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"Wir haben es geschafft"

Erstmals trans Spielerin in höchster argentinischer Fußballliga

Premiere in der ersten Frauenfußball-Bundesliga Argentiniens: Erstmals durfte eine trans Frau für einen Verein auflaufen.


Mara Gómez ist die erste trans Frau in der höchsten Fußball-Spielklasse Argentiniens (Bild: Instagramm / Mara Gómez)
  • 9. Dezember 2020, 15:18h, noch kein Kommentar

Mit Stürmerin Mara Gómez spielt erstmals eine offen transsexuelle Fußballerin in der ersten argentinischen Liga. Die 23-Jährige absolvierte am Montag ihr erstes Spiel mit ihrem Verein Atlético Villa San Carlos aus der Stadt Berisso (Provinz Buenos Aires). Trotz einer 1:7-Niederlage gegen CA Lanús feierte Gómez ihren Einstand als historisch. "Wir haben es geschafft. Ich habe keine Worte außer Dankbarkeit", schrieb sie auf ihrer Instagram-Seite.

Gómez hatte lange dafür gekämpft, in der höchsten Liga spielen zu dürfen. Mit ihrem früheren Verein hatte sie bereits die Meisterschaft der Amateurinnen in der Provinz Buenos Aires gewonnen. Im Januar unterschrieb sie einen Vertrag mit ihrem neuen Club, erhielt aber zunächst keine Spielberechtigung.

Fußballverband beharrte auf Testosterontests

Zwar darf seit Einführung eines sehr fortschrittlichen Transsexuellengesetzes aus dem Jahr 2012 jede Person ihre rechtliche Geschlechtszugehörigkeit ohne Zwangsgutachten wählen – und dafür nicht diskriminiert werden. Allerdings beharrte der nationale Fußballverband AFA darauf, dass der Testosteronspiegel der trans Spielerin nachweislich unter 10 Nanomol pro Liter liegen musste. Das ist der vom Internationalen Olympischen Komitee festgelegte Grenzwert für weibliche Sportlerinnen, gegen die insbesondere die Leichtathletin Caster Semenya seit Jahren kämpft (queer.de berichtete). Überschreiten Sportlerinnen den Wert, sind sie gezwungen, ihn mit Medikamenten künstlich zu senken.

Gómez bestand mehrere Tests ohne Probleme und erhielt danach ihre Spielgenehmigung. Sie bezeichnete das erste Spiel als "besten Augenblick meines Lebens." Mit ihrem Team verdient die neue Spielerin bislang allerdings kein Geld, da Frauenmannschaften in Argentinien nur acht Profi-Sportlerinnen beschäftigen müssen – Gómez gehört bislang nicht dazu. (cw)