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Katholische Kirche

Kardinal Woelki: Kompromisslos gegenüber Homosexuellen, nachsichtig gegenüber Kinderschänder?

Vor wenigen Wochen sanktionierte der Kölner Kardinal die katholische Hochschulgemeinde, weil sie kein Problem mit Homo-Paaren hat. Jetzt wird bekannt, dass der Gottesmann offenbar einen Missbrauchspriester schützte.


Die Prioritätensetzung von Kardinal Woelki ist für Außenstehende schwer zu verstehen (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)

Schwere Vorwürfe gegen den Kölner Erzbischof: Kardinal Rainer Woelki, der immer wieder mit Homosexuellenfeindlichkeit für Schlagzeilen sorgt, soll nach einem Bericht des "Kölner Stadtanzeigers" (Bezahlschranke) kurz nach seinem Amtsantritt 2014 einem Fall schweren sexuellen Missbrauchs durch einen Düsseldorfer Priester nicht nachgegangen sein. So habe er diesen Fall im Jahr 2015 nicht – wie es eigentlich seine Pflicht ist – kirchenrechtlich voruntersuchen lassen oder an den Vatikan weitergeleitet.

Der beschuldigte Pfarrer, der 2017 gestorben ist, soll sich in den späten Siebzigerjahren an einem Jungen im Kindergartenalter schwer vergangen haben. Das Opfer meldete sich erst Jahrzehnte später und erhielt 2011 von der Kirche 15.000 Euro Entschädigung. Kirchenrechtler Thomas Schüller von der Uni Münster bezeichnete im "Stadtanzeiger" die Vertuschung durch Woelki als eine "unentschuldbare Verfehlung im Amt".

Bereits Woelkis Vorgänger im Amt, Kardinal Joachim Meisner, habe in dem Fall laut den neuen Vorwürfen nicht gehandelt. Auch er war für seine homofeindlichen Äußerungen berüchtigt (queer.de berichtete).

Woelki kannte Missbrauchspriester seit seiner Ausbildungszeit

Das Erzbistum erklärte nun, den Fall recherchieren zu wollen. Bekannt ist bereits, dass Woelki den Priester seit seiner Ausbildungszeit kannte. Seit 2011 habe er laut "Stadtanzeiger" von den Vorwürfen gewusst. Damals war er noch Weihbischof in Köln.

Die Nachlässigkeit Woelkis gegenüber dem sexuellen Missbrauch von Kindern steht im krassen Gegensatz zu seinem Vorgehen gegen Menschen, die einvernehmliche Beziehungen mit Personen gleichen Geschlechts führen. Erst vergangenen Monat ließ sein Erzbistum etwa die Website der katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in Köln abschalten. Das Vergehen der Nachwuchs-Katholik*innen: Sie hatten eine andere katholische Sexualmoral und die Ankerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren gefordert (queer.de berichtete).

Vergangenes Jahr stellte sich Woelki zudem demonstrativ hinter einen Priesterausbilder, der für die "Heilung" Homosexueller geworben hatte (queer.de berichtete). (dk)

Twitter / WDRaktuell | Woelkis skandalöses Verhalten ist ein großes Thema in Köln



#1 PetterAnonym
  • 10.12.2020, 11:24h
  • So sind die Katholen:
    scheinheilig und heuchlerisch bis zum Geht-nicht-mehr.

    Kinderschänder werden gedeckt, versetzt, beschützt. Missbrauchsgutachten werden zurückgehalten oder gar nicht veröffentlicht, weil da zu viel rausgefunden wurde.

    Aber wehe zwei Menschen lieben sich:
    da schlägt man dann mit ganzer Härte zu.
    Denn glückliche Menschen sind der Kirche ein Graus, weil sie keine Heilsprediger brauchen, die ihnen ein Versprechen auf Seelenheil verkaufen.
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#2 haereticusAnonym
#3 FassungslosAnonym
  • 10.12.2020, 11:49h
  • Utopie:
    "Woelki wäre verpflichtet gewesen, den Fall polizeilich zur Anzeige zu bringen."

    Realität:
    "So habe er diesen Fall im Jahr 2015 nicht wie es eigentlich seine Pflicht ist kirchenrechtlich voruntersuchen lassen oder an den Vatikan weitergeleitet."

    Utopie:
    "Die Staatsanwaltschaft ermittelt."

