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Kommentare zu:
Latzel-Gemeinde droht mit Abspaltung von Landeskirche


#51 Dante-ZitatAnonym
#52 MehrheitAnonym
  • 22.12.2020, 19:58h
  • Antwort auf #17 von ChrisN
  • "Warum müssen ausgerechnet wir, die wir schwul sind, daran verzweifeln und allen anderen ist es egal?"

    Zuerst, ohne Dich kritisieren zu wollen - einfach nur der Korrektheit wegen, muesste es richtig heissen:
    "..., die wir NATUERLICH (also von Geburt an, ohne willentliche Entscheidung) schwul sind,..."; die Entscheidung, bzw. die kirchlichen Regeln sind allesamt BEWUSST und entgegen aller Vernunft und wissenschaftlicher Erkenntnisse aufgestellt worden, bzw. werden trotzdem weiter beibehalten.

    Jetzt zu dem 'Restlichen', dem "allen anderen ist es egal":
    Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: weil wir die Minderheit sind. Ich habe mich, aus pers. 'Betroffenheit', laenger ueber Psychotherapie (bzgl. Depr.) informiert; u.a. wurde als Ziel genannt, dass man wieder dazu befaehigt werden soll, selbststaendig den Alltag und auch die Arbeit bewaeltigen koennen soll, sowie wieder zur 'Teilnahme am gesellschaftlichen Leben' gebracht werden soll.
    Gerade beim Punkt, 'Arbeit' (aber auch gesellschaftliche Aspekte, die damit im Zusammenhang stehen) sehe ich ein/das Problem:
    Ich sehe da irgendwie einen Widerspruch darin, Teil eines 'Systems' sein zu sollen, dass zu einem gehoerigen Teil die Probleme ueberhaupt verursacht, wegen denen man eine Therapie benoetigt, und dann wird in dieser Therapie versucht, den Patienten dazu zu befaehigen, DOCH wieder Teil dieser 'problemverursachenden' Gesellschaft/Arbeitswelt zu werden.
    Anstatt, zumindest zu einem Teil, die Gesellschaft zu veraendern, was ja bspw. angesichts des Klimawandels, und des daraus notwendigen Wandels der Konsumgesellschaft dringendst noetig ist, wird versucht die Patienten so 'zurechtzubiegen', dass sie (wieder) 'wertvolle Mitglieder der [Arbeits-/Konsum-]Gesellschaft' werden.
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#53 TherapiegeschädigtAnonym
  • 22.12.2020, 20:42h
  • Antwort auf #52 von Mehrheit
  • Stichwort "zurechtbiegen": Du sprichst da ein sehr wichtiges Thema an, das oft nur hinter vorgehaltener Hand besprochen wird. Offiziell soll Psychotherapie den Betroffenen "helfen", in Wirklichkeit geht es jedoch hauptsächlich darum, "Störungen der Funktionsfähigkeit" zu beseitigen. Dadurch wird nicht etwa anerkannt, dass eine Person berechtigte Gründe für ihre Erkrankung hat, sondern der Person wird eine "Störung" attestiert, die dann, z.B. durch Verhaltenstherapie, wieder so weit "ausgebügelt" werden soll, dass die Menschen wieder funktionieren. Und zwar so, wie sie niemals ihrer Persönlichkeit entsprechend funktionieren KÖNNEN.

    Nur ein Beispiel: ich wurde 1982 mit 17 auf einer Klassenfahrt von 4 Mitschülern nachts im Tiefschlaf homophob überfallen. Seitdem habe ich extreme Schlafstörungen und jede (!) Nacht Alpträume, also eine klassische Posttraumatische Belastungsstörung. Mein (Einzel-)"Therapeut" meinte dazu nur, ich sei immerhin selbst dafür verantwortlich gewesen, da ich "ja anders gewesen sei". Und was ich denn hätte, Klassenkeile bekäme doch jeder mal? In einer Gruppentherapie bekam ich als einzige Antwort "Aber heute ist das doch gar nicht mehr so - ihr dürft doch jetzt sogar heiraten!" (das war 2016 - finde den Fehler). Der Patient vor mir, Opfer eines Banküberfalls, wurde hochgradig bedauert. Die Todesängste, die ich damals durchstand, und die, die ich seitdem jede Nacht nach-erlebe, wurden lediglich mit einem "Aber ihr dürft doch heute heiraten" abgetan.

    Als ich der Psycho-Gruppe antwortete, dass es auch heute noch massivste Queerfeindlichkeit gibt, was man z.B. täglich auf Queer.de nachlesen könne, bekam ich doch glatt als Antwort, dass ich Queer.de dann eben nicht mehr lesen solle - dann hätte ich auch keine Probleme mehr. Als ich diesen Vorschlag als nicht sinnvoll ablehnte, bekam ich fachlicherseits attestiert, ich sei nicht teamfähig, weil ich die gut gemeinten RatSCHLÄGE der Mitpatient_innen nicht annehmen würde.

    Also, keinerlei Empathie für uns als Minderheit; unverschämte Vorwürfe, man sei doch selbst schuld gewesen bzw. man solle sich doch heute nicht mehr so anstellen und Probleme, falls es die denn überhaupt noch gäbe, gefälligst ignorieren.

    Das alles zum Wohl der "Arbeitsfähigkeit".
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#54 CriosdanAnonym
  • 23.12.2020, 11:01h
  • Bibeltreu? Ahja? Steinigen die auch Nichtgläubige? Tragen kein Mischgewebe? Steht alles in der Bibel.
    Oder sind die nur "bibeltreu" wenn es um Homosexualität geht?
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#55 CisMeAnonym
  • 23.12.2020, 11:51h
  • Antwort auf #54 von Criosdan
  • Das Ganze geht vermutlich über die religiotische Kriminalisierung von Homosexualität hinaus und ist viel schlimer:

    Solche Gestalten sind immer nur dann wirklich "bibeltreu", wenn es darum geht, ihre Vormachtstellung zu zementieren. Alles andere wird schnell zu "Symbolik" erklärt.

    Ein für mich widerlicher Haufen.
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#56 Weiß netAnonym
  • 14.01.2021, 11:58h
  • Antwort auf #6 von Akonni
  • Da hast du absolut recht. Ich bin selber bibeltreu und heterosexuell. Aber im Leben würde mir nicht einfallen, jemanden aufgrund seiner Sexualität herabsetzen. Wenn überhaupt, dann wäre dies die Aufgabe Gottes,und er setzt auch keinen herab. Ich bin mir unendlich sicher, dass er uns alle aus tiefsten Herzen liebt, ob schwul oder hetero
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