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Kommentare zu:
Zurück in den Schrank? Das ist nicht wirklich lustig!


#1 AtreusProfil
  • 11.12.2020, 09:38hSÜW
  • Mir ist durchs Lesen schon die Lust an diesem Film vergangen. Da bleibe ich doch lieber bei der "Familie Stone" oder lese zum zehnten Mal "Das Fest" von John Grisham.
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#2 Taemin
  • 11.12.2020, 09:48h
  • Nicht zu fassen, dass heutzutage noch immer solche Drehbücher geschrieben und dann auch noch in einen Film umgesetzt werden. Dieser Inhalt geht nur auf zweierlei Weise: entweder als Drama, das in den 50er Jahren spielt, oder als Anklage einer widerwärtigen Familie - aber nicht als Komödie.
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#3 LupdejuppAnonym
#4 Carsten ACAnonym
  • 11.12.2020, 11:10h
  • Sorry, aber ich finde den Film sehr wohl lustig.

    Und auch durchaus das lesbische Paar sympathisch.

    Klar: im realen Leben sollte man sich nicht so verbiegen und seine Identität sowie seine Partnerin (oder seinen Partner) verstecken. Aber das ist halt eine Komödie.

    Und ganz ehrlich: wie viele LGBTI machen das nicht in der Realität. Das dann auch mal satirisch aufs Korn zu nehmen, finde ich durchaus in Ordnung. Und in dem Fall sogar witzig, weil das echt gut gemacht ist. Und es gibt ja auch ein gutes Ende...
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#5 Taemin
  • 11.12.2020, 11:39h
  • Antwort auf #3 von Lupdejupp
  • Ganz einfach: Über Hass kann man nicht lachen. Hass kann man nur verurteilen. - Es gibt eine deutsche sog. Komödie, in der ein Männerpaar aufs Land kommt, zu den Eltern eines der beiden, um dort eine Lebenspartnerschaft zu schließen. Die beiden werden von der gesamten Bevölkerung mit einem Ausmaß an Ablehnung und Ausgrenzung konfrontiert, das in keiner Weise zum Lachen oder auch nur zum Schmunzeln reizt. Daran zerbricht die Partnerschaft um ein Haar, weil der eine sich unterwerfen will, der andere dazu nicht bereit ist. Am Ende feiern auf einmal alle ein großes Fest, ohne dass nachvollziehbar wäre, was den plötzlichen Gesinnungswandel der Leute herbeigeführt haben könnte. Leider ist mir der Titel des Films nicht erinnerlich. Dieses Machwerk hat mich angewidert. - Nehmen wir doch mal an, die eine der beiden Frauen sei Jüdin und die Familie bestehe aus Antisemiten, weshalb die Frau Christin spielen müsse. Kann so was wirklich lustig sein? Man stelle sich vor, so was selbst zu erleben.
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#6 Cool downAnonym
  • 11.12.2020, 11:41h
  • Meine Güte, man kann auch mal ein bisschen entspannter sein und muss nicht überall zwanghaft das Haar in der Suppe suchen.

    Das ist eine Komödie. So what. Einige der besten LGBTI-Komödien der Filmgeschichte haben genau dieses Setting, wo man sich erst mal selbst verleugnet, um dann doch zu sich selbst zu finden. Würden diese Filme heute rauskommen, würden sie wohl genauso verrissen wie dieser.

    Und man kann es ja auch mal umgekehrt sehen:
    gerade wenn Hetero-Zuschauer sehen, wie es ist, sich selbst zu verleugnen und welchen Zwängen man oft ausgesetzt ist, denken sie vielleicht mal darüber nach, wie das ist und ändern ihre Meinung.

