https://queer.de/?37709
Geschlechtskrankheit
Syphilis-Diagnosen auf Höchststand – Berlin an der Spitze
2019 wurden 7.889 Fälle der Krankheit gemeldet, teilte das Robert Koch-Institut mit. Vorwiegend wird sie bei homo- und bisexuellen Männern diagnostiziert, darunter viele HIV-Positive.

In der zweiten Stufe einer Syphilis-Infektion kommt es häufig zu Hautausschlägen
- 10. Dezember 2020, 05:17h 2 Min.
Die Zahl der Syphilis-Diagnosen in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Höchststand seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001 erreicht. Gemeldet wurden 7.889 Fälle der Geschlechtskrankheit, rund sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie aus einem Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die meisten Nachweise im Verhältnis zur Zahl der Einwohner*innen unter den Bundesländern weist demnach das Land Berlin auf. Dort sticht insbesondere der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit fast 93 Fällen pro 100.000 Einwohner*innen hervor (Berlin gesamt: 39,7).
Ebenfalls über dem Bundesschnitt von 9,5 Fällen pro 100.000 Einwohner*innen liegen der Stadtstaat Hamburg und Nordrhein-Westfalen. In vielen Städten beobachtet das RKI eine vergleichsweise starke Verbreitung, darunter Köln, München und Frankfurt am Main. Infektionen "in relevanter Zahl" würden aber auch aus ländlichen Regionen gemeldet, hieß es. Insgesamt wird nach RKI-Angaben seit 2010 ein Anstieg bei gemeldeten Syphilis-Fällen beobachtet, nur 2018 hatte es einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr gegeben. Für das laufende Jahr sind laut RKI-Datenbank bisher rund 6.400 Diagnosen gemeldet.
Syphilis ist mit Antibiotika heilbar
Vorwiegend wird die Krankheit laut RKI bei homo- und bisexuellen Männern diagnostiziert, darunter viele HIV-Positive – hier spielt wohl auch ein häufigeres Screening auf sexuell übertragbare Krankheiten bei Positiven und speziell bei PrEP-Nutzern eine Rolle. Der Frauenanteil an den 2019 gemeldeten Fällen liege bei knapp sechs Prozent. Syphilis wird von Bakterien hervorgerufen und ist mit Antibiotika heilbar. In Deutschland ist die Übertragung beim Sex am häufigsten. Kondome senken das Risiko einer Übertragung.
Bei der Krankheit unterscheiden Mediziner*innen drei Erkrankungsstadien. Zunächst bildet sich ein schmerzloses Geschwür an der Eintrittsstelle des Erregers, später können Symptome wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, Haarausfall und Hautausschläge auftreten. Unbehandelt sind mehrere Jahre nach der Ansteckung Schädigungen des Gehirns und der Blutgefäße möglich. Es gibt aber auch viele symptomlose Fälle. (cw/dpa)
Links zum Thema:
» Syphilis-Infos der BZgA
» Syphilis-Infos der DAH














Deswegen:
Leute schützt Euch!