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Amtsgericht

Transphober Dresdner erhält Geldstrafe wegen Beleidigung von Tessa Ganserer

Per E-Mail machte der Rentner Manfred S. der Grünen-Politikerin Tessa Ganserer klar, wie sehr er sie wegen ihrer Geschlechtsidentität hasst. Jetzt muss er dafür eine 300-Euro-Strafe zahlen.


Tessa Ganserer lässt sich Hassausbrüche nicht gefallen (Bild: Grüne Bayern)

Ein 65-jähriger Mann ist am Mittwoch vom Dresdner Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt worden, weil er die bayerische Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer wegen ihrer Transidentität beleidigt hatte. Laut einem Bericht des Dresdner Newsportals "Tag24" hatte der Rentner Manfred S. in einer Mail-Mitteilung an die grüne Fraktion mit Blick auf Ganserer beklagt, dass jetzt nicht nur Ausländer an der Macht seien, sondern auch eine "Transe". Ferner hatte der Angeklagte geschrieben, er hoffe, die Politikerin würde bald einem Lawinen-Unglück oder Verkehrsunfall zum Opfer fallen.

Ganserer, die sich vor zwei Jahren als erste deutsche Landtagsabgeordnete als trans geoutet hatte, ließ sich die Beleidigung nicht gefallen und erstattete Anzeige. Vor Gericht bedauerte F. seine Äußerungen. "So etwas sagt man einfach nicht. Ich unterstütze die Forderung der Staatsanwaltschaft, bitte aber, das Bußgeld auf ein Minimum zu reduzieren", erklärte er. "Das ist mir hochnotpeinlich, ich entschuldige mich in aller Form."

Ganserer: "Teile der Bevölkerung kommen mit Transidentität nicht zurecht"

Seit ihrem Coming-out berichtete Ganserer immer wieder davon, dass sie wegen ihrer Geschlechtsidentität im Internet oder sogar auf offener Straße beleidigt werde. "Diese ablehnenden diskriminierenden Reaktionen geben [mir] immer wieder zu spüren, dass Teile der Bevölkerung mit Transidentität nicht zurechtkommen. Man muss dann immer wieder versuchen, das nicht zu nah an sich ran zu lassen", sagte sie vergangenes Jahr der "Frankfurter Rundschau".

Die 43-Jährige engagiert sich mit Innbrunst für LGBTI-Rechte – so stellte sie vor wenigen Monaten eine Studie über queeres Leben im Freistaat Bayern vor (queer.de berichtete). Zuletzt rief sie die Bundesregierung auf, dem Beispiel der Niederlande zu folgen und trans Menschen, die sich einer Zwangs-OP unterziehen mussten, zu entschädigen (queer.de berichtete).

Kürzlich gab Ganserer auch bekannt, dass sie sich für den Bundestag im kommenden Jahr bewerben möchte (queer.de berichtete). Die bayerischen Grünen werden auf ihrem Parteitag Mitte März die Landesliste für die Bundestagwahl am 26. September beschließen. (cw)



#1 PetterAnonym
  • 03.12.2020, 14:00h
  • Richtig so.

    Die Gesellschaft hat bei Hetze und Mobbing viel zu lang weggesehen. Obwohl darauf früher oder später dann auch physische Gewalt wird.

    Gut, dass man endlich anfängt, solchen Leuten zu zeigen, dass sie sich nicht alles rausnehmen dürfen und dass auch andere Menschen Rechte haben.

    Die Geldstrafe hätte gerne noch etwas höher ausfallen können, damit die Lektion wirklich sitzt. Aber vielleicht kapiert er es ja auch so.
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#2 seb1983
  • 03.12.2020, 18:36h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Die Höhe der Strafe finde ich nicht entscheidend sondern dass es hier immerhin mal zur einer Verurteilung gekommen ist.
    Internet, Chatgruppen und Whatsapp werden als rechtsfreier Raum begriffen.

    Von alltäglichem Mobbing bis hin zu dass man bestimmte Politiker mal "an die Wand stellen müsste" eine schier unkontrollierbare Flut an asozialem bis strafbarem Dreck der seit jeher ohne Folgen bleibt und nur in Ausnahmefällen verfolgt wird.

    Da braucht es mal ein Instrument gegen um das schnell und massenhaft zu ahnden, und dann reichen auch 100 im Einzelfall.
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#3 dfgdfhAnonym
  • 04.12.2020, 01:09h
  • Wir haben das Jahr 2020.

    Bei mir um die Ecke sind mehre Berufsschulen sowie ein Ausbildungszentrum des Bauhandwerks.

    Das sind sicherlich recht ordentliche Leute.

    Nur habe mir tatsächlich zuerst ein Fahrrad und später eine Vespa gekauft, um mir nicht ihre Gespräche am Bahnsteig der S-Bahn anhören zu müssen.
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#4 Homonklin_NZAnonym
  • 05.12.2020, 12:11h
  • Yup, da ist endlich mal was passiert. Ob der Hoschi seine Entschuldigung ernst meint?

    Gute Frage.
    Warum "muss" man die Leute deswegen beleidigen? Hätte einer den Rentner beleidigt, weil er ggf. älter ist, nicht arbeitet oder vielleicht da wohnt, wo er wohnt, würde er vielleicht nachzudenken anfangen.

    Die meisten Beleidiger braucht man nicht zurück beleidigen, denn die beleidigen sich durch ihr Verhalten selbst.
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