    Aufklärung und Einstellungsänderung hat schon immer am besten funktioniert, wenn es unterhaltsam oder gar lustig daherkommt.
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#7 FennekAnonym
  • 11.12.2020, 11:53h
  • Antwort auf #5 von Taemin
  • >> Nehmen wir doch mal an, die eine der beiden Frauen sei Jüdin und die Familie bestehe aus Antisemiten, weshalb die Frau Christin spielen müsse. Kann so was wirklich lustig sein? <<

    Ja, kann es. Und es gibt sogar Beispiele dafür.

    Humor ist keine Frage des Themas, sondern der Herangehensweise.

    Das beste Beispiel ist Charlie Chaplin in "Der große Diktator". Was wurde der nicht angefeindet, dass man über das Dritte Reich als (ohne Zweifel) größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte nur Dramen, aber keine Komödien machen dürfe.

    Aber er hat es gemacht und es hat funktioniert. Weil er es eben gut gemacht hat. Und nicht nur das - es ist ein Meisterwerk und einer seiner wichtigsten Filme geworden.

    Gerade durch die Darstellung als Komödie hat man Hitler und das Dritte Reich mehr vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben, als es jedes Drama könnte.

    Oder ich erinnere auch die Musical-Komödie (und die gleichnamige Verfilmung) "The Producers" von Mel Brooks (selber Jude), der SS-Männer Ballett tanzen lässt und Lieder wie "Springtime for Hitler" singen lässt, aber gerade so die Absurdität dieser Gesinnung offenlegt.

    Wie sagte mal die große Bette Midler, die selbst Jüdin ist und die auch schwarzen Humor liebt:

    "Fuck 'em if they can't take a joke."
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#8 SchauspielAnonym
  • 11.12.2020, 11:53h
  • Antwort auf #5 von Taemin
  • Du verstehst aber schon, dass das ein Film ist und keine Realität, oder?

    Klar ist die Gesinnung der Familie abstoßend. Aber das wird doch gerade gezeigt, um es zu kritisieren. Ist ja nicht so, dass der Film das als richtig hinstellt und das lesbische Paar als die Bösen. Dann würde ich Dir zustimmen.

    Man soll ja auch nicht über den Hass lachen, sondern über die Situationen die daraus entstehen und wie diese Familie sich dadurch letztlich selbst lächerlich macht.
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#9 GebranntesKindAnonym
  • 11.12.2020, 11:55h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • "Mir ist durchs Lesen schon die Lust an diesem Film vergangen."

    Mir ging es gerade ähnlich. Ich hatte mal einen Partner, der mich panisch vor Kolleg_innen und Bekannten zu verstecken müssen glaubte. So kam es mehrfach zu extrem demütigenden Situationen. Das Ganze ist 20 Jahre her, und wie zu erwarten, haben wir es nicht lange miteinander ausgehalten. Damals schwor ich mir, mich auf keinen Mann mehr einzulassen, der mich verleugnet. Auch danach datete ich übrigens den einen oder anderen Mann, der in Panik geriet, wenn ich ihn in der Öffentlichkeit auch nur kurz berührte. Sowas ist also leider alles andere als ein Einzelfall.

    Für mich völlig unerträglich, völlig inakzeptabel und ein klarer Grund, gar nicht erst zusammenzukommen. Ich hatte kein super schwieriges Coming-Out, um mich dann wieder verstecken zu lassen oder meinem Partner peinlich zu sein. Dazu bin ich mir definitiv zu schade.
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#10 FennekAnonym
  • 11.12.2020, 11:59h
  • Antwort auf #9 von GebranntesKind
  • Aber genau deshalb gibt es ja auch solche Filme, damit sowas in Zukunft eben nicht mehr passieren muss.

    Je mehr LGBTI-Sichtbarkeit und je mehr Leute sehen, was uns angetan wird, desto schneller ändert sich auch was.

