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Jahresrückblick, Teil 3

In Memoriam 2020

2020 mussten wir uns von vielen lieb gewonnenen Menschen verabschieden. Wir erinnern an die Persönlichkeiten, die einen beträchtlichen Einfluss auf die LGBTI-Community gehabt haben.


Wir gedenken der Verstorbenen des Krisenjahres 2020 (Bild: JackPeasePhotography / flickr)

Timothy Ray Brown (1966-2020)


(Bild: privat)

Der als "Berliner Patient" berühmt gewordene Amerikaner Timothy Ray Brown ist als erster HIV-positiver Mensch bekannt geworden, der als geheilt galt. Er hatte sich 2007 in der Bundeshauptstadt einer Stammzell-Transplantation unterzogen – und danach konnte das Virus nicht mehr in seinem Körper nachgewiesen werden.

Ash Christian (1985-2020)

(Bild: Cranium Entertainment)

Der schwule Schauspieler, Regisseur und Produzent ist bei einem Mexikourlaub überraschend an einem Herzinfarkt gestorben. Der Gründer der Indiefilmschmiede Cranium Entertainment wurde nur 35 Jahre alt.

Chi Chi DeVayne (1985-2020)

(Bild: Logo)

2016 bezauberte Chi Chi DeVayne in der achten Staffel von "RuPaul's Drag Race" erstmals das queere Publikum. Zavion Michael Davenport, der Künstler hinter der Diva, starb im Alter von nur 34 Jahren im August an den Folgen einer Lungenentzündung – und hinterließ eine tiefe Lücke in der amerikanischen Drag-Szene.

Mona Foot (1969-2020)


Seit Ende der Achtzigerjahre bezauberte Nashom Wooden als Dragqueen Mona Foot die New Yorker Szene – und galt schon zu Lebzeiten als Legende. Wooden erlag während der ersten Corona-Welle den Folgen einer Covid19-Infektion.

Roman Heart (1986-2020)


Roman Heart gewann 2006 den Porno-Oscar "GayVN Award" und gehörte für eine Generation von schwulen Männern zu den bekanntesten Objekten der Begierde. Er starb im Alter von nur 33 Jahren. Die Todesursache wurde nie bekanntgegeben.

Roy Horn (1944-2020)


Mit Roy Horn, einer Hälfte von "Siegfried & Roy", ist dieses Jahr wohl einer der bekanntesten offen schwulen Männer der Welt gestorben. Jahrelang waren er und seine Tiger der Inbegriff des Las-Vegas-Entertainment. Im Oktober 2003 wurde Horn von seinem Lieblingstiger lebensgefährlich verletzt und litt seither unter den Folgen der Attacke. Horn starb im Mai an den Folgen einer Covid19-Infektion.

Markus Klaer (1968-2020)

(Bild: CDU)

Markus Klaer war ein Vorkämpfer für LGBTI-Rechte in der CDU: Der ehemalige Landesvorsitzende der Lesben- und Schwulen in der Union (LSU) hatte während seiner Zeit beim Militär den Arbeitskreis "Schwule Soldaten in der Bundeswehr" gegründet und war die letzten Jahre als Abgeordneter im Berliner Landesparlament aktiv. Er starb im Alter von nur 51 Jahren überraschend an den Folgen einer Lungenentzündung.

Larry Kramer (1935-2020)
Er galt als einer der wichtigsten Stimmen der Community: Der New Yorker Larry Kramer war sein Leben lang LGBTI-Aktivist – und gründete unter anderem die Aids-Gruppe "Act Up" mit. Als Autor von Stücken wie "The Normal Heart" bewegte er Millionen von Menschen weltweit. Kramer starb an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde 84 Jahre alt.

