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Aufruf

Jüdisches Museum Rendsburg sucht 15 queere Protagonist*innen

Für die für August 2021 geplante Fotoausstellung "This is me – religiös und queer" will die Berliner Künstlerin Ceren Saner gläubige LGBTI aus ganz Deutschland porträtieren und interviewen.


Das Jüdische Museum Rendsburg ist eine kulturelle Begegnungsstätte und eines der wenigen Jüdischen Museen im norddeutschen Raum. (Bild: Frank Vincentz / wikipedia)

Das Jüdische Museum Rendsburg plant für das kommende Jahr eine Ausstellung mit dem Arbeitstitel "This is me – religiös und queer – eine Fotoausstellung". Mit dem Projekt sollen nach Angaben des Museums "zwei Aspekte verbunden werden, die oft unterrepräsentiert bleiben und nur selten zusammen gedacht werden: Queerness und Religiosität".

Für die Ausstellung gesucht werden Menschen, die aus jüdischen, muslimischen, christlichen und anderen religiösen Communitys kommen und die Lust haben, sich mit ihren queeren und religiösen Identitäten zu zeigen. Die Ausstellung soll im August 2021 eröffnen und insgesamt 15 Menschen porträtieren.

Geplant sind Foto-Shootings und Video-Interviews

Für das Ausstellungsprojekt konnte das Jüdische Museum die jüdische LGBTI-Organisation keshet Deutschland als Kooperationspartnerin gewinnen konnten. Die fotografische Gestaltung übernimmt die in Berlin lebende Fotografin und visuelle Künstlerin Ceren Saner, die bereits über Erfahrung in der Auseinandersetzung mit queeren Themen verfügt. Sie wird die Protagonist*innen fotografieren, daneben werden Video-Interviews geführt, aus denen Ausschnitte und Zitate ebenfalls in die Ausstellung einfließen sollen. Die Gestaltung der einzelnen Porträts und Interviews in der Ausstellung soll in Absprache mit den Dargestellten erarbeitet werden.

Die Fotos und Interviews werden an den jeweiligen Standorten der Protagonist*innen innerhalb Deutschlands in der Zeit von Januar bis März 2021 durchgeführt. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, anonym porträtiert und interviewt zu werden. Kommunikationssprachen sind Deutsch und/oder Englisch. "Bei den Shootings werden selbstverständlich alle notwendigen Abstands- und Hygienerichtlinien berücksichtigt", teilte das Jüdische Museum mit. Es ist laut Aufruf auch "bemüht, den Teilnehmenden eine Aufwandsentschädigung bereitzustellen".

Wer sich vorstellen kann, Teil der Ausstellung zu werden, kann sich noch bis zum 31. Dezember 2020 per E-Mail an mirjam.glaeser@landesmuseen.sh melden. (cw/pm)

 Update  22.12.20: Aufruf frühzeitig beendet

Das Jüdische Museum bittet darum, keine Bewerbungen mehr zu schicken. Es hätten sich bereits mehr als genügend Interessent*innen gemeldet.



#1 LegatAnonym
  • 19.12.2020, 11:00h
  • Religiosität ist eine Wahlidentität. Queerness ist KEINE Wahl und steht daher in einer ungleich höheren Kategorie der menschlichen Identitäten. Hier also vereinfachend von "Identitäten" zu sprechen, ist irreführend, anmaßend und sogar gefährlich, da hierdurch suggeriert wird, Religiosität sei gleichwertig schützenswert wie Queerness. Was dann passiert, sehen wir ständig. Queerness wird gegen Religiosität abgewogen, meistens gewinnt aus Tradition die Religiosität und heutzutage auch manchmal Queerness. In einer Abwägung von Rechten muss aber IMMER die Wahlidentität verlieren. Das ist dermaßen evident, dass gegen diese Grundhaltung ausschließlich ideologisch oder ignorant argumentiert werden kann, was ja auch so passiert.
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#2 LupdejuppAnonym
  • 19.12.2020, 12:28h
  • Antwort auf #1 von Legat
  • Auch als Atheist ist die Tatsache dass ichs schwul bin Teil meiner Identität, aber nicht meine Identität... Und natürlich ist mein frei gewähltes Umfeld und meine Hobbys und Leidenschaften, für die ich mich entschieden habe da sie mir wichtig sind, Spaß machen und mich präg(t)en, für mich ein genauso wichtiger Teil meiner Identität !
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#3 LegatAnonym
  • 19.12.2020, 12:51h
  • Antwort auf #2 von Lupdejupp
  • Ich weise erneut auf den evidenten Unterschied zwischen Wahlidentitäten und Nicht-Wahlidentitäten hin. Einfach erst mal drüber nachdenken, bitte.

