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"Lächerliche Fake News"

Richard Grenell geht auf Ines Pohl los

Der ehemalige US-Botschafter in Berlin ist derzeit mit der Gesamtsituation unzufrieden – und schimpft auch über eine lesbische Journalistin aus Deutschland.


Ein TV-Bericht mit Journalistin Ines Pohl brachte Richard Grenell (kleines Bild) zur Weißglut (Bild: Office of the Director of National Intelligence / Screenshot DW)

Der ehemals hochrangigste offen schwule Vertreter der Trump-Regierung ist empört über die offen lesbische Büroleiterin der Deutschen Welle in Washington. In der Nacht von Sonntag auf Montag tweetete Trump-Anhänger Richard Grenell, der ehemalige amerikanische Geheimdienstchef und US-Botschafter in Deutschland, seinen Ärger über einen DW-Bericht über den Rauswurf des unter Rechten beliebten Kurznachrichtendienstes Parler aus App-Stores.

"Das sind lächerliche Fake News. Sie werden von einer deutschen Nachrichtenagentur in die Welt gesetzt", erklärte der 54-Jährige in seinem Empörungstweet. "Die Deutsche Welle erweist sich einen schrecklichen Bärendienst, wenn sie alles Konservative als 'extremistisch' bezeichnet. Das ist nicht Journalismus, sondern politischer Aktivismus. Das sagt mehr über DW als irgendetwas sonst. @inespohl schlägt wieder zu."



Es ist nicht ganz klar, an welcher Stelle DW alles Konservative extremistisch genannt haben soll. Im von Grenell verlinkten englischsprachigen Artikel wird das Wort nur einmal leicht abgewandelt erwähnt. Dort heißt es: "Parler wird als Oase für Menschen angesehen, die von anderen sozialen Netzwerken verbannt oder zensiert wurden – inklusive rechte Extremisten." Im Tweet selbst beschreibt DW, dass Parler "oft" von rechten Extremisten genutzt werde. Außerdem ist im Artikel ein Video mit Pohls Einschätzung zur Lage nach dem Kapitol-Sturm am 6. Januar verlinkt. In dem englischsprachigen Segment des deutschen Auslandsrundfunksenders erwähnt Pohl das Wort "extremistisch" aber überhaupt nicht. Die ehemalige Chefredakteurin der "taz" und der DW ließ in ihren Aussagen aber keinen Zweifel, dass sie Trump als mitverantwortlich für die Eskalation ansehe.

Grenell hatte seine diplomatische Karriere 2001 in der Bush-Regierung als Sprecher des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen begonnen. 2012 wurde er Wahlkampfmanager für den damaligen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, musste seinen Posten aber räumen, weil konservative Republikaner keinen schwulen Mann in dieser Position dulden wollten (queer.de berichtete).

Als Trump 2015 seine Präsidentschaftskandidatur verkündete, gehörte Grenell zu den Unterstützern der ersten Stunde – und erhielt nach dessen Wahlsieg zum Dank den Botschafterposten in Berlin, obwohl er kein Wort Deutsch spricht (queer.de berichtete). In dieser Position galt er wegen vieler undiplomatischer Äußerungen und Drohungen als isoliert und nahm nach zwei Jahren seinen Hut (queer.de berichtete). Letztes Jahr fungierte er zudem mehrere Monate auch als US-Geheimdienstchef, obwohl er in diesem Bereich keinerlei Erfahrungen hatte (queer.de berichtete). Im Präsidentschaftswahlkampf 2020 stellte er sich aggressiv auf die Seite des republikanischen Staatschefs – und stellte in einem Video sogar die Behauptung auf, dass Trump der "schwulenfreundlichste Präsident in Amerikas Geschichte" sei (queer.de berichtete).