    Realität:
    "Das Erzbistum erklärte nun, den Fall recherchieren zu wollen."

    Wenn in einer Autofabrik jemand vergewaltigt würde, käme irgendwer auf die Idee zu sagen, dass soll mal schön die Betriebsleitung intern klären?

    Was muss denn noch alles passieren, bis wir kapieren, dass der RKK der eigene Ruf immer wichtiger sein wird als das Leiden der Opfer? Wie verantwortungslos ist es, die Aufklärung von Verbrechen immer noch den Verbrechern selbst zu überlassen? Wer erklärt diese Verantwortungslosigkeit den Opfern?
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#4 SchonAnonym
  • 10.12.2020, 11:52h
  • Aus genau dem Grund will ich eine Trennung von Staat und Religion!
    Ich verstehe nicht, was Kirchenvertreter in einem Ethikrat zu suchen haben. Ich habe kein Verständnis, dass Pfarrer bei Fragen um Abtreibung mit bestimmen.
    Unser Leitbild ist der Humanismus und die Aufklärung und kein Hokus Pokus von oben, was immer das sein soll, und so ein vertrockneter abgeranzter Priester bestimmt, wer richtig lebt, und wer falsch? Weil es ihm sein Hokus Pokus es ihm befohlen hat?
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#5 YannickAnonym
  • 10.12.2020, 12:26h
  • Jetzt wissen wir auch, warum der feine Herr Kardinal sich so vehement mit Händen und Füßen wehrt, dass das Missbrauchsgutachten für das Bistum Köln veröffentlicht wird.

    Der will schlicht seine eigene Haut retten und vertuschen, dass er Kinderschänder deckt.

    Wer weiß, was sonst noch alles in dem Gutachten herausgefunden wurde und was Herr Woelki vertuschen will...

    Und das ist die "lückenlose und kompromisslose Aufklärung", die die Kirche versprochen hatte? LÄCHERLICH. Die lügen, wenn sie nur den Mund aufmachen.
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#6 Ralph
  • 10.12.2020, 12:39h
  • Ich habe ein gutes Gedächtnis, und im Archiv von Queer.de findet man es auch: 2012 wurde Woelki vom Berliner Bündnis gegen Homophobie für den Respektpreis nominiert. Eines von allzu vielen Beispielen dafür, wie vermeintliche Interessenvertreter von LSBTI vor unseren Feinden kriechen.
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#7 Sven100Anonym
  • 10.12.2020, 13:15h
  • Woelki - ein passender Nachfolger von Kardinal Meisner!
    Die kurze Zeit in Berlin hat er wohl nur ertragen, um in Köln seinen Kardinalsposten bekommen zu können. In Berlin musste er sich mit Schwulen und Lesben gesprächsbereit zeigen, sonst hätte er dort überhaupt keinen Fuß an den Boden bekommen. Aber der Spuk in Berlin war ja nach kurzer Zeit wieder vorbei. Dann rauschte er wieder ab in seine Heimatstadt Köln.
    Ich bedaure die Kölner, die schon seit Jahrzehnten solche Männer wie Meisner und Woelki ertragen müssen.
    Schwule und Lesben sollten aus der römisch-katholischen Kirche austreten. Das ist das einzige Mittel, das hilft.
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#8 PetterAnonym
  • 10.12.2020, 13:42h
  • Antwort auf #5 von Yannick
  • Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wagt so jemand es dann auch noch, sich moralische Urteile über LGBTI zu erlauben.

    Die Kirche im allgemeinen und Herr Woelki im speziellen sind nun wirklich die allerletzten, die sich moralische Urteile über andere erlauben dürfen. Die sollten erst mal vor der eigenen Haustür kehren, statt immer wieder nur ihre Scheinheiligkeit zu vertuschen.

    Aber so kennen wir das ja von den frömmelnden Händefaltern.
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#9 LegatAnonym
  • 10.12.2020, 14:49h
  • Ein hoher Vertreter eines Kinderschänder-Kultes zeigt sich nachsichtig gegenüber einem Kinderschänder aus den eigenen Reihen?

    WAS FÜR EINE ÜBERRASCHUNG!!! :-O

    /Sarkasmus aus
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#10 clesAnonym
  • 10.12.2020, 15:44h
  • Das verwundert mich jetzt nicht. Diese Institution ist eine Schande für die Menschheit.
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