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Einzelkommentar zu:
Biden nominiert Buttigieg als Verkehrsminister


#5 Hausierer_inAnonym
  • 16.12.2020, 14:41h
  • Antwort auf #3 von Legat
  • Ich stimme Dir im Grunde zu.

    Aber können wir bitte wenigstens innerhalb der Community endlich mal damit aufhören, den Begriff "mit seinem Schwulsein "hausieren gehen"" zu verwenden? Das ist eine zutiefst (ggf. internalisiert) homophobe Formulierung, die letztlich nichts anderes aussagt, als dass Heteros ganz selbstverständlich ihre sexuelle Orientierung zeigen können, Schwule (und andere Queers) aber doch bitte Zurückhaltung üben mögen, da dies "ja Privatsache sei" und "niemanden etwas angehe".

    Meine Position ist: es muss genauso legitim sein, die Öffentlichkeit wissen und sehen zu lassen, dass man queer ist, wie es legitim und üblich ist, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass man hetero ist.

    Einer queeren Person, der unterstellt wird, sie würde damit "hausieren gehen", wird de facto gesagt, sie solle sich gefälligst mal zusammenreißen und also möglichst heterolike wirken. Queere Personen, denen anerkennend attestiert wird, sie würden "nicht" damit hausieren gehen, werden dafür gelobt und für besonders seriös gehalten.

    Seriosität - und auch Fachkompetenz - hängen aber Nullkommanull davon ab, ob jemand hetero oder queer ist. Und auch nicht davon, ob die Person so lebt, dass Andere das erkennen können.

    Solange wir selbst solche Formulierungen benutzen, spielen wir denen zu, die gerne hätten, dass wir auch weiterhin möglichst unsichtbar bleiben. Und Unsichtbarmachung bedeutet Unterdrückung.

    Das kann und darf nicht der Weg im 21. Jahrhundert sein.

    P.S. Als der kanadische Ministerpräsident vor 5 Jahren gefragt wurde, weshalb sein Kabinett so vielfältig sei, antwortete er schlicht "Because it's 2015!" Und der Schein-Gegensatz "Kompetenz oder offenes Queersein" ist eben nichts anderes als ein Schein-Gegensatz. Denn selbstverständlich geht beides gleichzeitig.
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