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LSVD-Projekt

Integrationspreis für queere Flüchtlingsinitiative in Chemnitz

Binnen eines Monats geht bereits der zweite Förderpreis an das Information Center for LGBTI Refugees.


Der sächsische Integrationspreis wurde dieses Jahr zum elften Mal vergeben

  • 4. Dezember 2020, 12:17h, noch kein Kommentar

Der Integrationspreis des Freistaates Sachsen geht dieses Jahr unter anderem an den Landesverband des Lesben- und Schwulenverbandes. Konkret ausgezeichnet wurde das Information Center for LGBTI Refugees in Chemnitz, das Beratungs- und Unterstützungszentrum für queere Geflüchtete des LSVD Sachsen. Die Ehrung ist mit einem Preisgeld von 3.000 Euro verbunden, das in die Geflüchteten-Arbeit des LSVD fließen wird. Neben dem Flüchtlingsprojekt wurden auch das Thespis-Zentrum in Bautzen und der Dresdner Bildungsverein Kama mit dem Integrationspreis geehrt.

Bereits vergangenen Monat wurde das LSVD-Projekt ausgezeichnet: Damals erhielt es den mit 1.000 Euro dotierten Sächsischen Förderpreis für Demokratie.

"Wir freuen uns sehr über die Anerkennung, die wir für unser Engagement für queere Geflüchtete in Sachsen durch den Integrationspreis erhalten", erklärte Sabine Schanzmann-Wey vom LSVD Sachsen. "Seit vier Jahren arbeitet unser Projekt daran, für das Thema LSBTI* und Flucht zu sensibilisieren und eine entsprechende Integration der Asylsuchenden zu erreichen." Damit solle auch die Sichtbarkeit dieser besonders schutzbedürftigen Gruppe erhöht werden, damit ein vielfältiges Miteinander in Sachsen ermöglicht wird. "Nur durch gegenseitigen Respekt und Offenheit kann eine erfolgreiche Integration gelingen", so Schanzmann-Wey.

Im Dezember erreicht ihr unsere offene Sprechstunde von 10-13 an folgenden Tagen: 02.12. Annaberg-Buchholz...

Posted by Information Center for LGBTI Refugees Chemnitz on Tuesday, December 1, 2020
Facebook / Information Center for LGBTI Refugees Chemnitz

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Das "Information Center for LGBTI Refugees" unterstützt queere Asylsuchende in Chemnitz und im Südwesten Sachsens. Die drei Projektmitarbeitenden stärken Geflüchtete in Krisensituationen, beraten bei Fragen der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität, begleiten bei Behördengängen und bieten Klient*innen einen Rahmen, sich untereinander zu vernetzen. Das Projekt hilft auch bei LGBTI-feindlicher Gewalt in und außerhalb der Unterkünfte und sensibilisiert Beratungsstellen der Geflüchtetenhilfe. Das LSVD-Projekt in Chemnitz ist gemeinsam mit dem Gerede e.V. (Dresden) und RosaLinde e.V. (Leipzig) Teil des Netzwerks zur Unterstützung von queeren Asylsuchenden im Freistaat.

Projektmitarbeiterin Meike Martin beklagte anlässlich der Auszeichnung, dass sich ein Großteil der Klientinnen und Klienten im Klageverfahren befänden, "weil ihr Fluchtgrund, die Verfolgung aufgrund der sexuellen und geschlechtlichen Identität, von Entscheider*innen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nicht anerkannt wird". Außerdem seien Sammelunterkünfte keine sicheren Orte für queere Geflüchtete. Mit dem Preisgeld wolle das Projekt Maßnahmen erarbeiten, um diese Defizite anzugehen.

"Gerade in diesem für uns alle schwierigen Jahr nehme ich das weiterhin vorhandene Engagement mit großer Freude wahr", sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) zur Preisverleihung. In kurzer Zeit hätten viele Initiativen ihre Arbeit an die veränderten Umstände angepasst. Insgesamt gab es 35 Vorschläge, aus denen eine Jury die Preisträger ausgewählt hat. (dpa/cw)