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Bundessozialgericht

Kassen müssen bei trans Frauen nur Barthaar-Entfernung durch Ärzt*innen zahlen

Zwar gilt die Entfernung von Barthaaren bei transsexuellen Frauen als medizinisch notwendig, so dass Krankenkassen die Kosten übernehmen müssen. Allerdings gibt es laut Bundessozialgericht Einschränkungen.


Das Bundessozialgericht ist das oberste Gericht der Sozialgerichtsbarkeit in Deutschland und damit einer der fünf obersten Gerichtshöfe des Bundes (Bild: Chajm Guski / flickr)

Die Entfernung von Barthaaren bei transsexuellen Frauen zulasten der gesetzlichen Krankenkassen bleibt Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Eine Behandlung durch Kosmetiker*innen oder durch sogenannte Elektrologist*innen müssen die Kassen nicht bezahlen, wie das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel in vier am Freitag bekanntgegebenen Urteilen entschied. Wenn Kassenärzt*innen diese Leistung nicht anbieten, müssen die gesetzlichen Krankenkassen danach aber wohl auch die Behandlungskosten einer privaten Arztpraxis erstatten (Az: B 1 KR 4/20 R u.a.).

Die Entfernung der Barthaare bei trans Frauen kann überwiegend durch eine sogenannte Laserepilation erfolgen. Insbesondere weiße und graue Haare werden von den entsprechenden Geräten aber meist nicht erkannt. Diese müssen dann einzeln und auch nicht schmerzfrei durch Strom abgetötet werden. Diese sogenannte Nadelepilation gehört zwar zum Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen. Wegen des sehr hohen Zeitaufwands gibt es aber kaum Ärztinnen oder Ärzte, die dies anbieten.

Die Klägerinnen haben die Nadelepilation daher bei Elektrologist*innen vornehmen lassen, die auch als Heilpraktiker*innen zugelassen waren. Die jeweilige Krankenkasse verweigerte aber die Erstattung der Kosten.

Zu Recht, wie nun das BSG entschied. "Ein Systemversagen wegen einer sich hier aufdrängenden faktischen Versorgungslücke lässt den Arztvorbehalt als zwingende berufliche Mindestqualifikation nicht entfallen." Kosmetiker*innen beziehungsweise Elektrologist*innen seien nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassen.

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Gericht nennt zwei mögliche Auswege für Kostenerstattung

Immerhin zeigten die Kasseler Richter*innen zwei mögliche Auswege auf. Danach wäre es zulässig, wenn die "Nadelepilation als ärztliche Leistung unter unselbstständiger Mithilfe von Elektrologisten/Kosmetikern erbracht wird". Angesichts des "sich hier aufdrängenden vertragsärztlichen Systemversagens" komme zudem eine Kostenerstattungspflicht der gesetzlichen Kassen für eine privatärztliche Behandlung in Betracht.

Das BSG hatte bereits im Juni in einem anderen Urteil gegen trans Frauen entschieden: Damals lehnten die Richter*innen den Antrag einer Klägerin auf Kostenübernahme bei "gesichtsfeminisierenden Operationen" ab (queer.de berichtete). (AFP/cw)



#1 DramaQueen24Profil
  • 19.12.2020, 08:07hBerlin
  • Habe den Scheiß mit meiner Krankenkasse schon vor Jahrzehnten gehabt. Erst zahlten sie eine Kosmetikerin, und, als sie sahen, wie teuer das ist (keine Laserbehandlung, nur Epilieren), wollten sie, dass ich zu einem Hautarzt ging. Da durfte ich nur einmal im Monat sein. Die seelischen Schmerzen, die diese Gesichtsbehaarung brachte, kümmerten weder Ärzte noch Krankenkassen!
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