Jörn Kubicki (1965-2020)



Bei Wahlsiegen seines Ehemannes Klaus Wowereit war Jörn Kubicki stets an seiner Seite – und machte den Deutschen damit klar, dass ein Regierungschef nicht immer eine "First Lady" haben muss. Der Berliner, der seit Jahren unter der Atemwegserkrankung COPD litt, starb im März an den Folgen einer Covid19-Infektion.

Terrence McNally (1938-2020)


Der "Barde des amerikanischen Theaters" erhielt für seine Werke unter anderem fünf Tonys und einen Primetime Emmy Award. Mit seinen opernhaft-grotesken und teilweise autobiografischen Theaterstücken bestimmte der schwule Künstler über sechs Jahrzehnte lang die amerikanische Kultur mit. Terrence McNally wurde 81 Jahre alt. Er litt unter der Atemwegserkrankung COPD und starb im März, nachdem er sich mit dem Corona-Virus infiziert hatte.

Gerhard Meir (1955-2020)

(Bild: Screenshot muenchen.tv)

Dem schwulen Starfriseur aus München vertrauten Promis und Politiker*innen. Er ging im September eines Abends schlafen und wachte nicht mehr auf – Gerhard Meir wurde 65 Jahre alt.

Marie-Luise Nikuta (1938-2020)
Die Karnevalssängerin Marie-Luise Nikuta verörperte wie keine andere die Kölsche Toleranz. Sie komponierte und sang von 1977 bis 2016 nicht nur fast jährlich das Mottolied des Kölner Karnevals, sondern unter anderem auch das CSD-Lied "Liebe Deine Nächsten". Bei Events von karnevalsaffinen queeren Menschen war sie praktisch immer dabei. Nikuta starb im Alter von 81 Jahren in einer Seniorenresidenz.

Sean Reinert (1971-2020)
Wer an offen schwule Musiker denkt, denkt in der Regel nicht gleich an Heavy Metal: Doch in diesem Genre war Sean Reinert ein Gigant – als Schlagzeuger in Bands wie Cynic, Death und Æon Spoke. Im Januar starb Reinert überraschend an den Folgen einer Herzkrankheit. Er wurde nur 48 Jahre alt.

Joel Schumacher (1939-2020)


"Falling Down", "Die Jury", "Der Klient", "Flatliners"… Joel Schumacher drehte insbesondere in den Neunzigerjahren einen Blockbuster nach dem anderen. Der Regisseur hatte in seinem Leben dazu noch viel Spaß – erst letztes Jahr erzählte er, dass er mit 10.000 bis 20.000 Männern Sex gehabt habe. Schumacher ist im Juni im Alter von 80 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.

Andreas Simon (1964-2020)

(Bild: KLuST)

Der langjährige Kölner Aktivist Andreas Simon verstarb im Frühjahr an den Folgen von Krebs. Simon war unter anderem einer der führenden CSD-Organisatoren in der Domstadt.

Volker Spengler (1939-2020)

(Bild: Studiocanal)

Bekannt wurde Volker Spengler mit seiner Hauptrolle im Fassbinder-Film "In einem Jahr mit 13 Monden". Danach bestimmte der offen schwule Künstler jahrzehntelang die deutsche Theater- und Filmszene mit. Spengler starb im Februar im Alter von 80 Jahren.

Aimee Stephens (1960-2020)

(Bild: Charles William Kelly / ACLU)

Aimee Stephens war in den letzten Jahren eine der führenden Figuren der Trans-Bewegung in den USA: Sie wehrte sich seit 2013, als sie nach ihrem Coming-out als trans von ihrem christlichen Arbeitgeber als Bestatterin gefeuert wurde. Ihren größten Erfolg erlebte sie nicht mehr: Sie starb einen Monat, bevor der Supreme Court Diskriminierung von trans Menschen im Arbeitsrecht verbot.

Kenzo Takada (1939-2020)



Kenzo Takada, einer der renommiertesten Modeschöpfer der Welt, ist in Frankreich an den Folgen einer Coronainfektion gestorben. Der Japaner zog früh nach Paris und wurde dort zum Weltstar.

