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Diskriminierende Kontaktbeschränkungen?

Corona und Weihnachten: LSVD kritisiert "Bevorzugung leiblicher Verwandter"

Der Lesben- und Schwulenverband will "nicht hinnehmen", dass Wahlfamilien bei den deutschen Corona-Weihnachtsregeln in den meisten Bundesländern benachteiligt werden. Nur zwei der 16 Länder hätten akzeptable Regelungen.


Für viele Menschen wird Weihnachten dieses Jahr einsamer (Bild: LoboStudioHamburg / pixabay)

Mit Berlin und Sachsen gehen lediglich zwei von 16 deutschen Bundesländern in ihren Corona-Sonderregeln zur Weihnachtszeit auf Wahlfamilien ein. Darauf weist der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) in einer Online-Übersicht hin. Die Mehrzahl der Bundesländer erlaubt lediglich größere Treffen im engsten Familienkreis, also mit leiblichen oder angeheirateten Verwandten. Der LSVD kritisiert diese "Bevorzugung bestimmter Lebensmodelle" scharf.

Der queere Verband könne "die Bevorzugung leiblicher Verwandter in den Ausnahmeregelungen für die Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten nicht hinnehmen", erklärte LSVD-Vorstandsmitglied Alfonso Pantisano am Donnerstag. "Wir erkennen die Notwendigkeit von Kontaktbeschränkungen prinzipiell an. Gleichzeitig darf es keine Bevorzugung bestimmter Lebensmodelle geben. Das untergräbt die Akzeptanz von notwendigen Maßnahmen, verstärkt die soziale Isolation einzelner Gruppen und gefährdet den in diesen Zeiten notwendigen Zusammenhalt", so Pantisano. Daher fordere sein Verband Nachbesserungen von den Landesregierungen.

Für den LSVD sei es "vollkommen unverständlich, warum ein größeres Treffen mit leiblichen Verwandten ein geringeres Infektionsrisiko bergen soll als ein gemeinsames Weihnachten mit der gleichen Anzahl an Freund*innen". Für Weihnachten im engsten Familienkreis seien oft sogar Reisen durch die gesamte Republik nötig, während Freund*innen eher am gleichen Wohnort lebten.

Die meisten Länder erlauben nur "engsten Familienkreis"

In Berlin sind zwischen dem 24. und 26. Dezember Treffen mit Angehörigen aus bis zu vier weiteren Haushalten erlaubt; es gibt eine Personenobergrenze von fünf zeitgleich anwesenden Personen. In Sachsen sind Treffen mit insgesamt bis zu zehn Personen aus dem Familien- und Freundeskreis möglich. Andere Länder beschränken sich dagegen in ihren Ausnahmeregelungen auf den "engsten Familienkreis". Eine Ausnahme ist das Saarland: Das kleinste Flächenland setzt die bei den Bund-Länder-Beratungen am letzten Sonntag zu Weihnachten vorgeschlagenen Lockerungen nicht um.

Twitter / BwLsvd | Der LSVD Baden-Württemberg bittet Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), die Berliner Regelung zu übernehmen
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LGBTI-Organisationen von Grünen und Linken hatten bereits am Sonntag die Corona-Empfehlungen von Bund und Ländern kritisiert (queer.de berichtete). QueerGrün erklärte etwa: "Es darf kein Unterschied zwischen sozialer, rechtlicher oder biologischer Herkunft gemacht werden." (dk)

Ihr habt den Corona-Blues? Mit diesen 7 Tipps schafft ihr es durch den Winter! #WirFürQueer

Posted by ICH WEISS WAS ICH TU on Wednesday, December 16, 2020
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#1 LegatAnonym
  • 17.12.2020, 11:10h
  • Im Kirchstaat Deutschland gilt nun mal weiterhin die klassische Brüterfamilie als "Keimzelle der Gesellschaft" und folgt damit den typisch völkischen Traditionen, für die CDU/CSU und SPD nun mal stehen. Damit gehen der menschenverachtende Kollektivismus von Kirchen und Staat Hand in Hand. Passt ja auch wie Arsch auf Eimer.
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#2 david552Anonym
  • 17.12.2020, 11:56h
  • ist doch cool, kann man sich endlich entspannt mit den eltern treffen, die einen hassen, weil man schwul ist.
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#3 royolAnonym
  • 17.12.2020, 12:01h
  • Ich persönlich empfinde die Regelung auch als durchaus schwierig handhabbar und das wäre 'einfacherer' gegangen (z.B. Hausstand plus vier Personen, egal ob verwandt oder nicht).
    Wem aber hilft diese hier auf vielfältige Art und Weise geäußerte Polemik?
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#4 LarsAnonym
  • 17.12.2020, 12:18h
  • Der Forderung des LSVD kann ich zustimmen, allerdings finde ich, wie oft, die Begründung problematisch.

