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Arbeitsgemeinschaft kritisiert Dienstenthebung

Kritik an "unchristlicher Hetze" gegen Pastor Olaf Latzel

Teile der evangelischen Kirche können sich mit der vorläufigen Dienstenthebung des wegen Volksverhetzung verurteilten Olaf Latzel nicht abfinden – und fordern, dass der Pastor wieder predigen und seine homophoben Ansichten verbreiten darf.


Olaf Latzel, der Homosexualität als "todeswürdig" beschreibt, will weiter evangelischer Pfarrer bleiben – und kann offenbar auf die Unterstützung vieler Bremer Christ*innen bauen

Eine evangelikale Arbeitsgemeinschaft in der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) hat die Kirchenleitung aufgefordert, die vorläufige Dienstenthebung eines wegen Volksverhetzung verurteilten homophoben Pfarrers zurückzunehmen. Die Disziplinarmaßnahme des BEK-Kirchenausschusses gegen Pastor Olaf Latzel sei überzogen und stelle de facto ein Berufsverbot dar, heißt es in einem von neun (ausschließlich männlichen) Pastoren unterschriebenen Offenen Brief (PDF) der Arbeitsgemeinschaft missionarische Kirche (AmK). Darüber hatte zuerst der "Weser-Kurier" am Donnerstagvormittag berichtet.

Man missbillige zwar die "verletzende Form der Äußerungen [Latzels] gegenüber homosexuellen Menschen", heißt es in dem Brief. Zugleich stilisierte die AmK den Pastor zum Opfer hoch und erklärte, "dass sie jede Form der unchristlichen Hetze gegenüber Pastor Olaf Latzel" ablehne.

Latzel als "unliebsamer Verkündiger"

In Übereinkunft mit der St.-Martini-Gemeinde solle entschieden werden, wie Pfarrer Latzel in einem angemessenen Rahmen seinen Dienst wieder aufnehmen könne. "Nur so kann aus unserer Sicht weiterer Schaden von einer Kirche abgewendet werden, deren Ziel es nicht sein darf, unliebsame Verkündiger aus ihren Reihen zu 'verbannen' – auch nicht auf öffentlichen Druck hin." In der Arbeitsgemeinschaft sind mehrere evangelische Bremer Gemeinden vertreten, darunter auch Latzels St. Martini-Gemeinde.

"Die AmK ist entsetzt, dass der Kirchenausschuss der BEK Pastor Olaf Latzel vorläufig und in totaler Weise des Dienstes enthoben hat, obwohl die schriftliche Urteilsbegründung noch gar nicht vorliegt. Außerdem ist die Verurteilung noch nicht rechtskräftig", kritisierten die Pfarrer weiter.

Das Amtsgericht Bremen hatte Latzel am 25. November aufgrund abwertender Äußerungen über Homosexualität wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 8.100 Euro verurteilt (queer.de berichtete). Anlass war ein auf Youtube veröffentlichtes "Ehe-Seminar", in dem Latzel unter anderem Homosexualität als "Degenerationsform von Gesellschaft" und als "todeswürdig" bezeichnet hatte.

Latzel legte gegen das Urteil Berufung ein (queer.de berichtete). Seine Kirchengemeinde drohte bereits damit, sich von der Bremischen Landeskirche abspalten zu wollen (queer.de berichtete). (dpa/dk)



#1 Mitglied MitschuldAnonym
#2 AthreusProfil
  • 07.01.2021, 11:38hSÜW
  • "dass sie jede Form der unchristlichen Hetze gegenüber Pastor Olaf Latzel"

    Kurz ruhen und wirken lassen: Formvollendeter kann man sich als Kirche nicht entlarven. Es lebe die einzig wahre, korrekte, christliche Hetze. Ich hätte beinahe meine Ravioli ausgespeiht, vor lachen.
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#3 PeerAnonym
  • 07.01.2021, 12:04h
  • Wenn jemand Menschen als "todeswürdig" bezeichnet, ist das für diese Menschen nicht unchristlich?

    Aber wenn man solche Hetze dann nicht mehr zulässt, ist das plötzlich unchristlich für die...

    Das zeigt nur, wie sehr deren moralischer Kompass verschoben ist und dass es da gar nicht um Christlichkeit geht.
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#4 Ralph
  • 07.01.2021, 12:21h
  • Form und Inhalt von Latzels bzw. der Bibel Aussage bedingen einander. Man kann also nicht das eine missbilligen und das andere loben. Die Arbeitsgemeinschaft fordert nicht weniger als einen Freifahrtschein für Volksvernetzung, so lange sie biblisch ist und/oder von einem Pfarrer begangen wird. Dass es sich um ein Berufsverbot oder besser: Berufsausübungsverbot handelt, ist klar. Aber ein Chirurg, der stets besoffen operiert und schon mehrere Patienten dabei verletzt oder gar getötet hat, wird natürlich auch aus dem Verkehr gezogen. So what?
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#5 GleichheitAnonym
  • 07.01.2021, 14:20h
  • Ein Grundprinzip der Demokratie ist die Gleichheit.

    Für jeden Pfarrer gelten also dieselben Regeln wie für jeden anderen Menschen auch. Und auch ein Pfarrer muss sich an Gesetze halten.

    Und da gibt es eben glasklare Regeln, wo freie Rede aufhört - nämlich (wie alle Freiheitsrechte) dort, wo andere in ihrer Freiheit eingeschränkt werden. Ansonsten wäre es ja auch kein Freiheitsrecht für alle, sondern ein Unterdrückungsrecht für Wenige.
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#6 TheDadProfil
  • 07.01.2021, 14:41hHannover
  • Die Unterzeichner dieses Pamphletes sind namentlich bekannt..
    Da kann man nachschauen in welchen "Kirchengemeinden" diese Leute tätig sind, und dann entsprechend öffentlich machen wie groß dieses offensichtliche Netzwerk der Evangelikalen in der BEK wirklich ist..
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#7 stephan
  • 07.01.2021, 17:02h
  • Was ist doch auch die evangelische Kirche für ein armseliger Haufen, wenn sie sich nicht einmal einmütig von Hetzern trennen kann ...
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#8 Unchrist_inAnonym
  • 07.01.2021, 18:30h
  • Übrigens: man DARF sich in Deutschland "unchristlich" äußern. Ca. 45% aller in Deutschland lebenden Menschen sind KEINE Christ_innen und müssen sich deshalb auch nicht an "christliche" Diktion halten.

    In früheren Zeiten hätte man sicher von "ketzerischer (oder auch gotteslästerlicher) Hetze" gesprochen. Gemeint ist immer noch das gleiche. "Unchristlich" ist in diesem Zusammenhang klar als Abwertung zu verstehen.

    Ich gedenke mir diesen Schuh jedenfalls nicht anzuziehen. Jede Person darf so unchristlich sein, wie sie nur will.
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#9 easykeyProfil
#10 lindener1966Profil
  • 07.01.2021, 20:27hHannover
  • "unchristliche Hetze"
    soll mich das jetzt irgendwie beeindrucken?

    Wie es in den Wald hineinschallt, so hallt es auch wieder heraus. Alte Sache.
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