Guido Vael (1947-2020)

(Bild: Münchner Aids-Hilfe)

Guido Vael war eine der prägendsten Figuren der Münchner Szene in den letzten Jahrzehnten. Seine Mitstreiter*innen von der Aidshilfe bezeichneten ihn in einer Abschiedsbotschaft als "rastlosen Kämpfer". Vael starb im Alter von 72 Jahren.

Udo Walz (1944-2020)

(Bild: Udo Walz Coiffeur)

Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel vertraute dem Berliner Starfriseur Udo Walz ihre Haare an – er war in den letzten Jahrzehnten Deutschlands bekanntester Coiffeur. Aus den Klatschseiten der Boulevardpresse war er praktisch nicht mehr wegzudenken. Er fiel nach einem Diabetes-Schock ins Koma und starb im Alter von 76 Jahren.

Markus Willeke (1967-2020)

(Bild: Aidshilfe Essen)

Der Essener Aktivist Markus Willeke ist Anfang März im Alter von nur 52 Jahren "nach längerer Krankheit friedlich eingeschlafen", teilte die lokale Aidshilfe mit. Der Diplom-Sozialarbeiter hatte seit 20 Jahren zum Team des Vereins gehört.

Am Mittwoch veröffentlichen wir die zehn bedeutendsten Coming-outs von 2020.



#1 GayofcultureAnonym
  • 29.12.2020, 10:26h
  • Danke, dass ihr an diese Promis erinnert. Hier noch drei, die auch prominent waren, aber leider vergessen wurden, RIP alle.

    Luis Zapata, Mexiko, Gay- Autor diverser Romane, einer der bedeutendsten schwulen Schriftsteller Lateinamerikas.

    de.m.wikipedia.org/wiki/Luis_Zapata

    John Fraser, britischer Filmschauspieler (El CID, Columbo etc.), outete sich 2004 als schwul, starb mit 89 Jahren).

    de.m.wikipedia.org/wiki/John_Fraser_(Schauspieler)

    John Sessions, britischer Komiker und Filmschauspieler, lebte offen schwul, starb mit 67 Jahren.

    de.m.wikipedia.org/wiki/John_Sessions

    Das waren jetzt noch drei, die mir einfielen, auch wenn die in Deutschland nicht so bekannt sind. Guten Rutsch euch allen!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ruhet in FriedenAnonym
  • 29.12.2020, 11:11h
  • Mögen sie in Frieden ruhen und niemals vergessen werden.

    PS:
    Auch da sind einige bei, die an Corona und dessen Folgen gestorben sind. Und dennoch leugnen das manche Menschen. Die müssen entweder sehr dumm oder sehr ignorant sein oder völlig den Verstand verloren haben.
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#3 Ralph
  • 29.12.2020, 11:25h
  • Mich erschreckt, dass so viele der angeführten Menschen jünger, teils deutlich jünger waren als ich.
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#4 JadugharProfil
#5 _valkyrie_Anonym
  • 29.12.2020, 17:39h
  • Schade, dass bei der Übersicht Phyllis Lyon nicht erwähnt wurde. Sie und ihre Frau Del Martin waren als Aktivistinnen und Feministinnen unermüdliche Wegbereitereinben für die Gleichstellung.
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#6 Thom_ass1973
  • 29.12.2020, 19:42h
  • Ruth Bader Gynsburg hätte eigentlich nicht fehlen dürfen!! Das kann man nur als "Fail" deklarieren!!
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#7 DramaQueen24Profil
  • 31.12.2020, 08:27hBerlin
  • Und ich möchte an all die jenigen erinnern, die unbekannt an Covid 19 oder/und Gewalt durch homophobe und transphobe Menschen starben. Sie alle fehlen uns!
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#8 GayofcultureAnonym
#9 DramaQueen24Profil
#10 DramaQueen24Profil