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Erklärung der Bischofskonferenz

Schweizer Bischöfe: Ehe-Verbot ist gut für Lesben und Schwule

Am Mittwoch stimmt der Schweizer Nationalrat endgültig über die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare ab. Widerstand kommt von der katholischen Kirche – mit einer absurden Begründung.


Die katholische Schweizer Bischofskonferenz verweigert der Ehe für alle ihren Segen (Bild: polina-tankilevitch / pexels)

In einer Erklärung vom Freitag hat sich die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) gegen die Ehe für alle ausgesprochen. Ihren Widerstand gegen die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen begründeten die obersten Katholiken der Eidgenossenschaft auch mit einem überraschenden Argument: Die Öffnung der Zivilehe sei gar nicht im Interesse von Homosexuellen, behaupteten die 14 Mitglieder der SBK.

Insgesamt gaben sich die Bischöfe große Mühe, ihre Ablehnung gleicher Rechte zumindest freundlich zu formulieren. Gleich im ersten Satz erklärte die SBK, "dass ihr die Notwendigkeit einer Bekämpfung von Diskriminierung jeglicher Art besonders am Herzen liegt". Allerdings gebe es einen "Unterschied zwischen Diskriminierung und Differenzierung, wobei Letztere bisweilen das bessere Unterscheidungskriterium ist, um den Interessen von Minderheiten mehr Gewicht zu verleihen".

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Bischöfe wollen eingetragene Partnerschaften aufwerten

Die SBK findet, "dass es für gleichgeschlechtliche Paare vorteilhafter wäre, wenn die geltende Gesetzgebung im Hinblick auf die registrierte Partnerschaft angepasst würde, anstatt eine 'Ehe für alle' einzuführen", heißt es weiter in der anmaßenden Erklärung. Eine Öffnung der Ehe würde "letztlich zu einer Vereinheitlichung verschiedenster Lebensentwürfe führen", warnten die führenden Katholiken.

Seit 2007 dürfen sich Schwule und Lesben in der Schweiz verpartnern, allerdings mit eingeschränkten Rechten. Durch die Ehe für alle würde die eingetragene Partnerschaft für die Zukunft abgeschafft; wie in Deutschland könnten bestehende Lebenspartnerschaften in eine Ehe umgewandelt werden oder existierten mit bisherigen Rechten und Pflichten weiter.

"Die SBK ermutigt zur Suche nach einer Lösung, welche die gerechtfertigten Anliegen der LGBTI+-Menschen berücksichtigt, deren Gleichstellung hinsichtlich des Bürgerrechts und der sozialen Leistungen anzuerkennen", heißt es in der Stellungnahme der Bischöfe. "Eine solche Lösung sollte zugleich eine positive Differenzierung aller Menschen zulassen und die Berücksichtigung deren Vielfalt und die Wahrung der Kinderrechte ermöglichen."

Bereits am Mittwoch stimmt der Nationalrat ab

Sechs Monate nach dem Nationalrat, dem Schweizer Parlament, hatte sich am 1. Dezember auch der Ständerat, die Vertretung der Kantone, für die Ehe für alle ausgesprochen (queer.de berichtete). Zur Enttäuschung von LGBTI-Verbänden lehnte es der Ständerat allerdings ab, dass zwei verheiratete Frauen bei privaten Samenspenden automatisch als Mütter anerkannt werden. Bereits am kommenden Mittwoch wird der Nationalrat endgültig über die Version des Ständerates abstimmen. Eine Mehrheit scheint sicher.

Nach einer endgültigen Verabschiedung können Gegner*innen der Ehe-Öffnung noch vor ihrem Inkrafttreten ein einfaches Referendum erzwingen, wenn sie innerhalb von 100 Tagen mindestens 50.000 Unterschriften sammeln. Die kleine evangelikale Partei EDU, die im Parlament auf einen von 200 Sitzen kommt, hat bereits einen entsprechenden Schritt angekündigt. (cw)



#1 AthreusProfil
  • 06.12.2020, 16:21hSÜW
  • Immer wenn ich solche und ähnliche Äußerungen der Katholischen Kirche, bzw. von deren Würdenträgern höre und lese, erinnere ich mich an die unnachahmliche Prosa von Bernard Cornwell, der da im vierten Uhtred-Band schrieb: "Die Dummheit sprudelte aus ihm, wie Pisse aus einem Pferd."
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#2 BarcaProfil
  • 06.12.2020, 17:00hPlön
  • "Differenzierung" ist nur ein anderes Wort für "absondern". Insofern bleibt es das gleiche widerliche Geschwafel, wie zuvor.
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#3 stephan
  • 06.12.2020, 17:18h
  • Es ist wieder typisch für die RKK: Sie wissen besser, was für andere Menschen gut ist ... so wie sie wussten

    - was der eine heilbringende Glauben ist,
    - wie man seine Seele rettet, dass es besser wäre,
    - dass es besser ist die Demokratie abzulehnen,
    - dass es besser ist, der Sklaverei nicht entgegen zu treten,
    - dass es für die Frau am besten sei, in der Rolle als Ehefrau und Mutter aufzugehen,
    - etc. etc. etc.

