Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37906

Zwei Mütter in Paulas Geburtsurkunde?

Regenbogenfamilie kämpft vor Gericht gegen Diskriminierung

Eine niedersächsische Regenbogenfamilie will Diskriminierung nicht länger hinnehmen – und klagt auf Gleichbehandlung mit heterosexuellen Familien.


Sujetbild: Das Oberlandesgericht wird sich mit Regenbogenfamilien beschäftigen (Bild: Ben Grey / flickr)

Zwei Frauen aus dem Landkreis Hildesheim in Niedersachsen kämpfen dafür, beide als Mütter in die Geburtsurkunde ihrer Tochter Paula eingetragen zu werden. Es gehe um eine rechtliche Gleichstellung mit heterosexuellen Ehepaaren, sagte Gesa Teichert-Akkermann, die Paula im Februar 2020 zur Welt brachte, der Deutschen Presse-Agentur. Ihre Ehefrau Verena Akkermann sei eine der beiden Mütter, Paula kenne ihre Stimme seit der Schwangerschaft. Nach derzeitiger Rechtslage stehe ihrer Partnerin aber nur das mitunter langwierige Verfahren der Stiefkindadoption offen. Dies ist aus Sicht der Akkermanns eine "verfassungswidrige Diskriminierung".

An diesem Mittwoch (13.30 Uhr) beschäftigt sich das Oberlandesgericht (OLG) Celle mit dem Fall, nachdem Anträge der Familie aus Schellerten bei Hildesheim in erster Instanz vom Amtsgericht Hildesheim und Amtsgericht Hannover abgewiesen wurden. Dabei ging es um die Eintragung von Verena Akkermann als Mutter in Paulas Geburtsurkunde sowie auf gerichtliche Feststellung eines Eltern-Kind-Verhältnisses. Laut einem OLG-Sprecher handelt es sich um eine nicht-öffentliche Anhörung per Video. Eine Entscheidung des Familiensenats werde noch nicht erwartet.

Twitter / GesaCTeichert

Derzeit gibt es im Bundestag Bestrebungen, die Diskriminierung von Regenbogenfamilien im Abstammungsrecht abzubauen: Nach augenblicklichem Recht muss die Ehefrau einer Frau, die ein Kind auf die Welt bringt, den bürokratischen und teuren Weg der Stiefkindadoption gehen. In heterosexuellen Ehen wird der Mann dagegen automatisch als Vater anerkannt, unabhängig davon, ob er der leibliche Vater ist oder nicht. SPD-Bundesjustizministerin Christine Lambrecht soll hierzu eine Reform planen (queer.de berichtete). Ein Gesetzentwurf liegt aber noch nicht öffentlich vor, obwohl er seit der Ehe-Öffnung im Sommer 2017 gefordert wird. (dpa/cw)



#1 PeerAnonym
  • 12.01.2021, 19:21h
  • Traurig, dass man sich wieder mal durch alle Instanzen klagen muss, weil die Bundesregierung so viel Diskriminierung wie möglich erhalten will.

    Was das auch den Steuerzahler kostet, dass Union und SPD Ideologie über Vernunft stellen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AtreusProfil
  • 12.01.2021, 21:28hSÜW
  • Um nicht #1 zu wiederholen, sage ich einfach toll, dass sich die Mütter wehren und ihr Recht einklagen. Ich wünsche das nötige Durchhaltevermögen, ganz viel Kraft und hoffe auf ein Urteil, das die Gesellschaft wieder ein Stück voran bringt und die künftige Regierung zum Nachbessern zwingt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Taemin
  • 13.01.2021, 17:08h
  • Antwort auf #2 von Atreus
  • Selbstverständlich stimme ich Dir zu. Allerdings geht es genau genommen um das Kind, denn ihm wird das selbstverständliche Recht auf eine Familie, auf einen zweiten Elternteil und auf Unterhalt, Erbschaft sowie Aufrechterhaltung der Sorge durch die Co-Mutter im Falle des Versterbens der leiblichen Mutter abgesprochen.
  • Antworten » | Direktlink »