Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37776

Jetzt also doch

Bundestag beschließt Adoptionsrecht ohne zusätzliche Homo-Diskriminierung

Im Sommer beharrte die Bundesregierung noch darauf, dass ein neues Adoptionsrecht zusätzliche Hürden für Regenbogenfamilien enthalten muss. Nach dem Nein des Bundesrates knickte sie nun ein.


Alle demokratischen Fraktionen sind sich jetzt beim Adoptionshilfegesetz einig

Der Bundestag hat den Weg für das neue Adoptionsrecht ohne zusätzliche Diskriminierung Homosexueller frei gemacht: Das Parlament billigte am Donnerstagnachmittag den kürzlich vom Vermittlungsausschuss ausgehandelten Kompromiss (PDF). Das mit den Stimmen aller Fraktionen außer der AfD beschlossene Gesetz sieht eine verpflichtende Beratung aller Beteiligten durch eine Adoptionsvermittlungsstelle vor. Dies gilt jedoch nicht, wenn jemand als "annehmender Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes mit dem Elternteil des Kindes verheiratet ist", wie es in dem Gesetz heißt. Die AfD enthielt sich im Bundestag der Stimme.

Nach dem ursprünglich vom Bundestag beschlossenen Gesetz hätte die Beratungspflicht auch bei Stiefkindaptionen lesbischer Paare gegolten. Dies war von LGBTI-Aktivist*innen scharf kritisiert worden, weil es Regenbogenfamilien eine weitere Diskriminierung zu den bereits Bestehenden aufbürdet (queer.de berichtete). Die Union beharrte aber auf dieser zusätzlichen Diskriminierung. Dies hatten unter anderem die Grünen kritisiert, deshalb fand das Gesetz im Bundesrat keine Mehrheit (queer.de berichtete). Unionspolitiker*innen warfen darauf den Grünen vor, mit ihrer Ablehnung im Bundesrecht kinderfeindlich zu agieren (siehe queer.de-Standpunkt).

Am Freitag wird die Länderkammer abschließend über die jetzige Neufassung entscheiden. Auch dort wird nun mit einer Mehrheit gerechnet.

- Werbung -
Video - Jetzt als Offizier-/in (m/w/d) bei der Bundeswehr bewerben

Weitreichende Reform

Das Gesetz enthält viele Reformpunkte im Adoptionsrecht, die von allen demokratischen Fraktionen befürwortet werden: Die Adoptionsvermittlungsstellen sollen dem neuen Gesetz zufolge eine altersgerechte Aufklärung des Kindes über die Adoption leisten und sowohl mit den Herkunft- als auch den Adoptiveltern erörtern, ob und wie ein Informationsaustausch oder Kontakt zwischen ihnen stattfinden kann. Diese Gespräche sollen mit dem Einverständnis aller Beteiligten in angemessenen Zeitabständen wiederholt werden.

Das Gesetz legt zudem fest, dass den Herkunftseltern ein Recht zu jenen Informationen über das Kind gewährt wird, welche die Adoptiveltern freiwillig an die Adoptionsvermittlungsstelle geben. Die Einrichtung der Adoptionsvermittlungsstellen ist Sache der Jugendämter und der Landesjugendämter. Zur Adoptionsvermittlung sollen auch die Diakonie Deutschland, der Deutsche Caritasverband, die Arbeiterwohlfahrt und deren Fachverbände befugt sein.

Verschärft werden die Auflagen bei Auslandsadoptionen. Sie sollen zukünftig immer durch eine Adoptionsvermittlungsstelle vermittelt werden. Zudem soll für Adoptionsbeschlüsse im Ausland ein verpflichtendes Anerkennungsverfahren im Inland eingeführt werden. Die Anerkennung von einer unbegleiteten Adoption soll nur dann möglich sein, wenn sie für das Kindeswohl erforderlich ist. (AFP/dk)



#1 AthreusProfil
  • 17.12.2020, 17:39hSÜW
  • Wer von Kindeswohl spricht und gleichzeitig die Vermittlung von Adoptionen in kirchliche Hände gibt, ist entweder der König aller Schweinemenschen oder hat eine mir unbekannte Definition von Kindeswohl parat:

    "Zur Adoptionsvermittlung sollen auch die Diakonie Deutschland, der Deutsche Caritasverband, die Arbeiterwohlfahrt und deren Fachverbände befugt sein."

    Diakonie = Evangelischer Wohlfhahrtsverband
    Caritas = Katholischer Wohlfahrtsverband
    Arbeiterwohlfahrt (AWO) = Römisch-Katholische Wohlfahrtspflege

    Da wird mir speiübel, wenn ich daran denke, an wen die Kinder vermutlich vermittelt werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LegatAnonym
  • 17.12.2020, 17:45h
  • Antwort auf #1 von Athreus
  • Da kann ich dir nur zustimmen. Der generationenübergreifende christliche Radikalisierunsapparat ist im Kirchenstaat Deutschland zutiefst verwurzelt. Daher bräuchte einen klaren, parteilübergreifenden, politischen Willen, diesen sukzessive aber sicher rückzubauen, doch das ist mit unserer politischen Klasse parteiübergreifend nicht zu machen. Zu tief sitzt auch dort die Wurzel allen übels in jedem einzelnen Politikerhirn, dessen Entscheidung durch christliche Erziehung vernebelt wurde.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Danke Grüne u LinkeAnonym
  • 17.12.2020, 18:03h
  • Ich danke den Grünen und der Linkspartei:
    vor allem diesen beiden Parteien ist zu verdanken, dass das im Bundesrat gescheitert war.

    Und nachdem Union und SPD im Sommer noch beide auf der Diskriminierung bestanden, haben Sie jetzt dank des Bundesrats einknicken müssen.

    Da sieht man wieder mal, auf welche Parteien wir zählen können und auf welche nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KaiJAnonym
#5 AthreusProfil
  • 17.12.2020, 18:29hSÜW
  • Antwort auf #4 von KaiJ
  • Das war zugegeben, eine überspitzte Beschreibung der AWO, allerdings kann man ihr die Unabhängigkeit schon lange in Abrede stellen, da sie seit Jahren mit den Kirchen beider christlichen Konfessionen zusammenarbeitet und auch genauso verkommen ist. Wer sich die Mühe machen will, gerne AWO+Skandal googlen und man erhält Lesestoff für die nächsten drei Monate. Und ich rede nur von Hausdurchsuchungen und Anklagen aus 2019 und 2020. Zudem empfehle ich mal ihre Vorsitzenden zu googlen, die trotz proklamierter Unabhängigkeit konfessionszugehörig sind, ja sogar Prediger sind dabei! Merkwürdig nicht wahr. Ich lasse mich nur ungern von Selbstbeschreibungen täuschen.

    Davon abgesehen finde ich es bezeichnend, dass dir nicht mehr dazu eingefallen ist, was mich aber auch nicht überrascht, da du deine Kirchenliebe und -hörigkeit durch eine beeindruckende Anzahl an Kommentaren eindrucksvoll zur Schau gestellt hast.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 PeerAnonym
  • 17.12.2020, 18:48h
  • Antwort auf #1 von Athreus
  • Ja, nach dem, was immer wieder neu enthüllt wird und was offenbar ein Fass ohne Boden ist, wundere ich mich, dass man überhaupt noch kirchlichen oder kirchennahen Einrichtungen, Vereinen, etc. Minderjährige anvertraut.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 KaiJAnonym
#8 LarsAnonym