https://queer.de/?37906
Zwei Mütter in Paulas Geburtsurkunde?
Regenbogenfamilie kämpft vor Gericht gegen Diskriminierung
Eine niedersächsische Regenbogenfamilie will Diskriminierung nicht länger hinnehmen – und klagt auf Gleichbehandlung mit heterosexuellen Familien.

Sujetbild: Das Oberlandesgericht wird sich mit Regenbogenfamilien beschäftigen (Bild: Ben Grey / flickr)
- 12. Januar 2021, 16:51h 2 Min.
Zwei Frauen aus dem Landkreis Hildesheim in Niedersachsen kämpfen dafür, beide als Mütter in die Geburtsurkunde ihrer Tochter Paula eingetragen zu werden. Es gehe um eine rechtliche Gleichstellung mit heterosexuellen Ehepaaren, sagte Gesa Teichert-Akkermann, die Paula im Februar 2020 zur Welt brachte, der Deutschen Presse-Agentur. Ihre Ehefrau Verena Akkermann sei eine der beiden Mütter, Paula kenne ihre Stimme seit der Schwangerschaft. Nach derzeitiger Rechtslage stehe ihrer Partnerin aber nur das mitunter langwierige Verfahren der Stiefkindadoption offen. Dies ist aus Sicht der Akkermanns eine "verfassungswidrige Diskriminierung".
An diesem Mittwoch (13.30 Uhr) beschäftigt sich das Oberlandesgericht (OLG) Celle mit dem Fall, nachdem Anträge der Familie aus Schellerten bei Hildesheim in erster Instanz vom Amtsgericht Hildesheim und Amtsgericht Hannover abgewiesen wurden. Dabei ging es um die Eintragung von Verena Akkermann als Mutter in Paulas Geburtsurkunde sowie auf gerichtliche Feststellung eines Eltern-Kind-Verhältnisses. Laut einem OLG-Sprecher handelt es sich um eine nicht-öffentliche Anhörung per Video. Eine Entscheidung des Familiensenats werde noch nicht erwartet.
/ GesaCTeichert#PaulaHatZweiMamas
Gesa C. Teichert (@GesaCTeichert) January 12, 2021
Ich habe mich gemeinsam mit meiner Frau dazu entschieden, Eltern zu werden. Gemeinsam mit meiner Frau haben haben wir uns auf ein Leben zu dritt vorbereitet, gemeinsam haben wir unsere Lütte erwartet.
Nur rechtlichedürfen wir nicht gemeinsam Eltern sein. pic.twitter.com/KSwbD7fnuc
Derzeit gibt es im Bundestag Bestrebungen, die Diskriminierung von Regenbogenfamilien im Abstammungsrecht abzubauen: Nach augenblicklichem Recht muss die Ehefrau einer Frau, die ein Kind auf die Welt bringt, den bürokratischen und teuren Weg der Stiefkindadoption gehen. In heterosexuellen Ehen wird der Mann dagegen automatisch als Vater anerkannt, unabhängig davon, ob er der leibliche Vater ist oder nicht. SPD-Bundesjustizministerin Christine Lambrecht soll hierzu eine Reform planen (queer.de berichtete). Ein Gesetzentwurf liegt aber noch nicht öffentlich vor, obwohl er seit der Ehe-Öffnung im Sommer 2017 gefordert wird. (dpa/cw)
Mehr zum Thema:
» Zwei Mütter in die Geburtsurkunde! (08.03.2020)
















Was das auch den Steuerzahler kostet, dass Union und SPD Ideologie über Vernunft stellen.