    Und da Komödien nun mal mehr Menschen erreichen als Dramen, ist auch dieser Film ein guter Beitrag dazu.
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#11 GebranntesKindAnonym
#12 tempus fugitAnonym
  • 11.12.2020, 12:47h
  • Antwort auf #7 von Fennek
  • Nein.
    Gerade die von dir präsentierten Beispiele "Der große Diktator" und "The Producers" sind untaugliche Beispiele im Hier und Jetzt. Die von dir genannten Filme sind über 50 bzw. 80 Jahre alt! Damals waren die Gesellschaften andere, heute im Zeitalter von dummdreisten religösen "Querdenker_innen" und "besorgten Eltern", von AfD, Putinisten und Trumpisten, funktioniert das so nicht mehr.

    Das von dir favorisierte Konzept hat sich überlebt und ist passé.
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#13 FilipProfil
  • 11.12.2020, 14:05hHamburg
  • Antwort auf #10 von Fennek
  • Stimme Dir hier zu!

    Den Film habe ich natürlich noch nicht gesehen, daher kann man es nur bedingt einschätzen. Aber auf einer anderen Filmseite habe ich hierzu gelesen, dass Aby statt des von ihr geplanten Heiratsantrages durch die für sie unererwartete Situation die Beziehung insgesamt ! in Frage stellt.

    Ein Spannungsfeld muss man - auch in einer Komödie- ja nun aufbauen. Und wenn ich es richtig verstehe, lese ich den Film eher als Kritik an Homophobie oder das Feiern der Heteronormativität und als Kritik an die "Schrankschwestern" unter uns?

    Dem Kommentar von GebranntesKind und seinen Erfahrungen mit seinen Date, der ihn vor der Umwelt verheimlichen wollte, kann ich gut nachvollziehen. So etwas habe ich auch schon erlebt. Da muss man, meine ich, die Konsequenzen ziehen.

    An die "Berufsaufreger": Niemand wird gezwungen, Filme anzusehen, die ihm auf Grund vorheriger Kritik nicht gefallen oder die ihm persönlich zu nahe gehen, weil sie auf offenen Wunden treffen.

    Erstmal finde ich es gut, wenn es einen Weihnachtsfilm mit queeren Beteiligten gibt und diese sichtbarer werden.
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#14 LupdejuppAnonym
#15 WeihnachtsfilmfanAnonym
#16 Taemin
  • 12.12.2020, 11:01h
  • Antwort auf #7 von Fennek
  • "Frühling für Hitler" ist für mich das Geschmackloseste, was je auf die Kinoleinwand gebracht wurde, dicht gefolgt von "Er ist wieder da". Über "Der große Diktator" lässt sich streiten. Chaplin selbst hat sich später differenziert geäußert und gesagt, hätte er das volle Ausmaß der Verbrechen gekannt, hätte er den Film nicht gemacht. Alle drei Filme erlauben aber keinen Vergleich mit dem hier in Rede stehenden, der ja gerade nicht auf den Hitler zielt, sondern im privaten Rahmen einer Familie spielt. - Im Übrigen scheint es wirklich zu stimmen, dass in Deutschland jede Diskussion, so wenig sie mit Hitker zu tun haben mag, doch ziemlich rasch bei Hitler landet. Wir sollten diesen Film bereden können, ohne gleich wieder Hitler aus dem Fundus zu holen.

