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Neue Richtlinie

England hebt Beschränkungen für schwule Blutspender auf

Während Deutschland schwule und bisexuelle Männer beim Blutspenden pauschal als Risikogruppe einstuft, sollen sie in Teilen Großbritanniens künftig wie Heterosexuelle behandelt werden.


In Großbritannien wird schwules Blut nicht mehr pauschal abgelehnt (Bild: AhmadArdity / pixabay)

Schwule und bisexuelle Männer werden künftig im britischen Landesteil England beim Blutspenden nicht mehr anders behandelt als andere Spenderinnen und Spender. Das teilte das britische Gesundheitsministerium am Montag mit, das beim Thema Blutspenden nicht für die teilautonomen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland entscheiden kann.

Bislang dürfen Männer auf der Insel kein Blut spenden, wenn sie innerhalb der drei Monate davor Sex mit einem anderen Mann hatten. Diese Regel soll künftig nicht mehr gelten. Stattdessen soll nur noch ausschlaggebend sein, ob eine Person innerhalb von drei Monaten wechselnde Sexualpartner oder eine feste Beziehung habe, hieß es in der Mitteilung – "unabhängig vom Geschlecht, dem Geschlecht des Sexualpartners oder der Sexualpartnerin oder der Art von Sex, die beide praktizieren".

Bei der Auswahl von Blutspender*innen soll zudem stärker als bisher ein Fokus auf riskante Sexualpraktiken wie etwa dem sogenannten Chemsex gelegt werden, eine Form von Geschlechtsverkehr unter dem Einfluss von Drogen. Außerdem werden Personen ausgeschlossen, die in den letzten zwölf Monaten wegen Syphilis in Behandlung waren. Die neue Regelung soll von Sommer 2021 an gelten. Der konservative Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete die Entscheidung als positiven Schritt, der "einzelne nach ihren Handlungen bewertet und nicht nach ihrer sexuellen Orientierung".

Twitter / DHSCgovuk

Debatte um diskriminierende Regelung in Deutschland

In Deutschland dürfen schwule und bisexuelle Männer nur Blut spenden, wenn sie innerhalb eines Jahres keinen Sex mit einem anderen Mann hatten. Die deutsche Aidshilfe kritisiert diese Regelung als diskriminierend, weil sie damit praktisch die meisten homo- und bisexuellen Männer von Blutspende ausschließe (queer.de berichtete). Andere Länder wie Spanien und Italien behandeln dagegen schwule Männer schon seit Jahren beim Blutspenden gleich wie Heterosexuelle und betrachten lediglich das sexuelle Risikoverhalten, nicht die sexuelle Orientierung.

Derzeit gibt es in Deutschland eine Debatte, ob die restriktive Regelung gegen schwule und bisexuelle Männer noch zeitgemäß ist. Insbesondere FDP, Linke und Grüne fordern eine weniger diskriminierende Regelung. Der Grünenpolitiker Sven Lehmann kritisierte etwa kürzlich, dass der auf sexueller Orientierung basierende Ausschluss Menschenleben kosten könne, da möglicherweise nicht genügend Spenden zur Verfügung stehen (queer.de berichtete).

Mehrere deutsche Landesparlamente haben zuletzt aufgerufen, die Diskriminierung beim Blutspenden zu beenden, in den letzten Monaten etwa Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Einzig Bayern votierte mit den Stimmen von CSU, Freien Wählern und AfD gegen eine derartige Reform (queer.de berichtete). (dpa/dk)



#1 PetterAnonym
  • 14.12.2020, 12:50h
  • Wieder mal sind andere weiter als Deutschland...

    Hierzulande werden weiterhin wissenschaftliche Fakten ignoriert.
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 14.12.2020, 13:39h
  • Anscheinend wirkt das auch hier durch, jedenfalls haben sie die Karenzzeit auf 3 Monate runter gesetzt. Für ein monogam lebendes, gesundes Paar ist das natürlich immer noch herabwürdigend, zumal wohl alle Spenden durch ein Sicherheitsscreening gehen.
    Allerdings gibt es auch den lebenslangen Ausschluss, wenn man mit Hepatitis A oder C, oder als Mensch mit HIV zu spenden versucht.

    Ein Paar beschreibt es:

    "" Warren Dempsey-Coy, who has been in a monogamous relationship with his husband for more than 30 years, said this might seem like progress but it was not.

    I still see it as discrimination. There is one set of rules for a certain section of people and another for the rest.

    Blood is blood and every donation is screened. I am a gay, married man with no risk of having HIV and yet I would still have to abstain from sex for three months to give blood.""

    www.stuff.co.nz/national/health/300183173/blood-donation-rul
    e-change-will-allow-more-gay-bisexual-men-to-give


    Also vielleicht irgendwann auch in D, so groß kann der Rückstand beim Denken da auch nicht sein. Obwohl dort die AfD grassiert. (Auto-fail-Disease)

    Wie sondert D eigentlich die nicht geouted Lebenden bisher aus? Hat man dafür Gedankenlesekurbeln ... mit Revolvertakter-Fakediesel-Biostromantrieb...
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