Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=37663
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Dominik Graf: Diversitätsverpflichtung klingt nach Zensur von Stoffen


#1 Ralph
  • 03.12.2020, 10:50h
  • Nein, es ist eben nicht egal, welcher sozialen Gruppe das Opfer angehört. Genau diese Geisteshaltung ist es, die Staatsanwaltschaften veranlasst, die sexuelle Orientierung von Opfern totzuschweigen oder -wenn das nicht mehr geht- als bloße Privatangelegenheit abzutun. Genau diese Geisteshaltung ist es, die Angela Merkel dazu brachte, die Tat von Orlando als gegen Schwule gerichtetes Verbrechen zu leugnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LupdejuppAnonym
  • 03.12.2020, 11:12h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Naja, wenn du dein Schaffens so ausrichten musst das eine Quote erfüllt wird ist das natürlich eine Beschneidung...

    Nicht dass das noch groß relevant wäre, jeder Künstler der sich selbst als solcher Bezeichnet ist ja großteils schon auf Eigenvertrieb oder unabhängige Labels umgestiegen...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#3 audeasAnonym
  • 03.12.2020, 12:54h
  • Wenn bestimmt Unternehmen es sich selbst als Verpflichtung freiwillig auferlegen, haben andere nicht die Deutungshoheit darüber zu urteilen, da es sie nicht betrifft. Nichts als Heuchelei und reaktionäres Gehabe von diesem Herren.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 goddamn liberalAnonym
  • 03.12.2020, 13:34h
  • "Mit "People of Color" sind Menschen gemeint, die Rassismuserfahrungen machen oder machen könnten, weil sie nicht als weiß oder westlich wahrgenommen werden."

    Das ist natürlich eine schwierige Definition. Nichts ist so 'westlich' wie Jazz und der ist v.a. die große kulturelle Leistung des 'schwarzen' Amerika.

    Was 'weiß' ist, weiß auch keiner so genau. Dass Aussehen nicht vor Massenmord schützt, weiß jeder aus der europäischen Geschichte, auch und v.a. des 20. Jh.

    Aber ansonsten ist Diversität einfach deshalb geboten, weil die Welt nun einmal divers ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 PetterAnonym
  • 03.12.2020, 14:14h
  • Ich selbst sehe das auch sehr kritisch.

    Denn wir können nicht an anderer Stelle die Freiheit von Kunst und Kultur fordern, aber dann, sobald es uns nicht mehr passt, plötzlich für Lenkung plädieren.

    Ich sehe es generell skeptisch, wenn man bei Werken der Kunst und Kultur Vorgaben zu Inhalten macht. Egal ob das vom Staat kommt oder von einem Unternehmen. Das betrifft natürlich ausdrücklich NICHT Machwerke, die die Rechte anderer verletzen und z.B. gegen andere hetzen. Aber solange das nicht passiert, sollte niemand in Kunst und Kultur reinreden.

    Ja, auch ich wünsche mir mehr Diversität in Filmen. Aber nicht, weil man dazu gezwungen wird, sondern weil man es eh so macht. Denn jedes Reinreden in Inhalte hat immer einen bitteren Beigeschmack und kann - wenn es erst mal etabliert und akzeptiert ist - auch noch für ganz andere Zwecke missbraucht werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LupdejuppAnonym
  • 03.12.2020, 14:35h
  • Hatte ja auch die Meinung "Freiheit der Kunst", hab dann aber mal geschwind gegoogelt...

    Ufa:

    -Dachverband: Bertelsmann; RTL

    -Produktionen: GZSZ, Unter uns, DSDS, Supertalent...

    Damit hat sich des wohl erledigt, hier geht's um Zielgruppenerweiterung um den quotenschwund im linearen TV entgegenzuwirken, Algorithmusproduktionen, nichts weiter, die werbeplätze müssen ja verkauft werden!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 WeWontBeSilencedAnonym
  • 03.12.2020, 15:20h
  • ""Für eine Welt, wie sie stattdessen sein sollte, fühlen wir uns nicht zuständig."

    Da hat der gute Mann wohl etwas falsch verstanden. Es geht um eine Darstellung der Welt, wie sie ist, und zwar in all ihren Facetten. Mit der Äußerung "wie sie sein sollte" verschiebt er uns alle ins Reich der Mythen, der nicht wirklichen Existenz. Oder anders ausgedrückt: er macht uns unsichtbar. Dieses Muster kennen wir ja zur Genüge. Es ist und bleibt ein Muster der Unterdrückung.

