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USA

Transphobes Bestattungsinstitut muss 250.000 Dollar zahlen

Ein gutes halbes Jahr nach ihrem Tod erfährt Aimee Stephens endlich Gerechtigkeit: Ein christliches Bestattungsinstitut, das sie wegen ihrer Transidentität gefeuert hatte, muss ihrer Witwe und einer Trans-Organisation eine Viertelmillion Dollar zahlen.


Homepage des christlichen Bestattungsinstituts, das für Trans-Diskriminierung einen hohen Preis zahlte (Bild: rggrharris.com)

Das Bestattungsinstitut Harris Funeral Homes im Einzugsgebiet von Detroit muss laut einer Abfindungsvereinbarung wegen Trans-Diskriminierung insgesamt 250.000 Dollar (205.000 Euro) bezahlen. Damit geht eine langjährige und international viel beachtete juristische Auseinandersetzung zu Ende.

Der Hintergrund: Das Institut hatte 2013 die trans Frau Aimee Stephens nach sechs Jahren Betriebszugehörigkeit entlassen, nachdem sie ihrem Arbeitgeber bekannt gegeben hatte, dass sie sich einer Geschlechtsanpassung unterziehen und künftig in Frauenkleidung ihre Arbeit verrichten würde. Ihr Chef begründete die Kündigung mit seinem religiösen Empfinden. "Das Geschlecht einer Person ist unabänderbar und gottgegeben", erklärte er während des Verfahrens.

In mehreren Instanzen wurden unterschiedliche Urteile gesprochen. Ein von LGBTI-Feind George W. Bush ernannter Richter argumentierte etwa 2016, dass es die Religionsfreiheit christlichen Firmen-Besitzer*innen erlaube, trans Personen nach Gutdünken zu feuern, solange sie religiöse Gründe anführten (queer.de berichtete). Ein Berufungsgericht erklärte aber 2018, dass Transsexualität keine "substanzielle Belastung" für religiöse Menschen sei und trans Personen durch Bundesrecht geschützt seien (queer.de berichtete).

Das Weiße Haus von US-Präsident Donald Trump stellte sich auf die Seite des Bestattungsinstituts (queer.de berichtete). Dennoch entschied der Supreme Court im Juni diesen Jahres überraschend zugunsten der Klägerin (queer.de berichtete). Aimee Stephens erlebte diesen Sieg nicht mehr: Sie war einen Monat vorher gestorben (queer.de berichtete).

Twitter / Pinksixty_News

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In der Abfindungsvereinbarung, die von einem Bundesrichter in Michigan am Montag bestätigt wurde, einigten sich beide Seiten auf die Zahlung von exakt einer Viertelmillion Dollar. 130.000 Dollar sollen dabei an Donna Stephens, die Ehepartnerin der Klägerin, gehen. Die Zahlung schließe entgangene Einnahmen und eine Wiedergutmachung ein. Weitere 120.000 Dollar gehen an die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU), die den juristischen Kampf von Stephens jahrelang juristisch begleitete. Außerdem verpflichtet sich das Bestattungsinstitut, niemanden mehr wegen seiner oder ihrer Geschlechtsidentität zu diskriminieren.

"Jetzt ist das letzte Kapitel im Kampf von Aimee Stephens für Gerechtigkeit vorbei", erklärte Chase Strangio, der Sprecher für queere Angelegenheiten bei der ACLU. "Wir sind traurig, dass Aimee diesen Augenblick nicht mehr miterleben kann. Wir sind ihr aber auch dankbar für alles, was sie, Donna und die vielen anderen trans Kämpfer*innen geleistet haben. Aimee hat immer gesagt, dass es in ihrer Klage nicht nur um sie gehe." (dk)



#1 Ralph
  • 04.12.2020, 16:58h
  • Dabei sollte doch ein Bestattungsinstitut in besonderer Weise in der Lage sein, Menschen in schwieriger Lebenslage zu begleiten und zu unterstützen.
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#2 audeasAnonym
#3 lindener1966Profil
  • 04.12.2020, 19:59hHannover
  • Ich hätte ja "christlich" im Text hier tatsächlich gerne in Anführungszeichen gesetzt.
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#4 kuesschen11Profil
  • 04.12.2020, 22:00hFrankfurt
  • Das ist doch mal Gerechtigkeit. Wenigstens geht die Witwe nicht leer aus.

    Nur schade und traurig, dass die Klägerin diesen Gewinn nicht mehr selbst erleben durfte, aber sie hat einen Meilenstein gegen transphobes Verhalten gesetzt.
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