    Dass sich Persönlichkeiten aus mehreren Wahlidentitäten und Nicht-Wahlidentitäten zusammensetzen, ist selbstverständlich richtig und ebenso dermaßen evident, dass ich es zuvor nicht für nötig gehalten habe, darauf nochmal gesondert eingehen zu müssen.
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#4 LupdejuppAnonym
  • 19.12.2020, 13:05h
  • Antwort auf #3 von Legat
  • Und wenn für dich deine Geburtsmerkmale wie Sexualität, Hautfarbe und Nationalität wichtigere Identitätsfaktoren sind als die durch freien Willen geprägten Identitätsfaktoren betrifft dies in erster Linien ausschließlich dich und deine Identität.

    "Queere Kultur" ist genausowenig ein Geburtsfaktor wie "Religiöse Kultur" sondern eine freiwillige, selbstentschiedene Teilnahme.
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#5 LegatAnonym
  • 19.12.2020, 14:01h
  • Antwort auf #4 von Lupdejupp
  • "Und wenn für dich deine Geburtsmerkmale wie Sexualität, Hautfarbe und Nationalität"

    Nationalität ist frei erfunden, daher kein Geburtsmerkmal und kann per Antrag im jeweiligen Land geändert werden.

    "wichtigere Identitätsfaktoren sind als die durch freien Willen geprägten Identitätsfaktoren betrifft dies in erster Linien ausschließlich dich und deine Identität."

    Dass Sexualität und Hautfarbe nicht wählbare Identitätsmerkmale sind, betrifft natürlich nicht nur mich, sondern alle, die evidente Fakten verstehen und akzeptieren können. Alternative Fakten existieren nicht und sind gleichbedeutend mit Ignoranz oder Lüge.

    ""Queere Kultur" ist genausowenig ein Geburtsfaktor wie "Religiöse Kultur" sondern eine freiwillige, selbstentschiedene Teilnahme."

    In diesen Artikel wird queer mit LGBTI gleichgesetzt. Das bedeutet, es geht hier um queer als Oberbegriff für sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten und eben nicht im Sinne einer Kulturausprägung, die in der Tat frei wählbar wäre. LBGTI sein ist jedoch nicht wählbar.

    Das alles ist dermaßen evident, dass ich mich langsam fragen muss, ob du diese Diskussion überhaupt ernst nimmst.
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#6 LupdejuppAnonym
  • 19.12.2020, 14:31h
  • Antwort auf #5 von Legat
  • Ahja, Überheblichkeit als Argumentationsfestigung, sehr originell...

    Selbstredend ist LGBTI nicht frei wählbar, habe ich ja deutlich ausgedrückt.. nur dann erkläre mir doch erstmal was eine "LBGTI" bzw geschlechtliche bzw. sexuelle Identität für dich bedeuten soll?

    In meinem Fall ist das:

    -cis-Mann
    -Schwul

    Ergo Geburtsmerkmale und natürlich daher von Geburt an Teil meiner Identität, jedoch in keinster Weise Merkmale anhand sich die Gesamtheit meiner Identität ableiten lässt, die ist ebendo geprägt durch meine freien Entscheidungen, äußeren Einflüssen, Erfahrungen, Informationen und Schlussfolgerungen.

    Wie gesagt, erklär mir doch bitte in deiner charmant amüsanten Art mal was eine "schwule Identität" mehr sein soll außer erstmal das Geburtsmerkmal "Homosexuell", was schlichtweg für sich genommen eben kein Rahmen für die eigene Identität ist.
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#7 LegatAnonym
  • 19.12.2020, 15:02h
  • Antwort auf #6 von Lupdejupp
  • Nichts kann überheblich sein, dass den Fakten entspricht.

    Ansonsten verweise ich zum nochmal drüber nachdenken auf meinen Beitrag #3:
    "Dass sich Persönlichkeiten aus mehreren Wahlidentitäten und Nicht-Wahlidentitäten zusammensetzen, ist selbstverständlich richtig"

    Es ist daher unsinnig von dir, immer wieder anzuführen, dass dein LGBTI-sein nicht die Gesamtheit deiner Identität ausmacht, denn ich habe dir in diesem Punkt bereits zugestimmt. Auch auf mich trifft das selbstverständlich zu.

