Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37832

Katholische Kirche

Bischof Bätzing will gleichgeschlechtlichen Sex erlauben

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing hat sich für weitreichende Reformen in der katholischen Kirche ausgesprochen – u.a. will er den Katechismus beim Thema Homosexualität ändern.


Der Limburger Bischof Georg Bätzing ist seit dem 3. März 2020 Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (Bild: Bistum Limburg)

Gleichgeschlechtlicher Sex soll nach den Vorstellungen von Deutschlands oberstem Katholiken keine Sünde mehr sein. In einem historischen Interview mit der Kirchenzeitschrift "Herder Korrespondenz" (Januarausgabe) sprach sich Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), dafür aus, den Katechismus in Fragen der Homosexualität zu ändern. Zuerst berichtete die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) darüber.

Der 1992 von Papst Johannes Paul II. herausgegebene "Weltkatechismus" regelt die Grundfragen des Glaubens in der römisch-katholischen Kirche. Demnach ist es zwar keine Sünde, homosexuell zu sein – Lesben und Schwulen sei ohne Diskriminierung und mit "Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen". Gleichgeschlechtlicher Sex wird allerdings als "in sich nicht in Ordnung" verurteilt.

Bätzing auch für Segnung homosexueller Paare

In dem Interview sprach sich Bätzing auch – wie bereits im Mai – für kirchliche Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren sowie von geschiedenen Menschen aus. "Wir brauchen hierfür Lösungen, die nicht nur im Privaten greifen, sondern auch eine öffentliche Sichtbarkeit haben – aber deutlich machen, dass keine Ehe gestiftet wird", so der Limburger Bischof. Solche Segnungen seien möglicherweise ohne eine offizielle Anerkennung aus dem Vatikan machbar.

Gegenüber der "Herder Korrespondenz" unterstützte der DBK-Vorsitzende auch die Forderung, das Verbot der Diakonen- und Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche zu beenden. Um weiterreichende Veränderungen zu diskutieren, hält er ein neues gesamtkirchliches Konzil für denkbar.

Im vergangenen Jahr warnte Bätzing noch vor einer Kirchenspaltung

Georg Bätzing ist seit dem 3. März als Nachfolger von Reinhard Marx Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er hatte immer wieder weltoffene Kräfte in der katholischen Kirche unterstützt. 2018 stellte er sich etwa hinter Ansgar Wucherpfennig (queer.de berichtete). Der Jesuitenpater war vom Vatikan von seinem Posten an der Spitze der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main geschasst worden, weil er eine stärkere kirchliche Anerkennung von Lesben und Schwulen gefordert hatte. Nach Protesten nahm der Vatikan fünf Wochen später die Entlassung zurück (queer.de berichtete).

Wegen seiner vergleichsweise offenen Haltung musste Bätzing auch die Häme von Homo-Hassern über sich ergehen lassen. Im Mai letzten Jahres tauchten etwa in seiner Heimatstadt Limburg homophobe Flyer auf, in denen Bätzing vorgeworfen wurde, sich vor der "Homo-Lobby" zu "bücken" (queer.de berichtete). Anlass war lediglich eine mit Unterstützung des Bischofs gegründete Arbeitsgruppe, die über Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare "ergebnisoffen" diskutieren sollte.

Nioch vor einem Jahr lehnte es der Bischof trotz seines liberalen Rufes ab, am Verbot von Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare zu rütteln, und begründete dies mit Treue zum Vatikan: "Wenn der Bischof Georg sagt, in Limburg gibt es Segensfeiern für Homosexuelle, dann gibt es morgen den Bischof Georg nicht mehr, weil der Heilige Vater sagt, dass der Bischof nicht mehr die Verbindung zur Kirche hat", meinte Bätzing im August 2019 gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er wolle eine Spaltung der Kirche verhindern (queer.de berichtete). (cw)



#1 Sven100Anonym
  • 28.12.2020, 13:03h
  • Ein weiteres Beispiel dafür, dass die katholische Kirche als Volkskirche taktieren muss, damit es nicht zu weiteren Kirchenaustritten kommt: Bischof Bätzing bedient den Mainstream, der im Jahre 2020 schwule und lesbische Paare akzeptiert, Bischof Oster ist der Mann fürs Grobe, der aus seiner dunklen Ecke im tiefsten Niederbayern den erzkonservativen Flügel der Kirche bei Laune halten muss.
    Mit Glauben hat das alles nichts zu tun. Es geht um das Geld der Kirchensteuerzahler.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AthreusProfil
  • 28.12.2020, 13:09hSÜW
  • Ich vermute, Bätzing und Oster sind keine Freunde und werden es auch nicht mehr. Davon abgesehen ist diese Nachricht, in direkter Folge auf die der Hasspredigt vom Sonntag, doch der beste Beweis für die Schizophrenie der katholischen Kirche einerseits und die selbstgefällige und ideologische Auslegung der Bibel bestimmter Kirchenfürsten andererseits. Während die einen die Sodomiten verdammen, wollen die anderen Segnungen und Sex erlauben; letzteres ansich schon an Lächerlichkeit kaum überbietbar. Und das alles nur, sofern man Bätzing echtes Wohlwollen und geistigen Fortschritt unterstellen möchte und nicht von einer Kampagne zur Erhaltung des deutschen Kirchenkapitals ausgeht, wie ich es tue.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 MichaelTh
  • 28.12.2020, 13:23h
  • Wer ist er denn, dass er in der Position wäre, mir etwas "erlauben" zu können?

