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Evangelische Kirche

"Homosexualität so normal wie Kaugummikauen"

Thorsten Latzel, Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt, hat sich als Präses-Kandidat der rheinischen Kirche erstmals öffentlich – und sehr deutlich – von seinem queerfeindlichen Bruder Olaf distanziert.


Thorsten Latzel ist seit 2013 Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt (Bild: Cinemental / wikipedia)

Die Evangelische Kirche im Rheinland steht vor einem Führungswechsel. Kommende Woche wählt die Synode der zweitgrößten evangelischen Landeskirche eine Nachfolge für den nach einer Amtszeit ausscheidenden Präses Manfred Rekowski. Einer von drei Kandidat*innen ist Thorsten Latzel, Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt – und Bruder des queerfeindlichen Bremers Pastors Olaf Latzel.

In einem im November aufgezeichneten Interview mit der Kölner Journalistin Marija C. Bakker zu seiner Kandidatur ging Thorsten Latzel erstmals öffentlich auf scharfe Distanz zu seinem wegen Volksverhetzung verurteilten Bruder. "Also, ich bin ich, und mein Bruder ist mein Bruder", meinte der 50-Jährige auf die Frage nach seiner Haltung gegenüber Lesben und Schwulen. In Bezug auf die Arbeit der Evangelischen Akademie stellte er klar: "Für uns ist Homosexualität so normal wie Kaugummikauen". Es gehe "überhaupt nicht, dass Menschen diskriminiert werden, ausgegrenzt werden, abgewertet werden".

Direktlink | Das Interview mit Thorsten Latzel

Zwei sehr gegensätzliche Brüder

Das Amtsgericht Bremen hatte seinen Bruder Olaf Latzel am 25. November aufgrund abwertender Äußerungen über Homosexualität wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 8.100 Euro verurteilt (queer.de berichtete). Anlass waren Äußerungen des Bremer Pastors in einem "Eheseminar" aus dem Jahr 2019, in denen er Homosexualität als "Degenerationsform von Gesellschaft" und als "todeswürdig" bezeichnet, die LGBTI-Community als "Gender-Dreck" herabgewürdigt und CSD-Besucher*innen pauschal vorgeworfen hatte, "Verbrecher" zu sein. Olaf Latzel legte gegen das Urteil Berufung ein (queer.de berichtete).

Thorsten Latzel steht dagegen für eine offene Kirche der Vielfalt. Vor seiner Tätigkeit an der Evangelischen Akademie leitete er das "Projektbüro Reformprozess" im EKD-Kirchenamt. Der promovierte Theologe und Blogger will die Kirche modernisieren, um sie zukunftsfest zu machen. Dafür müsse sie digital und analog mehr Kontakt zu den Menschen suchen. Vor allem die 20- bis 40-Jährigen seien eine wichtige Zielgruppe, denn sie träten am häufigsten aus der Kirche aus. (cw/dpa)



#1 FredinbkkProfil
  • 10.01.2021, 09:24hBangkok
  • Homosexualität so normal wie Kaugummikauen..das ist mir nichts
    Neues,
    dazu brauche ich auch keinen
    Theologen mit fictiver Gottheit als "Auftraggeber"
    ,Auch der wird bezahlt von den Steuern aller Buerger mit oder ohne Aberglauben,mag er auch friedfertiger sein als sein mit der AFD kuschelnder Hassbruder.

    Wer braucht einen Prae laten, vielleicht
    doch eher einen Praeservativ-Laden..

    Sekten so unnoetig wie ein Loch im Kopf...
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#2 Ralph
  • 10.01.2021, 10:42h
  • Mag ja gut gemeint sein, aber der Vergleich eines lebensbestimmenden, seit Jahrtausenden Diskriminierung nach sich ziehenden Persönlichkeitsmerkmals mit dem Kaugummikauen ist aus meiner Sicht völlig daneben. Warum vergleicht er nicht mit Naheliegendem, Gleichartigem, z.B. einfach: Homosexualität ist so normal wie Heterosexualität. Sagt ja auch keiner: Dunkle Hautfarbe ist so normal wie Limonadetrinken.
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#3 AlexAnonym
#4 PeerAnonym
  • 10.01.2021, 13:34h
  • >>>>> Es gehe "überhaupt nicht, dass Menschen diskriminiert werden, ausgegrenzt werden, abgewertet werden". <<<<<

    Und wieso öffnet die evangelische Kirche dann nicht die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare?

    Alles was nicht 100% Gleichstellung ist, ist per definition Diskriminierung. Und solange die Kirche nicht überall 100% gleichstellt (also auch überall die Ehe öffnet) diskriminiert sie eben weiterhin.
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 Ralph
#7 PeerAnonym
  • 10.01.2021, 21:07h
  • Antwort auf #5 von goddamn liberal
  • Deswegen hatte ich geschrieben: "Solange die nicht überall".

    Das ist der Punkt. Auch in der katholischen Kirche gibt es Pfarrer, die illegal und heimlich schwule und lesbische Paare trauen, weil sie es richtig finden.

    Aber erst wenn das offizielle Linie einer Kirche ist und überall auf dem Globus, wo diese Kirche aktiv ist, so praktiziert wird, ist es glaubwürdig.

    Dass man dort, wo eh jeder dafür ist, nicht noch mehr Mitglieder verlieren will, ist klar. Aber wie ernst man es wirklich meint, zeigt sich dort, wo das eben nicht selbstverständlich ist oder wo man sogar massiven Gegenwind erfährt.

    Aber was die evangelische Kirche momentan macht:
    Dort wo es profitabler ist, gleichzustellen, macht sie das. Dort wo es profitabler ist, weiter zu diskriminieren, macht sie das genauso. Die hängen also ihr Fähnchen in den Wind, so wie es gerade lukrativer ist. Dafür gibt es ein Wort: Gewinnmaximierung.
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#8 DurchschaubarAnonym
  • 10.01.2021, 21:40h
  • Oh Wunder oh Wunder:
    jetzt, wo die Schäfchen in Scharen wegrennen (u.a. wegen der Homophobie der Kirchen), fangen auf einmal die ersten an, umzudenken.

    Die Kirchen waren halt immer schon sehr flexibel in ihren Positionen, wenn die Einnahmen davon abhingen.

    Ehrlich ist sowas nicht, wenn man erst dann seine Meinung ändert, wenn ansonsten die Einnahmen immer mehr schwinden. Das Thema ist lang genug aktuell: wenn es Überzeugung wäre, hätte man es vorher getan und nicht erst jetzt, wo es an die eigenen Einnahmen und Privilegien geht.

    Absolut durchschaubar...
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#9 WayneAnonym
  • 10.01.2021, 21:56h
  • Nicht, dass mich mich noch an solchen harmlosen, verunglückten Vergleichen sonderlich störe. Aber der Unterschied ist schon der, dass man sich das eine aussuchen kann und das andere nicht.

    Zumindest das sollte man wissen, sonst kommt als nächstes wieder die dümmliche Einsortierung als "Lebensentwurf".
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#10 Zu spätAnonym
  • 10.01.2021, 22:14h
  • Antwort auf #9 von Wayne
  • Ja, ich frage mich auch, wie er auf den Vergleich mit Kaugummikauen gekommen ist.

    Ist für mich aber eh irrelevant, weil ich längst aus dem Verein ausgetreten bin und auch nie mehr eintreten würde. Diese Entwicklung kommt zu spät, das hätten die sich früher überlegen sollen.

    Zumal sie ja andernorts munter weiter hetzen.

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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