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Greift Trump ein?

Joe Exotics Vater an Corona gestorben: Wird der "Tiger King" jetzt begnadigt?

Der schrullige Tigerkönig sitzt derzeit eine Haftstrafe wegen versuchten Mordes ab. Seine Anwälte wollen aber erreichen, dass der scheidende US-Präsident dem schwulen Realitystar noch in dieser Woche die Freiheit schenkt.


Joe Exotic setzt offenbar große Hoffnungen auf Donald Trump (Bild: Netflix)

  • 6. Januar 2021, 14:08h, noch kein Kommentar

Das Anwaltsteam von Joe Exotic will am Dreikönigstag in Washington den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump um eine schnelle Begnadigung des aus der Netflix-Serie "Großkatzen und ihre Raubtiere" bekannten früheren Privatzoo-Betreibers bitten. Wie das Klatschportal TMZ berichtet, wollen sich die Rechtberater des zu 22 Jahren Haft verurteilten Exotic für eine Freilassung noch in dieser Woche einsetzen. Bislang hat der offen schwule Realitystar nur zwei Jahre seiner Haftstrafe wegen versuchten Mordes und Tierquälerei abgesessen.

Anlass für den erneuten Versuch eines Begnadigungsgesuches ist der Tod von Exotics Vater Francis Schreibvogel, der laut Medienberichten kürzlich an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben ist. Seine Beerdigung soll am Samstag im US-Bundesstaat Oklahoma stattfinden.

Wie TMZ meldet, soll sich das Anwaltsteam am Mittwoch in Washington mit einem Vertreter oder einer Vertreterin des Weißen Hauses treffen. Eric Love, der Chef der Tiger-King-Rechtsabteilung, habe aber nicht verraten wollen, mit wem der Termin ausgemacht worden sei. Begnadigt Trump Exotic nicht, würden seine Anwälte einen "Day Pass" beantragen, damit der 57-Jährige zumindest zur Beerdigung kommen kann.

Begnadigungsgesuch schon vor Monaten gestellt

Bereits im November hatte Eric Love erklärt, dass Joe Exotic mit einer Begnadigung durch Trump rechne. Das Anwaltsteam des verurteilten Straftäters habe laut Love deshalb schon mehrere Anrufe aus Washington D.C. erhalten. Exotic hatte zuvor ein Begnadigungsgesuch an Trump gestellt, in dem er unter anderem behauptete, er sei vom Gefängnispersonal sexuell missbraucht worden (queer.de berichtete). Bereits im April vergangenen Jahres hatte Trump bei einer Pressekonferenz erklärt, er werde sich den Fall ansehen (queer.de berichtete).

Der amerikanische Präsident hat traditionell das Recht, jeden von Bundesgerichten verurteilten Kriminellen nach Gutdünken zu begnadigen – Trump hat dieses Privileg in den letzten Wochen vor allem dazu genutzt, ehemalige Weggefährten und mehrere wegen Massenmords im Irak verurteilte Söldner zu begnadigen. Exotics Anhänger*innen rechnen sich gute Chancen aus, dass Trump auch Exotic auf freien Fuß setzt, weil beiden Männern ein ähnliches Temperament nachgesagt wird. Exotic hatte sich selbst 2016 für die US-Präsidentschaft beworben (queer.de berichtete). Die Zeit für die Begnadigung wird aber knapp: Trump muss das Weiße Haus am 20. Januar, also in genau zwei Wochen, verlassen.

Bereits vor vier Jahren hatte Obama in den letzten Tagen seiner Amtszeit mehrere Personen begnadigt – zum Ärger vieler Republikaner*innen auch die trans Whistleblowerin Chelsea Manning (queer.de berichtete). (cw)