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Heimkino
Verstoßen vom eigenen Vater
Nach Lolas Coming-out als trans bricht ihr Dad den Kontakt ab, doch zwei Jahre später müssen sich die beiden nach dem Tod der Mutter zusammenraufen. Laurent Michelis berührendes Familiendrama "Lola" ist jetzt auf DVD erschienen.

Für ihre einfühlsame Darstellung der 18-jährigen Lola wurde Mya Bollaers als erste trans Schauspielerin für den belgischen Filmpreis Magritte nominiert (Bild: Edition Salzgeber)
- 9. Dezember 2020, 01:52h 2 Min.
Lola ist 18, hat pinke Haare und macht gerade ihr Diplom als Veterinär-Assistentin. Als ihre Mutter Catherine stirbt, sorgt ihr Vater Philippe dafür, dass sie die Trauerfeier verpasst. Vor zwei Jahren hat Philippe den Kontakt zu ihr abgebrochen, weil er ihr Coming-out als trans nicht akzeptieren konnte.
Ein Roadtrip mit vielen Emotionen

Die Edition Salzgeber hat "Lola" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht
Doch Lola ist entschlossen, ihrer Mutter den letzten Wunsch zu erfüllen: Catherine wollte unbedingt an der belgischen Küste beigesetzt werden – und zwar von Philippe und Lola zusammen. Widerwillig machen sich Vater und Tochter auf die gemeinsame Reise, auf der sie immer wieder aneinander geraten.
Für ihre einfühlsame Darstellung als Titelheldin in Laurent Michelis Film "Lola" (Amazon-Affiliate-Link ) wurde Mya Bollaers als erste trans Schauspielerin mit dem belgischen Filmpreis Magritte ausgezeichnet. An ihrer Seite spielt der französische Kinostar Benoît Magimel ("Die Klavierspielerin").
Die Edition Salzgeber hat den berührenden Film jetzt mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht. (cw/pm)
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Lola und das Meer. Drama. Belgien, Frankreich 2019. Regie: Laurent Micheli. Darsteller*innen: Mya Bollaers, Benoît Magimel, Els Deceukelier, Sami Outalbali, Jérémy Zagba. Laufzeit: 90 Minuten. Sprache: französisch-flämische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 12. Edition Salzgeber
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Mehr zum Thema:
» Ausführliche Filmkriik von Fabian Schäfer: Mya Bollaers brilliert als verstoßene trans Tochter (22.10.2020)
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"Verstoßene trans*-Person unterwirft sich dem sadistischen Wunsch der verstorbenen Mutter, sich für Tage oder Wochen offenem Hass und Unterdrückung durch ihren Erzeuger auszusetzen."
Ich wage zu spoilern: Es wird vor allem deutlich werden, wie schwierig es für die arme, arme Cisse ist, mit einem so verkorksten Kind leben zu müssen. "Großer Gott, wieso nur wurde ich so gestraft? Wieso nur konnte ich nicht einen vollwertigen Menschen als Kind bekommen, der sich als Thronfolger für das Familienerbe eignet?? Ich LEIDE ganz doll!!!"
Er wird nicht einen einzigen Tritt in die Eier dafür kassieren, und am Ende werden alle lächeln, weil das ja das ist, was die sadistische Mutter wollte. Und schließlich ist es ja auch total verständlich, wenn man trans*-Leute eklig, hassens- und verachtenswert findet. Ich mein, mal ganz ehrlich, so einen Freak wirklich lieben?! Wär total unrealistisch. Und außerdem dürften wir dann unter dem Deckmantel der Aufklärung gar nicht dabei zugucken, wie hier das prädestinierte Opfer fertiggemacht wird und hauptsächlich einstecken.
Es wird so 2-3 Gegenwind-Attacken der geschädigten Person geben, die aber wahrscheinlich so sehr unter die Gürtellinie gehen, dass wir total verstehen können, wieso die Cisse keine Lust hat, auf dem Niveau zu diskutieren. Und 99% der Gewalt, bzw. das Gewaltmonopol, wird dann auch beim vollwertigen Menschen liegen.
Ich geb zu, das ist geraten, aber ich bin extrem sicher, dass es darauf hinauslaufen wird. Andernfalls hätte doch keine Cisse dafür einen Oscar übrig.
Also, ist ja nett, wenn sie jetzt tatsächlich mal trans*-Personen schauspielern lassen. Noch netter wär aber, wenn sie's schaffen würden, von diesen fundamental queerfeindlichen Plots wegzukommen, die sämtlichen Zuschauenden Dutzende Lektionen dazu erteilen, was man mit trans*-Menschen alles tun darf. Und was die dann ertragen müssen. Und wofür sie dann am Ende... lächeln. Weil, was hätten sie sonst schon für eine Wahl, ne.