    Nochmal: Eine Persönlichkeit setzt sich immer aus Wahlidentitäten und Nicht-Wahlidentitäten zusammen. Das ist evidenter Fakt.

    Mir geht es um die rechtliche und ethische Gewichtung. Nicht-Wahlidentitäten sind schon per Definition schützenswert, Wahlidentitäten nur bedingt und bei einer direkten Gegenüberstellung verliert immer die Wahlidentität.

    Wenn man denn möchte, kann man jetzt sicherlich abstruse Szenarien kreieren, bei denen das angeblich nicht so ist, aber das ändert nichts an diesem evidente Grundsatz.

    Dir fällt sicher ein solches abstruses Szenario ein, dann immer nur her damit.
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#8 LupdejuppAnonym
  • 19.12.2020, 15:24h
  • Antwort auf #7 von Legat
  • Wo hab ich ein abstruses Szenario angeführt bzw woher die Annahme ich bräuchte eines für meine Argumentation? Was genau willst du mir egtl unterstellen? Wenn du keinerlei Interesse an einem Austausch haben solltest sondern nur eine Echokammer suchst dann sag das doch einfach und gut ist.

    Der Punkt wo wir auseinander gehen ist warum die frei gewählte Identität per se nicht erstmal gleichermaßen schützenswert sein soll wie eine nicht-wahlidentiät. Ohne diesen Schutz engst du den Rahmen der eigenen Identität ja nur wieder nur auf Geburtsmerkmale ein.

    Und jetzt bitte auch keine "abstrusen Szenarien" kreieren, das der Schutz bei allen Identitäten dort aufzuhören hat wo er andere schädigt ist klar, jedoch hier nicht das Thema.
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#9 LegatAnonym
  • 19.12.2020, 16:06h
  • Antwort auf #8 von Lupdejupp
  • "Wo hab ich ein abstruses Szenario angeführt bzw woher die Annahme ich bräuchte eines für meine Argumentation? Was genau willst du mir egtl unterstellen? Wenn du keinerlei Interesse an einem Austausch haben solltest sondern nur eine Echokammer suchst dann sag das doch einfach und gut ist."

    OK, in Ordnung, keine Unterstellungen und rethorischen Spitzen mehr. Ich habe mich dazu verleiten lassen, da ich in der Tat Zweifel hatte, ob du die Diskssion ernst nimmst und ich dich damit aus der Reserve locken wollte. Von meiner Seite aus Haken dran!

    "Der Punkt wo wir auseinander gehen ist warum die frei gewählte Identität per se nicht erstmal gleichermaßen schützenswert sein soll wie eine nicht-wahlidentiät. Ohne diesen Schutz engst du den Rahmen der eigenen Identität ja nur wieder nur auf Geburtsmerkmale ein."

    Dazu verweise ich auf meinen Kommentar #1:
    "Hier also vereinfachend von "Identitäten" zu sprechen, ist irreführend, anmaßend und sogar gefährlich, da hierdurch suggeriert wird, Religiosität sei gleichwertig schützenswert wie Queerness. Was dann passiert, sehen wir ständig. Queerness wird gegen Religiosität abgewogen, meistens gewinnt aus Tradition die Religiosität und heutzutage auch manchmal Queerness."

    Als Beipspiel ausgedrückt: Wenn dich dein Chef rausschmeißen möchte, weil er dich gemäß seiner fundamentalistisch-katholischen Wahlidentität für einen Sünder hält, da du unter andererem die Nicht-Wahlidentität Schwuler Cis-Mann besitzt, so muss bei einer Abwägung dein Chef ethisch und moralisch immer den Kürzeren ziehen, da er sich seine religiöse Wahlidentität aussuchen kann, du dir deine sexuelle und geschlechtliche Nicht-Wahlidentität jedoch nicht.

    "Und jetzt bitte auch keine "abstrusen Szenarien" kreieren, das der Schutz bei allen Identitäten dort aufzuhören hat wo er andere schädigt ist klar, jedoch hier nicht das Thema."

    Korrekt! Daher verzeihe mir bitte, dass ich ein ebensolches Beispiel bringen musste. Dies soll jedoch lediglich der Erklärung dienen, worauf ich von Anfang an hinaus möchte.
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#10 LegatAnonym