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#MeToo

Missbrauchsvorwürfe gegen schwulen Modeschöpfer Alexander Wang

Alexander Wang weist Vorwürfe, er habe schwule und trans Models sexuell missbraucht, als "grotesk falsch" zurück.


Alexander Wang wehrt sich entschieden gegen die Vorwürfe

Der amerikanische Modeschöpfer Alexander Wang sieht sich mit mehreren Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens konfrontiert. In sozialen Netzwerken hatten in den letzten Tagen mehrere schwule und trans Personen den 37-Jährigen beschuldigt, sich ihnen gegenüber ungebührlich verhalten zu haben. Der seit Jahren in New York City lebende Designer wies die Vorwürfe empört zurück.

Die meisten der Beschuldiger wollten ihre Identität öffentlich nicht preisgeben. Anders das englische Model Owen Mooney: der 26-Jährige erklärte gegenüber Medien, Wang habe ihn 2017 in einem Nachtclub im New York an den Penis gegriffen. "Ich war damals allein und dieser Typ neben mir hat offensichtlich ausgenutzt, dass sich niemand bewegen konnte", erzählte der 26-Jährige aus der Grafschaft Cambridgeshire. "Dann hat er mich von unten nach oben begrapscht: Er ist am Bein hochgegangen und hat dann meinen Penis gegriffen. Ich war vor Schock wie gelähmt."

Auch trans Model Gia Garison behauptete, dass Wang sie in einem Club begrapscht habe: "Er hat versucht, mein Höschen runterzuziehen und meine Genitalien im VIP-Bereich zu entblößen."

"Bin aufgewacht, als er mir Oralsex gab"

Zu den anonymen Anklägern gehört ein Mann namens Nick. Er erklärte, dass sich Wang zwei Mal an ihm vergangen habe: "Ich habe in einem Club das Bewusstsein verloren. Als ich aufgewacht bin, hat er mir einen runtergeholt. Das zweite Mal habe ich in einem Uber-Taxi das Bewusstsein verloren und bin aufgewacht, als er mir Oralsex gab. Mir ist das schrecklich peinlich und ich fühle mich manipuliert."

In sozialen Medien teilten viele die Vorwürfe und stellten sich hinter die mutmaßlichen Opfer – etwa die Instagram-Seiten "Diet Prada" und "Shit Model Management". Sie wiesen auch darauf hin, dass es bereits seit längerer Zeit anonyme Vorwürfe gegen Wang gebe.


Wang will Personen hinter Vorwürfen "zur Verantwortung ziehen"

Wang selbst dementiert sämtliche Vorwürfe. In einer Pressemitteilung erklärte er: "Die letzten Tage musste ich mir unbegründete und grotesk falsche Vorwürfe anhören." Für die Anschuldigungen gebe es keinerlei Beweise. "Ich habe mich nie auf so schreckliche Art verhalten und würde das auch nie tun. Ich will herausfinden, wer dahinter steckt und diese Personen zur Verantwortung ziehen."

Alexander Wang war 1983 in San Franicisco geboren worden und gründete nach seinem Umzug nach New York City 2005 sein eigenes Modelabel. Schnell stieg er zu einem der beliebtesten Nachwuchsmodeschöpfer auf. Von 2012 bis 2015 war er Chefdesigner von Balenciaga in Paris. Er engagiert sich auch seit Jahren in der LGBTI-Community. 2018 veröffentlichte er gemeinsam mit der Firma Trojan die limitierte Kondom-Edition "Protect Your Wang" (Wang ist im amerikanischen Englisch auch ein Kosename für Penis).

Wangs Mode wird von vielen international bekannten Stars getragen. Darunter befinden sich Megan Fox, Mary-Kate Olsen, Nicole Richie, Gwyneth Paltrow, Lady Gaga und Madonna. (cw)

Twitter / Madonna



#1 AthreusProfil
  • 04.01.2021, 14:01hSÜW
  • Merkwürdig, dass es so viele gibt, die Ähnliches berichten, was laut Wang "grotesk falsch" ist. Wenn man allerdings Missbrauchsvorwürfe erhebt, sollte man das zeitnah und nicht Jahre später tun und vor allem Anzeige bei der Polizei erstatten, statt anonym über die asozialen Medien Vorwürfe erheben.