    "Dabei ist es ganz egal, welche Hautfarbe oder welches Geschlecht das Opfer hat."

    Wie hier u.a. schon gesagt wurde - es ist NICHT egal. Sobald es sich um rassistische oder bspw. homophobe Hassverbrechen handelt, muss das auch klar benannt werden. Sonst greift auch hier wieder derselbe Mechanismus: das Verschweigen, Auslöschen, Unsichtbarmachen.

    Werter Herr Graf, wir lassen uns nicht mehr unsichtbar machen. Wenn die UFA Ihnen mehrere Schritte (oder auch mehrere Jahrzehnte) voraus ist und sich selbst dazu verpflichtet, Diversität, wie sie nun einmal real existiert, auch real(er) abzubilden, dann ist das IHR Problem und weder das der UFA noch unseres. Es steht Ihnen ja jederzeit frei, nicht für die UFA zu arbeiten.

    Sie sind dann halt nur reaktionär und von vorgestern.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 LupdejuppAnonym
#9 MussdassoAnonym
  • 03.12.2020, 16:07h
  • Antwort auf #8 von Lupdejupp
  • "Fiktion definiert sich durch die Erschaffung eigener Welten."

    Wir reden hier aber nicht über fremde Planeten, sondern über Filme, die mehrheitlich zumindest implizit in unserer realen Gegenwartsgesellschaft spielen wollen, in der aber Schwarze, PoC, Frauen, migrantisierte und queere Menschen _regelmäßig_ viel seltener vorkommen als in der Realität.

    Und zwar warum? Weil "künstlerische Freiheit" ganz zufällig nun mal immer in diese Richtung tendiert?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#10 LupdejuppAnonym
  • 03.12.2020, 16:44h
  • Antwort auf #9 von Mussdasso
  • Mal abgegeben davon das Fiktion nicht = Science Fiction ist und auch niemand behauptet hat dass Stereotypen bedient werden sollen ist der von dir dargelegte Punkt kein Widerspruch zu meiner Aussage oder zu der Aussage des Herren hier.

    Es bräuchte eher eine Erweiterung des Writer Rooms um entsprechende Personen dann auch realitätsnah darzustellen. Es ist als weißer Mensch trotz Empathie und Belesenheit sicher schwer bis unmöglich die lebensrealität einen schwarzafrikanischen Flüchtlings in Deutschland wiederzugeben.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#11 MussdassoAnonym
  • 03.12.2020, 17:57h
  • Antwort auf #10 von Lupdejupp
  • "Fktion nicht = Science Fiction"

    Exakt das hatte ich auch verneint, mir ist also nicht klar, wen du hier korrigieren zu müssen meinst.

    "Es bräuchte eher eine Erweiterung des Writer Rooms um entsprechende Personen dann auch realitätsnah darzustellen."

    Und exakt das hat die UFA, sofern ich das richtig verstehe, auch vor. Und zwar sinnvollerweise nicht _statt_ der erhöhten Diversifizierung der Rollen, sondern _parallel_ dazu.

    Mir ist nicht klar, wo eigentlich gerade das Problem liegt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #10 springen »
#12 LupdejuppAnonym
  • 03.12.2020, 19:51h
  • Antwort auf #11 von Mussdasso
  • Ok, wenn du dein Kommentar nochmal durchliest wird dir sicher auffallen dass man meine Deutung deiner Aussage durchaus so verstehen kann, aber das mal beiseite...
    (Rhetorische gemeint, ich weiß das außer Unterstellungen keinerlei weitere Reaktion diesbezüglich zu erwarten ist, man liest hier ja mit, passt schon, who cares)

    Wenn du ansonsten darcor gehst verstehe ich deine Kritik und Beleidigung an dem Herren noch weniger da er sich in keinster Form gegen eine diverse Darstellung ausgesprochen hat sondern lediglich eine Quote ablehnte und dies sogar nachvollziehbar begründet hat.

    Ja, die Ufa (wie gesagt, Algorithmusproduktionen, keine "Kunst", es geht um quotenstabilisierung um werbeplätze zu verkaufen) sagt das Diversität hinter der Kamera anfangen muss was ja auch korrekt ist. Aber (ich habe türlich keine Zahlen): du musst erstmal entsprechende Leute in entsprechender Anzahl finden und diese Leute müssen dann ja auch den Anspruch haben Drehbücher zu schreiben die ihre eigene lebensrealität beinhalten!