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Mehr "Fake News"-Vorwürfe von Grenell

Pohl und die Deutsche Welle sind nicht die einzigen Medien, die Grenell mit Zorn überschüttet. Allein am Sonntag beschuldigte er auf Twitter den Lokalsender NBC Los Angeles, eine "PR-Firma" für den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom zu sein, zog über CNN-Journalist Jake Tapper her oder beschuldigte die angesehene Nachrichtenplattform Politico, "Fake News" zu verbreiten. Zudem verharmloste er mehrfach den Kapitol-Sturm am Dreikönigstag, indem er behauptete, dass angeblich die wahre terroristische Gefahr von der Antifa ausginge. (dk)

Direktlink | Ines Pohl in einem Interview mit einem trumpkritischen Ex-Republikaner
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#1 SchleicheRAnonym
  • 11.01.2021, 14:29h
  • Bei Grenell stell ich mir oft eine Karrikatur vor:

    Eine sabbernde Trump Büste und schräg darunter ein Grenell mit einer etwas überlangen Zunge, die den Sabber auffängt, noch bevor er die Lippen von Trump verlässt. Die Trump Büste freut sich über die vermeintlich weiße Weste (Büste) und Grenell kann einfach nicht genug kriegen (gieriger Blick und voll bei der Sache)

    Ich hab leider eine Zeichnenschwäche und bring sowas nie auf Papier :)
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#2 rischiiiiAnonym
  • 11.01.2021, 14:35h
  • Seit der Geschichte um diesen einen Kriegsverbrecher wissen wir ja, dass Grenell nicht gerade der schnellst ist, was Denken angeht.

    (Wobei das eigentlich schon klar war, als er seinem Donnie in den Hintern gekrochen ist.)

    Aber wenn immer Typen seines Schlages "fake-news" krähen, weiß ich ganz genau: "so isses und nicht anders. Danke für die Bestätigung."

    Wissen die das selbst? Oder ist es denen egal und geht es nur darum die Basis in der Bubble anzuheizen?
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#3 SchleicheRAnonym
  • 11.01.2021, 15:19h
  • Antwort auf #2 von rischiiii
  • Keine schlechte Idee, den Ausruf "fake news" als Bestätigung der Richtigkeit einer kritischen Aussage zu ´framen´. Könnte allgemein ein gutes Mittel sein, diesem Begriff zu begegnen. Dementis würden den betreffenden Akteuren schwerer fallen. Gefühlt hat sich jeder daran gewöhnt, dass hinter "fake news" keine Präzisierung mehr kommt / kommen muss.
    Sowas ´kricht´ aber nur Böhmermann hin ;) Wer ´nen Bernd hinbekommt, bekommt auch ´true news´ hin :)
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#4 RummelzoneAnonym
  • 11.01.2021, 15:36h
  • Unser Corona-Kanzler Jens Spahn und US-Trumpist Richard Grenel: hätte ich sie doch 2018 in trauter Gemeinsamtkeit auf dem Lesbisch-schwulen Stadtfest angesprochen ... darf ich eure Biographie verfassen? Ich hätte jetzt schon genügend Stoff für einen Band ... was gäb's nicht alles zu erzählen ...
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#5 HeulsuseAnonym
  • 11.01.2021, 16:38h
  • Getroffene Köter kläffen halt. Soll er sich bei seinen Besties Spahn und Litwinschuh ausheulen.
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#6 Miguel53deProfil
  • 11.01.2021, 19:26hOttawa
  • Schlimmer geht immer.

    Dieser Krawallbruder zeigt, warum jeder Mensch zu etwas nutze ist: Zumindest als schlechtes Beispiel.

    Wie kann man bei queer.de nachlesen? Grenell heuert bei Gay-Hate-Group an.

    Mehr muss man nicht sagen.
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#7 Taemin
  • 11.01.2021, 19:44h
  • Und das aus dem Munde eines Mannes, dessen Präsident und Partei alles auch nur ansatzweise Liberale als kommunistisch und linksextrem verleumden!
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