    Was mich stört, ist, dass auch heute immer noch familiäre Homofeindlichkeit zum Komödiengegenstand gemacht wird. Das ist einfach nicht lustig, sondern nur billig. Wenn Filmemachern sonst nichts einfällt, wird halt mal wieder Homosexualität zum Weltproblem aufgebaut. Mag sein, dass das im Trump-Amerika immer noch funktioniert, bei uns wirkt es ewiggestrig. Kann es denn keine Komödie geben, in der Schwule und Lesben nicht als Problemfall auftauchen?
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#17 Taemin
#18 Taemin
  • 12.12.2020, 11:11h
  • Antwort auf #8 von Schauspiel
  • Ja, es ist nicht die Realität - und es sollte auch nicht Film sein. Wir alle haben ein familiäres Coming-out bewältigt, manche von uns sehr schwer, und einige haben darüber ihre Familie verloren. Darum ist es völlig abwegig, wenn das Kuschen und Lügen und Selbstverleugnen einer Lesbe vor der homofeindlichen Familie als gangbarer Weg dargestellt wird. Der Fehler solch einer "Komödie" ist, dass sie das als akzeptable Alternative zu Wahrheit und Selbstbewusstsein darstellt. Man kann doch wenigstens an Weihnachten so tun als ob. Nein, kann man nicht, und zwar nicht als Ergebnis einer scheinlustigen Handlung, sondern von Anfang an.
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#19 MinuschAnonym
  • 12.12.2020, 14:33h
  • Antwort auf #18 von Taemin
  • Bei dieser - und vielen weiteren Antworten - frage ich mich schon, ob ihr überhaupt den Film gesehen habt...?
    Das die Verheimlichung eben gerade nicht eine Alternative darstellt und "für die Familie so tun als ob" zu Lasten des eigenen Selbstwertgefühls, der Beziehung zu der Liebsten und auch zu Lasten der ganzen Familie geht...das ist die Message des Films.
    Das ist noch nicht mal "zwischen den Zeilen gelesen" oder Interpretationssache, das ist die Handlung und die Moral von der Geschichte.

    Wie man was anderes von dem Film nehmen kann, fällt mir schwer nachzuvollziehen.
    Zumal er sich im englischsprachigen WLW/queeren Raum sehr großer Beliebheit erfreut. (Da geht die Kritik vielmehr in die Richtung der Konstellationen der Frauen, die im Film zusammenkommen bzw auch nicht.)

    Wer die Muster von RomComs kennt, erkennt diese auch hier wieder. Es ist einfach eine Weihnachtskomödie, nur zur Abwechslung, endlich mal mit einem Frauenpaar.

    Von daher wirken auf mich die meisten kritischen Kommentare hier vielleicht wohlgemeint, aber irgendwie auch komplett am Ziel vorbeigeschossen.
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#20 Isaias Ramos GarciaAnonym
#21 Taemin
  • 13.12.2020, 10:57h
  • Antwort auf #19 von Minusch
  • Der Film problematisiert Homosexualität, nicht Homophobie. Die eine Protagonistin unterwirft sich der familiären Heteronormativität und verlangt das auch von ihrer Freundin. Man hätte ja auch einen Film machen gekonnt, in dem die selbstbewusst lesbische Tochter ihre Freundin mitbringt und die Familie auflaufen lässt. Statt dessen ist es die Anti-Heldin, die mühsam lernen muss, sich selbst anzuerkennen und sich der Familie nicht länger unterzuordnen. Solch quälend selbstzergrüblerisches Coming-out sollte 2020 nicht mehr Gegenstand einer Filmkomödie sein.
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#22 CrisAnonym
#23 SteffiAnonym
  • 14.01.2021, 13:12h
  • Ich hoffe, dass sich niemand von diesem (meiner Meinung nach völlig überzogenen) Verriss davon abbringen lässt, sich den Film anzuschauen. Natürlich ist die Darstellung von Harpers Familie gnadenlos überzeichnet, aber das macht sie doch nicht zu einem homophoben Mob! Es geht auch überhaupt nicht darum, dass Harper und Abby als Liebespaar oder queere Charaktere nicht angenommen werden, die beiden Hetero-Schwestern Sloane und Jane haben ebenso Probleme, dem geforderten "Perfekt-Bild" zu entsprechen. Das ist die Essenz des Films. Und - Achtung - Spoiler - keine einzige Figur wendet sich nach dem Outing von den Beiden ab, im Gegenteil!
    Humor ist ja immer Geschmacksache, meinen hat der Film getroffen. Dazu kommen noch fantastische Schauspieler, nicht nur die zuckersüße Kristen Stewart, sondern wirklich alle, bis in die Nebenrollen. Für mich ist Happiest Season nicht nur für die Gays (wie mich!) ein Must-See!
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