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Arbeitsgemeinschaft kritisiert Dienstenthebung
Kritik an "unchristlicher Hetze" gegen Pastor Olaf Latzel
Teile der evangelischen Kirche können sich mit der vorläufigen Dienstenthebung des wegen Volksverhetzung verurteilten Olaf Latzel nicht abfinden – und fordern, dass der Pastor wieder predigen und seine homophoben Ansichten verbreiten darf.

Olaf Latzel, der Homosexualität als "todeswürdig" beschreibt, will weiter evangelischer Pfarrer bleiben – und kann offenbar auf die Unterstützung vieler Bremer Christ*innen bauen
- 7. Januar 2021, 10:15h 2 Min.
Eine evangelikale Arbeitsgemeinschaft in der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) hat die Kirchenleitung aufgefordert, die vorläufige Dienstenthebung eines wegen Volksverhetzung verurteilten homophoben Pfarrers zurückzunehmen. Die Disziplinarmaßnahme des BEK-Kirchenausschusses gegen Pastor Olaf Latzel sei überzogen und stelle de facto ein Berufsverbot dar, heißt es in einem von neun (ausschließlich männlichen) Pastoren unterschriebenen Offenen Brief (PDF) der Arbeitsgemeinschaft missionarische Kirche (AmK). Darüber hatte zuerst der "Weser-Kurier" am Donnerstagvormittag berichtet.
Man missbillige zwar die "verletzende Form der Äußerungen [Latzels] gegenüber homosexuellen Menschen", heißt es in dem Brief. Zugleich stilisierte die AmK den Pastor zum Opfer hoch und erklärte, "dass sie jede Form der unchristlichen Hetze gegenüber Pastor Olaf Latzel" ablehne.
Latzel als "unliebsamer Verkündiger"
In Übereinkunft mit der St.-Martini-Gemeinde solle entschieden werden, wie Pfarrer Latzel in einem angemessenen Rahmen seinen Dienst wieder aufnehmen könne. "Nur so kann aus unserer Sicht weiterer Schaden von einer Kirche abgewendet werden, deren Ziel es nicht sein darf, unliebsame Verkündiger aus ihren Reihen zu 'verbannen' – auch nicht auf öffentlichen Druck hin." In der Arbeitsgemeinschaft sind mehrere evangelische Bremer Gemeinden vertreten, darunter auch Latzels St. Martini-Gemeinde.
"Die AmK ist entsetzt, dass der Kirchenausschuss der BEK Pastor Olaf Latzel vorläufig und in totaler Weise des Dienstes enthoben hat, obwohl die schriftliche Urteilsbegründung noch gar nicht vorliegt. Außerdem ist die Verurteilung noch nicht rechtskräftig", kritisierten die Pfarrer weiter.
Das Amtsgericht Bremen hatte Latzel am 25. November aufgrund abwertender Äußerungen über Homosexualität wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 8.100 Euro verurteilt (queer.de berichtete). Anlass war ein auf Youtube veröffentlichtes "Ehe-Seminar", in dem Latzel unter anderem Homosexualität als "Degenerationsform von Gesellschaft" und als "todeswürdig" bezeichnet hatte.
Latzel legte gegen das Urteil Berufung ein (queer.de berichtete). Seine Kirchengemeinde drohte bereits damit, sich von der Bremischen Landeskirche abspalten zu wollen (queer.de berichtete). (dpa/dk)