    Ob ich mit der Familie oder mit Freunden feiere, ist für mich keine Frage des "Lebensmodells", sondern eine Frage von wechselnden Prioritäten und von sehr pragmatischen sozialen Fragen (aktuelle Entfernung, Alter, Bedürftigkeit derer, die sich treffen etc.).

    Ich finde, man sollte nicht der AfD und Konsorten auf den Leim gehen und Familie und Wahlfamiie als soziale Modelle ideologisch gegeneinander ausspielen. Beides schließt sich überhaupt nicht aus und in einem guten sozialen Gefüge können sich beide Formen ergänzen - auch bei Heteros!

    Es wäre m.E. zielführender und selbstbewusster, auf die ganz eigene, selbständige Bedeutung und Rolle von nicht-verwandtschaftlichen Beziehungen für den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft hinzuweisen.

    Das ist auch nichts neues: Ein Beispiel für ganz traditionelle Wahlfamilienbeziehungen sind zum Beispiel Patenschaftsmodelle (auch säkulare), die seit jeher zu familiären Bindungen einen Ausgleich, Ersatz , eine Ergänzung oder ein Korrektiv darstellen.
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#5 IckeAnonym
  • 17.12.2020, 12:42h
  • Wir befinden uns gerade in einer scheiß Situation, wir steuern auf 1000 Tote am Tag zu. Das ist furchtbar und man probiert dem entgegen zu wirken. Ohne Beschränkungen geht es ja nicht, das hat sich leider im November gezeigt. Es wird nun nicht auf jede Minderheit textlich Rücksicht genommen, aber das ist in meinen Augen okay. Das sind Beschlüsse die nicht Monate ausgearbeitet wurden. Man versucht halt das klassische und am häufigsten vorkommende Familienbild damit abzudecken. Wenn man damit 80% der Leute abdeckt ist das doch schon mal was. Lasst uns einfach gut durch die Zeit kommen und mal ein ruhigeres Fest als gewöhnlich feiern, bleibt gesund.
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#6 Ach jaAnonym
#7 LegatAnonym
#8 LarsAnonym
  • 17.12.2020, 13:43h
  • Antwort auf #7 von Legat
  • Kollektivismus (=Kirche) versus Individualismus (= moderne Gesellschaften) ist ein ideologischer Gegensatz, mit dem ansonsten Leute wie Ratzinger operieren. Es wird nicht besser, das einfach umzudrehen. -Ismen sind Ideologien.

    Es wäre sinnvoll, sich Gedanken über ein vernünftiges Sozialverhalten zu machen.. Dazu gehören wechselseitig Rechte und Pflichten, Schutz und Verantwortung. Wer z.B. Verantwortung übernimmt, schränkt seine Individualrechte ein zugunsten des Ganzen. Wer Schutz fordert, gewährt dem Sozialstaat das Recht, diesen Schutz bereitzustellen und zu kontrollieren.
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#9 royolAnonym
  • 17.12.2020, 13:51h
  • Antwort auf #7 von Legat
  • Da Du auf das Stichwort Polemik schon anspringst, möchte ich doch auf Deinem Kommentar hier (#1) verweisen. Dass Deutschland ein Kirchenstaat, oder wie Du schreibst ein 'Kirchstaat' sein soll - das entspricht eher nicht den Tatsachen. Das ist polemisch und hilft doch nicht weiter. Wie gesagt, die Regelung an sich ist kritikwürdig - aber nicht jede Kritik ist würdig...
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#10 WeAreFamilyAnonym
  • 17.12.2020, 13:55h
  • Antwort auf #5 von Icke
  • "Man versucht halt das klassische und am häufigsten vorkommende Familienbild damit abzudecken."

    Warum muss man überhaupt irgendein "Bild abdecken"? Dem Virus ist piepegal, welches Bild unsere Regierung abzudecken wünscht. Es steckt Blutsverwandte nicht weniger an als Freund_innen, nur weil diese besser dem völlig antiquierten und überholten Familienbild von C-Parteien und SPD entsprechen.

    Ansonsten verweise ich auf meine Kommentare zum Artikel "Völlig antiquiertes Familien- und Gesellschaftsbild"

    www.queer.de/detail.php?article_id=37740

    Müssen wir wirklich die ganze Diskussion, die dort geführt wurde, hier nochmal wiederholen? Die Thematik hat sich doch absolut nicht verändert.
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