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Heimkino

Weihnachts-Horror mit der "Kernfamilie"

Für kurze Zeit kostenlos im Salzgeber Club: Im bewegenden Film "1985" reist ein junger New Yorker erstmals nach drei Jahren wieder zu seinen strenggläubigen Eltern, um sich als schwul und HIV-positiv zu outen.


In ausdrucksstarken Schwarz-weiß-Bildern fängt Yen Tan die Schwierigkeit eines Coming-outs im christlich-evangelikalen Familienkreis Mitte der Achtzigerjahre ein (Bild: Edition Salzgeber)

Weihnachten 1985 im Bible Belt von Texas. Der junge und erfolgreiche New Yorker Werbeagent Adrian Lester kehrt zum ersten Mal nach drei Jahren in sein altes Zuhause zurück. Bisher hat er seinen strenggläubigen Eltern nicht gesagt, dass er schwul ist.

Vater Dale ist Vietnamveteran und hält konservative Werte hoch. Mutter Eileen versteckt ihre Liebe hinter einer perfekten Haushaltsführung. Adrians pubertärer Bruder Andrew protestiert derweil gegen das Verbot weltlicher Musik und hört heimlich Madonna.

Bewegendes Familiendrama und zärtlicher Brüderfilm


Die Edition Salzgeber hat "1985" mit deutschen Untertiteln auf DVD und als Video on Demand veröffentlicht

Zwischen Tischgebeten und anderen Feiertagsritualen ringt Adrian mit sich: Er will endlich offen sprechen mit seinen Eltern reden. Über sein Schwulsein und darüber, dass dies sein letzter Besuch bei ihnen sein könnte…

In ausdrucksstarken Schwarz-weiß-Bildern fängt US-Filmemacher Yen Tan die Schwierigkeit eines Coming-outs im christlich-evangelikalen Familienkreis Mitte der Achtzigerjahre ein – und die Hilflosigkeit gegenüber dem frühen Wüten von Aids. Die Erzählung wird von der subtilen Darstellung des "Gotham"-Stars Cory Michael Smith und Curtis Heaths zurückhaltenden Klavier-Score getragen.

"1985" ist ein zu Tränen rührendes Zeitstück, das in jenem Jahr spielt, in dem mit "Buddies" der erste Spielfilm über die Aids-Epidemie überhaupt gedreht wurde. Ein bewegendes Familiendrama und ein zärtlicher Brüderfilm, der erschüttert und zugleich ungeheure Hoffnung spendet.

Die Edition Salzgeber zeigt "1985" noch bis zum 31. Dezember 2020 kostenlos auf ihrer Homepage. (cw/pm)

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer
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Infos zum Film

1985. Drama. USA 2018. Regie: Yen Tan. Darsteller: Cory Michael Smith, Virginia Madsen, Michael Chiklis, Jamie Chung. Laufzeit: 85 Minuten. Sprache: englische Originialfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 0. Auf DVD und vom 24. bis 31. Dezember 2020 kostenlos als Video on Demand im Salzgeber Club


#1 Alexander_FAnonym
  • 25.12.2020, 22:59h
  • Danke für den Tipp, liebe queer.de-Redaktion! Schon weil der Titel mein Geburtsjahr ist, muss ich mir das ansehen.
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#2 lindener1966Profil
  • 26.12.2020, 14:22hHannover
  • Sehr schöner Film. Die schwarz-weiß-Ästhetik trägt zur melancholischen Grundstimmung bei. Vom selben Autor ist übrigens auch "Pit Stop".
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#3 Alexander_FAnonym
  • 27.12.2020, 02:08h
  • Nachdem ich den FIlm gesehen habe, möchte ich mir mal eine kleine Kritik erlauben. Der Film ist tatsächlich ein recht beklemmendes, melancholisches Kammerspiel, das Spiel ist überzeugend und auch die Botschaft ist irgendwie doch recht positiv.
    Von Horror kann aber wirklich keine Rede sein, und mit Verlaub weiß Yen Tan wohl wirklich nicht, was ein Aufwachsen in einer christlich-fundamentalistischen Familie heute bedeutet, geschweige denn im Bible-Belt in den 80ern.
    Wenn das, was da gezeigt wird, nämlich das Schlimmste sein soll, was man sich vorstellen kann, muss man schon von Verharmlosung sprechen.
    Netter Versuch, aber bitte beim nächsten Mal mehr Gespräche mit Zeitzeugen im Vorfeld und mehr Schonungslosigkeit.
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#4 _valkyrie_Anonym
  • 28.12.2020, 11:01h
  • Antwort auf #3 von Alexander_F
  • Schade, du hast den Film wohl leider nicht richtig verstanden. Auch wenn die konservative/religiöse Haltung der Eltern eine wichtige Rolle spielt, ist sie nicht das Hauptthema. Im Mittelpunkt steht *Spoiler?* die AIDS-Erkrankung von Adrian und damit verbunden natürlich auch der Wunsch, offen und ehrlich mit seiner Familie über sich, sein Leben, seine Verluste und Ängste sprechen zu können.

    Ich finde es eine kongeniale Idee von Yen Tan, die Handlung im alten Zuhause der Hauptfigur anzusiedeln, da sich hier ganz andere Möglichkeiten zum Geschichtenerzählen ergeben im Vergleich zu vielen anderen Filmen mit diesem Schwerpunkt, die im Epizentrum spielen.

    Die Kritik am Regisseur trifft nicht zu, da er eben nicht einen möglichst dokumentarischen Film über das Thema religiöse Homophobie drehen wollte. Zudem ist die Welt nicht schwarz oder weiß. Zwischen total aufgeklärten und liebenden Eltern auf der einen und bigotten, hassenden Eltern auf der anderen Seite gibt es viele Schattierungen. Auf diese Perspektive hat Yen Tan bei seinem Drehbuch zurückgegriffen, was sich auch positiv auf den Spannungsbogen der Geschichte auswirkt.
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