    Und losgelöst davon, würde ich empfehlen, mal den eigenen Lebensstil zu hinterfragen, wenn man im Club und der Privattaxe das Bewusstsein verliert, denn von K.O.-Tropfen hat er ja weder gesprochen, noch die Vermutung geäußert.
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#2 swimniAnonym
  • 04.01.2021, 18:29h
  • Antwort auf #1 von Athreus
  • ich finde das echt überheblich und anmaßend, durch missbrauch beeinträchtigten menschen sagen zu wollen, wann sie sich gegen das vorgefallene zur wehr setzen sollen. das ist immer eine ureigene entscheidung. manche schaffen das ein leben lang nicht -davor hat man respekt zu haben.
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#3 LunaAnonym
#4 DramaQueen24Profil
  • 05.01.2021, 03:15hBerlin
  • Klassischer Fall von Aussage gegen Aussage, und der Frage, wer glaubwürdiger ist. Als Überlebende glaube ich den Opfern, weil niemand sich freiwillig einer Gerichtstortur aussetzen würde, wo man Opfer ungestraft mit Schmutz bewerfen darf, weil es der "Wahrheitsfindung" dient.
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#5 TheDadProfil
  • 05.01.2021, 13:25hHannover
  • Antwort auf #2 von swimni
  • Zu einem "öffentlichem Opfer" wird man erst wenn man Täter*innen zeitnah anzeigt..
    Das hat "Athreus" schon sehr deutlich aufgezeigt..

    Doch sehr viele Menschen haben offenbar viel mehr Angst davor ein solches "öffentliches Opfer" zu werden, als das anonyme Opfer zu bleiben, welches man ist, so lange man schweigt..

    Und genau dieses Schweigen setzt dann auch die gesellschaftlich falschen Zeichen..

    Man spielt selbst mit in einem System der Vertuschung..

    Ich finde es nach wie vor seltsam und absurd wenn sich nach Jahren plötzlich ganze Gruppen von Menschen zusammenfinden um sich dann plötzlich als "öffentliches Opfer" einer Person zu outen, anstatt gemeinsam eine gerichtliche Auseinandersetzung durch entsprechende Klagen zu suchen..

    Dafür startet man lieber eine "Kampagne" in den so genannten "sozialen Netzwerken", und schafft damit die Grundlage für die Vernichtung von Existenzen OHNE das gerichtlich geklärt ist ob hier "Missbräuche" stattgefunden haben..

    Ich halte das nach wie vor für den völlig falschen Weg..

    ""durch missbrauch beeinträchtigten menschen sagen zu wollen, wann sie sich gegen das vorgefallene zur wehr setzen sollen.""..

    GENAU DAS ist es aber was man Kindern und Jugendlichen durch offene und ausführliche Sexualaufklärung in den Kindergärten und Schulen beibringen muß, nämlich sich SOFORT zu wehren, SOFORT Hilfe zu suchen, und die Täter*innen SOFORT am Fortsetzen ihres Tuns zu hindern !

    Wie kann man also dann zu der Auffassung gelangen, es handele sich quasi um eine Art
    "eigene Entscheidung des Opfers"
    wann und wo man sich dagegen zur Wehr setzt ?

    Mal von der Absurdität der Art dieses "Wehrens" wie sie auch hier wieder vorliegt abgesehen, die niemandem nutzt, und damit zu nichts Nutze ist, außer einer Form der "persönlichen Rache"..
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#6 Dont_talk_aboutProfil
  • 05.01.2021, 19:43hFrankfurt
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • @Kollege TheDad

    Ich finde es immer eigenartig, wenn Leute davon ausgehen oder zumindest suggerieren, dass man den Wahrheitsgehalt solcher Vorfälle "gerichtlich klären" kann.

    Das Gericht ist natürlich in einem Rechtsstaat eine neutrale Instanz.
    Aber eine Aufklärung solcher Ereignisse ist schon rein naturwissenschaftlich nicht möglich. Richter sind ganz normale Menschen, die Regeln, die auf Papier festgehalten sind, auslegen und anwenden können. Sie haben keinen 7. Sinn. Wenn es vorher keine Beweise gibt, dann können diese auch nicht im Gerichtssaal entstehen.
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#7 andreAnonym
  • 06.01.2021, 13:06h
  • Hat immer einen Beigeschmack, wenn der angebliche Fehltritt des Täters Jahre zurück liegt. In dem Fall 2017. Offenbar war es dem angeblichem Opfer damals ganz angenehm. Er war wohl damals, neben Model, Firmengründer wenn man etwas googlt. Vielleicht wurde er jetzt bei Shows auch nicht mehr berücksichtigt und es war eine Rache-Aktion. Außerdem war es wohl immer in einem Club. Das Drogen im Spiel waren ist somit wahrscheinlich. Liest sich verdächtig wie "wie werde ich, durch einen Skandal und der damit verbundenen Erpressung reich." Ich kenne übrigens keine Schwulen, die sich nicht schon mal an irgendeinem Ort, wie Club, meist unter Drogen betatscht haben. Kenne ich. Ich will nicht behaupten, daß das nicht passiert ist, aber alles ist möglich.
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#8 TheDadProfil
  • 06.01.2021, 13:55hHannover
  • Antwort auf #6 von Dont_talk_about
  • Wie kommt man eigentlich auf solchen Unfug ?

