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"Têtu"-Interview
Frankreichs Europa-Staatssekretär Clément Beaune outet sich als schwul
Der 39-Jährige kündigte an, im nächsten Jahr eine "LGBT-freie Zone" in Polen besuchen zu wollen.
- 8. Dezember 2020, 18:34h 2 Min.
Laut einer Vorabmeldung des Magazins "Têtu" und einer Zusammenfassung von Politico hat sich der französische Europa-Staatssekretär Clément Beaune in einem Interview für die neueste Ausgabe des queeren Magazins als schwul geoutet. Auf eine Frage nach LGBT-Rechten in Europa habe der 39-Jährige unter anderem gesagt: "Ich bin schwul, und ich habe kein Problem, das zu sagen."
Homosexualität sei "kein Hindernis mehr" für ein politisches Amt. "Heute scheint es trivial zu sein, das zu sagen, aber es ist keine Selbstverständlichkeit", so der 39-Jährige, der das Coming-out auch in einen gesellschaftlichen Kontext setzte und erklärte: "Schläge, Gewalt, Ablehnung, das alles geschieht im Jahr 2020. Heute von meiner sexuellen Orientierung zu berichten, ist keine Unanständigkeit oder Inszenierung von Intimität."
/ TETUmagLe secrétaire d'État aux Affaires européennes annonce à TÊTU vouloir se rendre en Pologne dans une zone dite « sans LGBT » et soutenir une association qui défend le droit à lavortementhttps://t.co/SsQGYbcChV
TÊTU (@TETUmag) December 8, 2020
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Das Interview ist eines der Highlights der am Mittwoch erscheinenden "Têtu"-Ausgabe, die das 25. Jubiläum des Magazins feiert.
Mission Toleranz
Beaune, der sich bereits kurz nach seinem Amtsantritt kritisch zur Lage von LGBTI in Polen geäußert hatte, kündigte in dem Interview an, im nächsten Jahr eine der Gegenden zu besuchen, die sich quasi zur "LGBT-freien Zone" erklärt haben. Auch wolle er eine polnische Organisation zur Verteidigung des Rechts auf Abtreibung unterstützten. "Als Staatssekretär für europäische Angelegenheiten habe ich eine zusätzliche Verantwortung. Ich muss dafür kämpfen, Toleranz zu verbreiten."
"Ich stamme aus einer Familie, in der Menschen deportiert wurden, weil sie noch vor zwei Generationen Juden waren. Das hallt bei mir nach", so der Staatssekretär weiter. "Aber ich möchte nicht, dass die Leute sagen, ich kämpfe gegen 'LGBT-freie Zonen', weil ich schwul bin. Es wäre beleidigend zu sagen, dass ich diesen Kampf für mich selbst führe."
/ MiRo_SPD | Im September wurde Beaune in Berlin von seinem deutschen Amtskollegen Michael Roth empfangen. Der SPD-Politiker ist ebenfalls schwulVery happy to welcome my new French counterpart @CBeaune in Berlin! Looking forward to working together on strengthening European solidarity and promoting our common values. Bonne coopération!
Michael Roth MdB (@MiRo_SPD) September 7, 2020
Foto: photothek / Florian Gaertner pic.twitter.com/pAnjTLTeMH
Beaune, Absolvent des Pariser Institut d'études politiques, des College of Europe in Brügge und der École nationale d'administration, begann seine Karriere als Wirtschafts- und Haushaltsbeamter. Der überzeugte Europäer hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in den letzten Jahren in Fragen der europäischen und internationalen Politik beraten und beispielsweise bei EU-Gipfeln im Hintergrund die Fäden gezogen. Ende Juli wurde er zum Nachfolger von Amélie de Montchalin im Staatssekretärsamt. Nach einigen Jahren in der Macron-Partei En Marche wechselte er im November zur sozialdemokratischen Neugründung Territoires de progrès. (nb)
Links zum Thema:
» Beaune-Porträt der SZ
















In der verlinkten Zusammenfassung von Politico steht: "[...] as well as bringing his support to a Polish abortion rights organization."
Ist im deutschen Satz vielleicht einfach das "Anti" reingerutscht? Sollte sowas heißen wie "Auch wolle er eine polnische Organisation, die für das Recht für Schwangerschaftsabbrüche kämpft, unterstützen" o.ä.?