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Kommentare zu:
Missbrauchsvorwürfe gegen schwulen Modeschöpfer Alexander Wang


#11 TheDadProfil
  • 07.01.2021, 14:31hHannover
  • Antwort auf #10 von Dont_talk_about
  • ""Andererseits steht es dem Opfer selbstverständlich frei, selber zu entscheiden, ob/wann es darüber reden will.""..

    Es gibt eine solche "freie Entscheidung zum Schweigen" nicht..
    Wer sich ein bisschen mit der Materie auskennt weiß das auch..
    Dazu kommt :
    Vor dem Hintergrund der Strafverfolgung ist diese Idee
    "man läßt sich erst einmal ein paar Jahre Zeit"
    exakt der Fakt, der dazuführt daß viele Taten verjährt sind, und gar nicht mehr verfolgt werden können..

    ""Es wäre ja völlig absurd, dem Opfer das (öffentliche) Reden darüber zu verbieten, nur weil es die ersten Jahre nicht darüber geredet hat.""..

    Ich habe gar nichts dagegen wenn darüber öffentliche Reden gehalten werden, auch und gerade von Opfern..
    Doch hier wie auch in vielen anderen Fällen die uns die Aktion MeeToo beschert hat zeigt sich dieses öffentliche Reden in einer Art "konzertierten Aktion", und diese dient zunächst dazu die Täter*innen in die Position des sich zu Verteidigenden zu drängen, weil man offenbar denkt, dadurch würden diese Täter*innen einknicken, und die möglichen Entschädigungen vor den Gerichten höher ausfallen..

    Was in den USA gar nicht Not tut, denn dort gibt es Exklusiv-Berichte direkt aus den Gerichtssälen, Teils mit Live-Übertragungen der Verhandlungen..

    Wozu also vor einem Prozess einen solchen öffentlichen Shitstorm entfachen ?

    Wo sind die Anzeigen ?
    Was sagen die Staatsanwaltschaften dazu ?

    Und was wenn sich später herausstellt, an den Vorwürfen ist gar nichts dran ?
    Dann ist diese Aktion hier nichts weiter als Rufmord..

    Es steht mMn Opfern nicht zu eine "persönliche Rachephantasie" auszuleben, bloß weil sich offenbar gerade eine Gelegenheit dazu ergibt..

    Wie erwähnt..
    JETZT anzeigen, die Täter*innen JETZT an der Fortsetzung ihres Tuns hindern, das ist es, was man Kindern und Jugendlichen lehren muß, um sie nicht in die Position zu bringen Opfer zu werden..

    Die Kampagne MeeToo ist eine schöne Idee..
    Doch in ihr liegt der Sprengstoff sich auch selber zu erledigen, nämlich dann wenn sich nur ein Fall vor den Gerichten in Luft auflöst, denn dann wird man den dort Aktiven nicht mehr glauben..

    Also darf es keine solchen Aktionen geben die sich mit Fällen beschäftigen die nicht schon an den Gerichten anhängig sind..

    Was dann Deine und die Auffassung von "swimni" angeht, man hätte als Opfer ein irgendwie geartetes Recht den Zeitpunkt einer Anzeige selber zu bestimmen, so muß man hier weiterhin konstatieren daß es sich um eine sehr merkwürdige Auffassung zur Rechtsprechung handelt, denn es ist garantiert nicht das Recht eines Individuums darüber zu befinden wann und ob Täter*innen angezeigt und vor Gericht gestellt werden !

    Dieses "Irrtum" kann man wohl auch nur begehen, wenn man die mehrfach verlängerten Verjährungsfristen von der falschen Seite aus betrachtet..
    Diese dienen nämlich nicht dazu die Hände in den Schoß zu legen, und sich zu sagen, dazu habe ich ja noch genug Zeit..
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#12 TheDadProfil
  • 07.01.2021, 14:38hHannover
  • Antwort auf #10 von Dont_talk_about
  • Kleiner Nachtrag..

    ""Geständnis gut und schön. Kommt aber selten, wenn der Täter weiß, dass seine Tat nicht mehr beweisbar ist. Zumal es hier ja auch nicht um eine wirklich "schwere Tat" geht, bei dem der Täter eine nicht erträgliche Schuld auf sich geladen hat.""..

    Weil in dieser Gesellschaft, und auch in vielen anderen Gesellschaften, immer noch die Auffassung herrscht sexualisierte Gewalt wäre so etwas wie eine "nicht wirklich schwere Tat", gestützt durch eine absurde Gesetzgebung die ich als Teil der "Vertuschungs-Kultur" ansehe, kommt man wohl immer wieder zu solchen absurden Auffassungen..

    Doch sexualisierte Gewalt wie sie hier im Artikel beschrieben ist stellt nichts anderes als eine Vergewaltigung dar !

    Dazu muß dann endlich in die Köpfe rein :
    Eine Vergewaltigung ist es nicht erst wenn ein Penis irgendwo eindringt, auch Frauen können Täterin sein, und Männer Opfer von Frauen werden !