    Eine gerichtliche Klärung hat mit dem was man gemeinhin als "Naturwissenschaft" versteht absolut nichts zu tun..

    ""Richter sind ganz normale Menschen, die Regeln, die auf Papier festgehalten sind, auslegen und anwenden können. Sie haben keinen 7. Sinn. Wenn es vorher keine Beweise gibt, dann können diese auch nicht im Gerichtssaal entstehen.""..

    Das stimmt..
    Doch dazu besehe man sich die vorliegenden Aussagen..
    Weder in der Disco noch im Taxi waren diese Opfer mit dem Beschuldigtem allein..

    Aber selbst das ist eigentlich irrelevant, ich will hier den Fall gar nicht bewerten, das liegt auch weder im Interesse der möglichen Opfer, noch des möglichen Täters..

    Aber wie kommt man eigentlich auf die absurde Idee das es eine
    "alleinige Entscheidung des Opfers"
    sei, so wie "swimni" das umschrieben hat, darüber zu entscheiden ob Straftäter*innen vor einem Gericht landen ?

    NOCH werden Urteile "Im Namen des Volkes", und nicht "im Namen des Opfers" gefällt, und damit bleibt als diese "autonome Entscheidung eines Opfers" AUSSCHLIESSLICH die Entscheidung darüber, ob man gegen Täter*innen ZUSÄTZLICH zu einem Strafprozess auch noch Zivilrechtlich vorgehen will übrig !

    Aber eine Entscheidung darüber ob Täter*innen mit ihrem Strafwürdigem Verhalten einfach mal so davon kommen, weil man sich als Teil einer Schweige-Mafia am Vertuschen solcher Taten beteiligt, GIBT ES NICHT !

    Deshalb gibt es mMn damit auch kein irgendwie geartetes "Recht" eines Opfers zunächst ein paar Jahre zu schweigen, um dann in "sozialen Netzwerken" ein Shitstorm über Täter*innen zu entfachen, oder sich wie hier in einer Art "Haberfeldtreiben" als Gruppe organisiert zu agieren NOCH BEVOR entsprechende Anklagen eingereicht und erhoben worden sind !

    Ich will hier jetzt auch keine Diskussion darüber führen ob dies denn wenigstens dann "erlaubt" wäre, wenn die Taten bereits verjährt wären, denn dann greift in meinen Augen wieder die Sache mit dem "jahrelangem beteiligen an einer Schweige-Mafia"..

    Diese Schweige-Mafia ist es nämlich, die dazu beigetragen hat das Sexualisierte Gewalt gegenüber vor allem Kindern z.B in der RKK immer noch stattfinden kann, denn diese Mafia ist eine Struktur, die nur entstehen konnte, weil sich Opfer an ihr beteiligt haben !
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#9 NachfrageAnonym
#10 Dont_talk_aboutProfil
  • 06.01.2021, 22:46hFrankfurt
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • @Kollege TheDad

    Ohne was zum konkreten Fall sagen zu können, muss man doch zwischen der Schwere eines Verbrechens mal etwas unterscheiden.

    Hier geht es nicht um Mord oder die Unzucht mit Minderjährigen, sondern um die sexuelle Ausnutzung einer Machtposition im privatwirtschaftlichen Bereich (ohne Gewaltandrohung etc.) gegenüber 18+. Das ist zu verurteilen, fällt aber eher in den Bereich Zivilrecht als Strafrecht. Das rechtfertigt keine Undercover-Ermittlungen der Polizei, die den Steuerzahler Unsummen kosten.

    Andererseits steht es dem Opfer selbstverständlich frei, selber zu entscheiden, ob/wann es darüber reden will. Es wäre ja völlig absurd, dem Opfer das (öffentliche) Reden darüber zu verbieten, nur weil es die ersten Jahre nicht darüber geredet hat.

    @Nachgefragt

    Geständnis gut und schön. Kommt aber selten, wenn der Täter weiß, dass seine Tat nicht mehr beweisbar ist. Zumal es hier ja auch nicht um eine wirklich "schwere Tat" geht, bei dem der Täter eine nicht erträgliche Schuld auf sich geladen hat.
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