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US-Studie

Sportliche Leistung von trans Frauen gleicht sich nach zwei Jahren an cis Frauen an

Wenn sich trans Frauen sportlich betätigen, wird das oft als unfair angesehen. Dabei ist Transsexualität kein automatischer Leistungsboost, wie eine neue Studie zeigt.


Trans Athletinnen wie der kanadischen Bahnradfahrerin Rachel McKinnon schlägt oft Hass entgegen – sogar aus dem Clan des US-Präsidenten (Bild: Twitter / Dr. Rachel McKinnon)

  • 6. Januar 2021, 10:42h 12 3 Min.

Trans Frauen haben ein Jahr nach dem Beginn einer Hormontherapie sportliche Vorteile gegenüber cissexuellen Athletinnen; die Leistung gleiche sich aber nach zwei Jahren immer mehr an. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Führung des Orthopäden Dr. Tim Roberts aus dem US-Bundesstaat Missouri, die im Fachmagazin "British Journal of Sports Medicine" veröffentlicht wurde.

Die drei Studienautoren hatten die sportliche Leistung von 75 trans Soldat*innen der US-Luftwaffe untersucht, davon 46 trans Frauen und 29 trans Männer. Sie griffen dabei auf Krankenakten und Leistungstest des Militärs aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück.

Das Ergebnis: Ein Jahr nach dem Start der Hormonbehandlung schafften trans Frauen zehn Prozent mehr Liegestützen und sechs Prozent mehr Rumpfbeugen als ihre cis Mitsoldatinnen. Nach zwei Jahren waren so gut wie keine Unterschiede mehr festzustellen. Auch bei Langstreckenrennen verloren trans Frauen über zwei Jahre immer mehr Vorteile – sie waren zu diesem Zeitpunkt im 2,4-Kilometer-Lauf aber immer noch zwölf Prozent besser als cis Sportlerinnen. Bei trans Männern waren die Ergebnisse entgegensetzt – ihre Leistungen verbesserten sich bereits nach einem Jahr so weit, dass sie praktisch gleiche Leistungen wie cis Männer zeigten.

Völlige Gleichheit illusorisch

Studienautor Roberts sagte gegenüber NBC News, dass manche trans Frauen zwar potenziell zeitweise geringe Vorteile gegenüber cis Athletinnen hätten. Allerdings sei völlige Gleichheit im Leistungssport – unabhängig von der Geschlechtsidentität – unmöglich. So gebe es cis Frauen, die im Jugendalter hormonbedingt schmalere Hüften ausgebildet hätten, was sportliche Vorteile bringe. Diese Athletinnen würden nicht sanktioniert. Außerdem führten gesellschaftliche Unterschiede zu weit mehr Ungleichheit: "Die Kinder [des Basketballstars] LeBron James haben die besten Trainer und die besten Sportanlagen. Damit haben sie auch Vorteile gegenüber anderen", so Roberts. Hintergrund ist, dass James' 16-jähriger Sohn Bronny zu den besten Nachwuchsbasketballern des Landes zählt.

Zudem bezögen sich seine Untersuchungen auf Personen, die als Erwachsene eine Geschlechtsanpassung begonnen hätten. Das Durchschnittsalter der untersuchten Air-Force-Soldat*innen sei 26 Jahre gewesen. Roberts mutmaßte, dass eine trans Frau, die bereits vor oder während der Pubertät mit der Transition beginne, keinerlei Leistungsvorteile wegen ihrer Geschlechtsidentität habe.

Roberts erklärte, weitere Studien seien notwendig, um eine faire Regelung für trans Athlet*innen im Leistungssport zu finden. In der vorliegenden Studie habe man die Leistungen von trans Personen etwa nie länger als zweieinhalb Jahre verfolgt. Hier seien längere Untersuchungen nötig. Zudem sei das Training im Militär nicht direkt mit dem Training im Leistungssport zu vergleichen – es handle sich aber um eine "vergleichbare Situation".

Republikaner wollen trans Frauen sogar aus Schulsport drängen

Derzeit kocht das Thema Transsexualität und Sport insbesondere in den USA hoch. Viele Republikaner wollen trans Frauen gänzlich aus dem Sport drängen, sogar im Hobbybereich. So erließ der Agrarstaat Idaho letztes Jahr ein Gesetz, das trans Schülerinnen und Studentinnen den Schulsport bzw. den Unisport untersagt (queer.de berichtete). Bürgerrechtsorganisationen haben bereits Klage gegen das Gesetz eingelegt. Bis ein Gericht darüber entscheidet, darf das Gesetz nicht angewandt werden.

Bei vielen internationalen Profi-Sportveranstaltungen wie der Olympiade dürfen trans Frauen teilnehmen, wenn ihr Testosteronspiegel ein Jahr lang nachweislich unter 10 Nanomol pro Liter liegt. Andere Sportarten wollen dagegen trans Frauen pauschal verbannen: So versucht der Rugby-Weltverband, ein ausnahmsloses Trans-Verbot im Frauenrugby durchzusetzen (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 PiakAnonym
  • 06.01.2021, 13:03h
  • Interessante Studie.
    Der Artikel belegt aber das Gegenteil von dem, was in der Überschrift suggeriert wird:
    "Auch bei Langstreckenrennen verloren trans Frauen über zwei Jahre immer mehr Vorteile sie waren zu diesem Zeitpunkt im 2,4-Kilometer-Lauf aber immer noch zwölf Prozent besser als cis Sportlerinnen. "

    Das entspricht aber gerade dem üblichen(!) Leistungsunterschied zwischen Männern und Frauen. Trans-Sportlerinnen waren hier also genau so schnell wie Männer-Läufer und nicht wie Cis-Frauen:

    "Die schnellsten Männer erreichen Zeiten um 3:26 Minuten, das entspricht 7,28 m/s oder 26,21 km/h.
    Die schnellsten Frauen erreichen Zeiten um 3:50 Minuten, das entspricht 6,52 m/s oder 23,48 km/h."

    de.wikipedia.org/wiki/1500-Meter-Lauf
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#2 ElinorAnonym
  • 06.01.2021, 13:37h
  • Antwort auf #1 von Piak
  • Im Abstract der im Artikel verlinkten Studie steht, dass der Unterschied vor Beginn der Hormonbehandlung 21% betrug und sich auf 12% verringerte. Der direkte Vergleich innerhalb der selben Personengruppe ist sicherlich aussagekräftiger als ein Quervergleich mit allgemeinen Bestzeiten auf einer anderen Distanz.
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#3 DankeschönAnonym
  • 06.01.2021, 13:43h
  • Antwort auf #1 von Piak
  • Für nix. Deine Unsensibilität zu den Konsequenzen der Thematik und deine Kontraproduktivität irgendwelche Zahlen zu zitieren und den Artikel nicht verstanden zu haben hat richtig was bewegt.

    Habt doch wenigstens die Eier in der Hose und sprecht es aus: Transmenschen sollen keinen Platz im Sport oder der Gesellschaft haben.
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