ab 3. Dezember 2020 als VoD im Salzgeber Club
"Glaubst du, ich bin eine Schwuchtel?", schon wieder gefällt sich Reinier in homophoben Hasstiraden. Diesmal gelten sie dem gutaussehenden Yosvani (Milton García). Der ist der neue Spieler im Kicker-Team der Freizeit-Mannschaft. Und hat sich in der Disco-Toilette dreist einen Kuss von seinem Mitspieler holen wollen. Wie sein Kicker-Kumpel hat auch er eine Partnerin, deutlich älter und vermögend.
Die schroffe Abweisung der Zärtlichkeiten unter Kickern entpuppt sich als maue Macho-Show. Reinier und Yosvani werden zum heimlichen Paar, das seinen sexuellen Gelüsten gierig auf Dächern über der Stadt nachgeht. Dunkle Wolken ziehen auf, als Reinier seinen Traum vom Profi-Fußballer näherkommt. Derweil sein verzweifelter Lover in die Fänge von Kriminellen gerät. Je mehr der eine ein Bekenntnis zur gemeinsamen Liebe einfordert, desto mehr geht der andere auf Distanz.
Viele freie Oberkörper und ein bisschen Trash
Regisseur Antonio Hens setzt in seinem Spielfilm "Das letzte Spiel – La Partida", der ab 3. Dezember im Salzgeber Club läuft. auf recht konventionelle Strickmuster bei seiner Dramaturgie. Umso mehr achtet er darauf, seine attraktiven Akteure möglichst oft mit freiem Oberkörper durchs Bild laufen zu lassen. Bei solchen Anblicken mag die psychologische Plausibilität der Figuren, die Logik der Geschichte oder der Wust an Klischees und Stereotypen zweitrangig geraten.
Auch mit Trash lassen sich mit solch attraktiven Spielern diverse Tore beim Publikum eintüten. Wie einst schon Franz Beckenbauer trällernd wusste: "Gute Freunde kann niemand trennen. Gute Freunde sind nie allein. Weil sie eines im Leben können: Füreinander da zu sein."
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Das letzte Spiel – La Partida. Spielfilm. Kuba/Spanien 2013. Regie: Antonio Hens. Darsteller: Milton García, Reinier Díaz, Jenifer Rodríguez, Beatriz Méndez, Mirtha Ibarra, Luís Alberto García. Laufzeit: 91 Minuten. Sprache: spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. FSK 16. Ab dem 3. Dezember 2020 im Salzgeber Club als Video on Demand
Links zum Thema:
» "Das letzte Spiel - La Partida" im Salzgeber Club als Video on Demand
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