    Das selbst hier Menschen unterwegs sind die das offensichtlich nicht Wissen zeigt deutlich auf wie groß die Defizite in dieser Gesellschaft sind..
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#13 swimniAnonym
  • 07.01.2021, 17:56h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • klar ist aufklärung und training wichtig, befürworte das.

    aber man kann nicht in das komplexe gefüge eines menschen hineinsehen, warum wieso weshalb er selbst probleme hatl, den missbrauch anzusprechen. es gibt ja missbrauch an babies, oft sind solche menschen, die gar nicht wissen, dass sie es erlebt haben völlig neben der spur...deine theorie in ehren, aber tu nicht so als ob alles immer so easy strukturiert ist...und gerade deshalb muss man von ureigenen entscheidungen sprechen, deren gründe oft unerkannt bleiben.
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#14 Dont_talk_aboutProfil
  • 07.01.2021, 21:38hFrankfurt
  • Antwort auf #12 von TheDad
  • @Kollege TheDad

    Ich rede hier nicht vom klassischen Missbrauch.

    Es geht mir um den Fall, dass zwei erwachsene Männer Sex miteinander haben, wobei der eine es aus sexueller Anziehung macht und der andere nicht weiß, wie er sich verhalten soll, weil eine berufliche Abhängigkeit besteht.

    Alternative kann die Initiative auch vom beruflich Abhängigen ausgehen oder von beiden.

    Wenn Du konsequent bist, musst Du alles als Straftat ansehen und Sex zwischen Leuten, die in irgendeinem beruflichen Verhältnis zueinander stehen, verbieten. In diese Richtung geht die allgemeine Moralvorstellung. Das ist vielen in unserer Community nicht klar, daher ist diese Diskussion so wichtig. Wir haben zwar die vollständige Gleichstellung erreicht. Andererseits werden die Vorstellungen immer prüder, so dass Sex außerhalb der traditionellen Paarbeziehung (mit einem Paar, das von seinem Status und folglich auch von seiner körperlichen Attraktivität immer gleicher wird) immer weiter zurückgedrängt wird.

    Ich kritisiere das ausdrücklich nicht. Auch ich bin ein Anhänger der Monogamie. Viele in unserer Community erkennen das aber nicht, da sie zu fixiert auf den Unterschied homo/hetero sind und damit die Veränderungen in der Sexualmoral übersehen.
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#15 TheDadProfil
  • 08.01.2021, 12:22hHannover
  • Antwort auf #13 von swimni
  • ""aber man kann nicht in das komplexe gefüge eines menschen hineinsehen, warum wieso weshalb er selbst probleme hatl, den missbrauch anzusprechen.""..

    Es geht hier gar nicht darum den Opfern irgendeine Mitschuld, in welcher Weise auch immer, aufzudrängen..
    Es geht darum den bestehenden Strukturen der Sexualisierten Gewalt, und dort ist es egal ob sie in "Kirchen", den Familien, oder im Sozialem Leben innerhalb einer Firma oder eines Anstellungsverhältnisses stattfinden, eine Gegen-Struktur zu installieren, und diese besteht daraus den Opfern SOFORT Hilfen zukommen zu lassen, denn diese von Dir hier angesprochenen "persönlichen Hemmnisse" der Opfer haben mit den bestehenden Missbrauchs-Strukturen, und der damit verbundenen bestehenden "Schweige-Kultur" zu tun..

    Das Menschen als Opfer Schweigen hat Gründe, diese Gründe liegen in den bestehenden Missbrauchs-Strukturen, und diese Gründe gilt es zu beenden, um die Strukturen zu beenden..
    Um dann SOFORT die Täter*innen haftbar zu machen..
    Und nicht erst nach Jahren des Leidens als Opfer..
    Man kann doch nicht allen Ernstes einem Opfer dieses "Schweigen" "erlauben", und dann sehenden Auges damit die Struktur schaffen, die es Täter*innen erlaubt beispielsweise die eigene Tochter über Jahre hinweg mit sexualisierter Gewalt zu überziehen ?
    Denn das machen Co-Täter*innen, wenn sie als Mütter oder Väter gegen die sexualisierte Gewalt ihrer Partner*innen an ihren Kindern nicht einschreiten, und diese Vorgänge dann weiter vor sich gehen..
    Und wir alle kennen doch die Ausreden der (überwiegend) Mütter vor den Gerichten, die dann lauten
    "ich wollte meine ehe nicht aufs spiel setzen",
    oder
    "ich wollte das nicht wahr haben",
    was nichts anderes bedeutet als, man glaubt den Aussagen des eigenen Kindes nicht, und das geschieht vor allem deshalb, weil weder Kinder/Jugendliche NOCH Eltern/Erziehende ausreichend Sexuell aufgeklärt sind..

    Wenn dann aber "erlaubt" wäre den Zeitpunkt des Brechens dieses Schweigens immer noch "selbst zu bestimmen", dann änderte sich auch weiterhin nichts..
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