    Auch ohne seine "Erlaubnis" hab ich seit fast 40 Jahren Sex!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AlexAnonym
  • 28.12.2020, 13:55h
  • Antwort auf #3 von MichaelTh
  • Natürlich gilt die Erlaubnis nur für gläubige Katholiken. Der Rest lacht ja schon seit Jahrzehnten über diesen Verein von Klemmschwestern. :D

    Die sind halt von der, aus ihrer Wahrnehmung vermeintlich vorhandenen, Wichtigkeit erfüllt. Leider ist da auch noch etwas dran, wenngleich nicht auf direktem Wege, sondern über die Ecke der ganzen Prediger, die das Urteil der Kirche als Rechtfertigung für ihre eigenen Hassbotschaften und -handlungen verwenden.

    Sollen ruhig mal machen. Vielleicht schaffen die Kirchen es ja innerhalb der nächsten hundert Jahre, die über 2 Jahrtausende angesammelte Verachtung abzubauen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 snowAnonym
#6 swimniAnonym
  • 28.12.2020, 17:16h
  • die kath. kirche, eine sich längst ins gesellschaftliche abseits manövrierte sterbende, gibt sich zweifelhaft generös. mich schaudert, während ich den artikel lese.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Ralph
  • 28.12.2020, 17:26h
  • Antwort auf #3 von MichaelTh
  • Ich hatte Sex sogar schon als Fünfjähriger - mit der Nonne, die den kath. Kindergarten leitete. Aber das nur am Rande. Diese Kuttenträger glauben halt allen Ernstes, dass ihre "Gesetze" irgendwen außerhalb einer relativ kleinen Gruppe von Fanatikern, die wirklich annehmen, Sex sei außer zur Fortpflanzung des Teufels, kümmern. Die sind fast allen Menschen egal, auch den allermeisten Katholiken. Das Problem ist, dass diese eitlen Wichtigtuer nach wie vor gar nicht so erfolglos sind, ihre "Gesetze" der Politik aufzuschwatzen. Das war ja auch der Hauptgrund, weshalb die Eheöffnung so lange verzögert und vorher die Abschaffung des § 175 so lange hinausgeschoben wurde. Kein Wunder in einem Staat, dessen oberstes Gericht festgestellt hat, die Lehren der Kirchen seien Grundlage staatlicher Gesetzgebung, und ein besonders prominenter Verfassungsrichter den Unfug erfunden hat, der Staat lebe von Voraussetzungen, die er selbst nicht geschaffen habe und nicht schaffen könne (womit er meinte, dass die Kirchen sie geschaffen haben). Übrigens verschwendet Bätzing offenbar keinen Gedanken an die Frage, wie das gehen soll: Die selbe Kirche, die in Afrika, der Karibik und in Polen dreckigste Hetze gegen Schwule und Lesben treibt, soll sie in Deutschland segnen? Für wie blöd hält der Mann uns eigentlich?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FinnAnonym
  • 28.12.2020, 18:50h
  • Vielleicht sollte ihm mal jemand erklären, dass seine Erlaubnis gar nicht notwendig ist.

    Es genügt, wenn die am Sex beteiligten das alle einvernehmlich tun und niemand zu etwas gezwungen wird.

    Da ist von niemandem sonst die Erlaubnis notwendig - am allerwenigsten von irgendwelchen Popen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 LächerlichAnonym
  • 28.12.2020, 19:03h
  • 1. Seine Zustimmung ist nicht erforderlich.

    Nicht nur, weil prinzipiell keine Zustimmung anderer für unser Leben, unsere Liebe und unsere Sexualität notwendig ist.

    Sondern auch, weil Mitglieder der Kinderschänder-Sekte, die auch im Jahr 2020 noch so viel ihrer Verbrechen wie möglich vertuschen will (siehe Kardinal Woelki in Köln), generell keinerlei moralische oder sonstige Instanz sind.

    2. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Er alleine kann gar nichts ändern.

    3. Es gibt immer mal Mitglieder dieses Vereins (inkl. des Anführers, der sich "Papst" nennt), die versuchen, fürs Image Kreide zu fressen. Aber sobald das dann aus den Schlagzeilen raus ist, passiert gar nichts und diese Leute werden plötzlich sehr still oder behaupten sogar plötzlich das genaue Gegenteil.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Und selbst wennAnonym
  • 28.12.2020, 19:14h
  • Antwort auf #9 von Lächerlich
  • Und selbst wenn das keine reine Marketing-Aktion wäre, weil immer mehr Menschen diesem Verein den Rücken kehren, sondern selbst wenn das ernst gemeint wäre, käme das viel zu spät und nur unter Druck.

    Und würde nicht ungeschehen machen, was die die letzten Jahrzehnte (und Jahrhunderte) angerichtet haben.
  • Antworten » | Direktlink »