    Was sie offenbar nicht wissen, ist wohl, wie man die eigenen Mitarbeiter dazu bringt, ihre Macht nicht auszunutzen, die Finger von Kindern und anderen Abhängigen zu lassen, wie man anständig lebt und dass es nicht sein kann, dass ein Bistum plötzlich entdeckt, dass man nicht 5 Mrd. sondern 7,2 Mrd. auf der hohen Kante hat ... 'wo doch Jesus sagte': "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher ins Himmelreich!"

    Welche Anmaßung dieser Leute, die tatsächlich aber über kein relevantes Wissen und Können verfügen!
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#4 TimonAnonym
  • 06.12.2020, 17:25h
  • Will die Kirche uns wieder mal für dumm verkaufen?

    Wieso halten die sich nicht einfach mal aus Sachen raus, die sie überhaupt nichts angehen?
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#5 Robby TippsAnonym
  • 06.12.2020, 17:32h
  • Die Unterschiede bei der Gleichbehandlung vor dem Gesetz beibehalten zu wollen, ist die Definition von Diskriminierung im Sinne von Ungleichbehandlung. Problem, diesen theofachistoiden Vatikanadel können Katholiken nicht mal abwählen, wenn sie wollten. Das sowas geduldet wird in einem demokratischen Staat, ist auch in BRD ein echt beschissen schlechter Witz.
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#6 SmartakusProfil
  • 06.12.2020, 17:36hMöhnesee
  • Allerdings sollte man nicht übersehen, dass hier meines Wissens zum ersten mal ein hohes offizielles Gremium der katholischen Kirche die eingetragene Partnerschaft nicht nur anerkennt, sondern sogar deren rechtliche Besserstellung fordert.
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#7 Homonklin_NZAnonym
  • 06.12.2020, 17:59h
  • Hoffentlich wird das den Schweizern nicht zum Stecken in der Radspeiche, dass bei ihnen die Säkularisierung nicht so ganz durchgestanden ist.

    Die Knilche könnten auch endlich mal eine Differenzierung treffen. Etwa die, dass Homosexuelle, wenn sie eine Ehe eingehen, nicht grade dasselbe wie eine "christliche" Ehe ansteuern. Unter Umständen schon deshalb nicht, weil die aus diesem klerikalfaschistoiden Verein ausgestiegen sein können, oder auch gar nicht irgendwie konfessionell interessiert sind.
    Bei aller Differenzierung zwischen Menschen gibt es dann die Freier Bürger zu denen der Knilche. Es kann gut sein, dass Knilche sich etwas anderes wünschen, als Freie Bürger bzw. Eidgenossen, aber das muss die Kirchenknilche doch gar nicht bekümmern.

    Die sollten sich besser darum kümmern, dass das Kinderrecht von ihrer Seite aus gewährleistet bleibt, vielleicht auch so, indem man Kinder von Kirchen fern hält, denn wir differenzieren ja, und das ist für Kinder gesünder so.
    So eine gesunde Differenzierung ist dann ja auch keine Diskriminierung, wenn sich Kirchenknilche mit Kindern nicht mehr abgeben brauchen.

    Also die Art verdrehter Sprech kann auch anderswie rumgedreht verwendet werden.

    Was sich homosexuell Verliebte wünschen, braucht dann auch keine Bischofskonferenz beantworten, dafür gibt es eine kompetente Quelle - nämlich die Homosexuellen mit Eheschließungsinteresse.

    Weitere Herabstufungen und Wertunterschiede sind da, möchte man doch angedenken, gar nicht erwünscht, oder?
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#8 Korinthen KKAnonym
  • 06.12.2020, 18:04h
  • Antwort auf #6 von Smartakus
  • "Allerdings sollte man nicht übersehen, dass hier meines Wissens zum ersten mal ein hohes offizielles Gremium der katholischen Kirche die eingetragene Partnerschaft nicht nur anerkennt, sondern sogar deren rechtliche Besserstellung fordert."

    Dass das ein Rückzugsgefecht der RKK ist, weil sie eingesehen hat, dass sie die Entwicklung nicht stoppen kann und nun Zugeständnisse macht und hofft damit von der Eheöffnung abzulenken, kommt dir nicht in den Sinn?
    Glaubst du ernsthaft, dieser Schritt kommt aus echter Überzeugung und wäre auch ohne drohende Eheöffnung gekommen?

    Das Verhalten ist pure Heuchelei wie das der CD/CSU, die so gaaaaanz plötzlich die eingetragene Lebenspartnerschaft stärken wollte, die sie lange bekämpft hatte.
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#9 Korinthen KKAnonym
  • 06.12.2020, 18:06h
  • Anderswo:
    "Die Erweiterung der Religionsfreiheit für christliche Minderheiten ist nicht im Sinne der Christen."
    Sarkasmus off/
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#10 Carsten ACAnonym
  • 06.12.2020, 18:18h
  • Statt anderen Menschen vergiftete Ratschläge zu geben, was am besten für sie sei, sollten die lieber mal ihre eigenen Verbrechen restlos aufklären und alle Täter und ihre Helfer, die das vertuschen, entlassen, statt sie nur zu versetzen.
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