    Nur weil der Autor schwul ist wäre es vermessen und ziemlich assig zu verlangen daß er dann auch Drehbuch nach Drehbuch realitätsnahe Darstellungen schreibt oder permanent seine "eigene Identität verarbeitet" um einer Quote gerecht zu werden, vielleicht hat er auch Bock nen verdammten Godzilla vs. Kong Abklatsch zu schreiben oder sich ein historisches Ereignis als Stauffenberg anzunehmen.

    Weiter muss es so divers sein das die 'realitätsnahe Darstellung" nicht zu einem neuen Stereotyp wird da auch zb schwule cis Männer keine homogenen Masse sind!

    Diese Diversität erreichst du nicht indem du eine Statistik erfüllst, eher werden Leute anfangen Figuren einzubauen die dann zb die schwulenquote erfüllen. Das machen ja viele Serien und Shows schon, sicherlich auch mit besten Ansichten, aber was in den 90ern bis so mitte 2000 rum der "Klischeeschwule" war ist heute eben "das schwule Mobbingopfer", die tragische coming out story, das befindlichkeitsfixierte Liebesdrama. Das ist nicht divers aber zumindest ist die Zielgruppe erweitert, wenn dir das reicht okay, ich finds langweilig.

    Aber ich schreib hier gegen Windmühlen, keins meiner vorherigen Kommentare hat impliziert das "ich ein Problem hätte" , sondern lediglich das ich die Aussage der Herren durchaus für eine berechtigte Ansicht halte! Man kann einen Standpunkt haben ohne konträre Meinungen direkt als "reaktionär" oä zu bezeichnen.
    (Ok, zumindest ich kann das und das reicht mir auch, ich danke für das entertainment und verschieden mich aus diesem Gespräch, peace out)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #11 springen »
#13 MussdassoAnonym
#14 MussdassoAnonym
  • 03.12.2020, 20:13h
  • Antwort auf #12 von Lupdejupp
  • "du musst erstmal entsprechende Leute in entsprechender Anzahl finden und diese Leute müssen dann ja auch den Anspruch haben Drehbücher zu schreiben die ihre eigene lebensrealität beinhalten!"

    Ich habe zufällig neulich aufgeschnappt, dass ungefähr gleich viele Frauen wie Männer zu Drehbuchautor:innen ausgebildet werden. Die machen nur aus irgendwelchen Gründen dann viel seltener Karriere (und ich vermute irgendwie, dass diese Gründe nicht in biologischen Talentunterschieden liegen). Da liegt es also nicht daran, dass man ja prinzipiell so gerne einstellen möchte, aber "einfach keine Leute findet".

    Bezüglich gesellschaftlicher Minderheiten habe ich keine konkreten Informationen, aber kann mir vorstellen dass es da ähnlich aussieht.

    Was die Frage angeht, wer dann über welche Themen schreibt, stimme ich dir zu. Selbstverständlich sollte z.b. eine Schwarze Autorin nicht dazu verdammt sein, Filme über Schwarze Personen zu drehen. Aber wenn in ihren Filmen Schwarze Rollen vorkommen, werden die mit einiger Wahrscheinlichkeit weniger klischeehaft angelegt sein.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #12 springen »
#15 LupdejuppAnonym
  • 03.12.2020, 20:17h
  • Antwort auf #13 von Mussdasso
  • Uservewechslung, sry, streich den Bezug zu dir, der Rest meines 4 oder 5 Absatz langen Kommentares auf welchen du nicht eingehst bleibt bestehen, zum Glück musst du da aufgrund meines offensichtlichen 3 Wörter Fauxpas nicht mehr drauf eingehen...

    So, jetzt aber wirklich finish für heute, muss morgen früh raus!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#16 Ralph
  • 04.12.2020, 12:11h
  • Aus meiner Sicht geht es nicht darum, irgendwen zu zwingen, Programm für geselllschaftliche Minderheiten zu machen. Es soll nur damit aufgehört werden, so zu tun, als bestünde die Welt aus weißen heterosexuellen Christen. Wenn in einem Film oder einer Fernsehserie nicht mehr alle Rollenfiguren offensichtlich europäischer Herkunft oder offenkundig hetero sind, beeinträchtigt das nicht die künstlerische Freiheit.
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel