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Mit 60 Jahren

Tilda Swinton outet sich als queer

Die wohl androgynste Hollywood-Schauspielerin spricht erstmals darüber, dass sie sich als queer ansieht.


Tilda Swinton 2016 bei der Geek-Messe Comi-Con in San Diego (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Die schottische Schauspielerin und Oscarpreisträgerin Tilda Swinton hat sich in einem Interview mit der britischen "Vogue" als queer geoutet. "Ich hatte immer das Gefühl, queer zu sein", sagte die 60-Jährige. Sie habe stets nach ihrem "queeren Zirkus" Ausschau gehalten. "Ich habe nach der queeren Welt gesucht, die zu mir passt, und ich habe sie gefunden. Jetzt, da ich sie gefunden habe, ist sie meine Welt. Jetzt habe ich eine Familie mit Wes Anders, ich habe eine Familie mit Bong Joon-ho, ich habe eine Familie mit Jim Jarmusch, ich habe eine Familie mit Luca Guadagnino, mit Lynne Ramsay, mit Joanna Hogg." Mit allen aufgezählten Filmemacher*innen hatte Swinton zusammengearbeitet.

Der Begriff "queer" ist nach Ansicht der Schauspielerin nicht nur auf die Sexualität beschränkt. Vielmehr habe er etwas mit "Empfindsamkeit" zu tun.

Swinton ist seit 2004 mit dem deutsch-neuseeländischen Künstler Sandro Kopp liiert. Aus einer vorhergehenden Beziehung mit dem Dramatiker John Byrne waren zwei Kinder hervorgegangen; darunter befindet sich auch die Schauspielerin Honor Swinton Byrne, die mit ihrer Mutter 2019 den Film "The Souvenir" drehte.

In ihrer Karriere spielte Swinton viele androgyne Rollen. 2005 stellte sie etwa im Keanu-Reeves-Film "Constantine" den Erzengel Gabriel dar. Immer wieder spielte sie bizarre Rollen: In der Zombie-Komödie "The Dead Don't Die" aus dem Jahr 2019 mimte sie eine Außerirdische, die auf der Erde als Leichenbestatterin arbeitet. Auch in ausdrücklich queeren Filmen wirkte Swinton mit, etwa im (vom ZDF koproduzierten) britischen Schwulendrama "The Garden" aus dem Jahr 1990. Darin stellte sie Madonna dar (die Mutter Jesu, nicht die Sängerin).

Einem jüngeren Publikum dürfte Swinton vor allem aus den Superhelden-Blockbustern "Doctor Strange" und "Avengers: Endgame" bekannt sein. 2008 erhielt sie einen Oscar als beste Nebendarstellerin im amerikanischen Thriller "Michael Clayton", bei dem George Clooney die Hauptrolle übernommen hatte. (cw)



#1 AthreusProfil
  • 14.01.2021, 13:11hSÜW
  • Die Frau ist ein Ölgemälde, ein fleischgewordenes Kunstwerk, dessen Ausstrahlung ganze Räume mit Wärme erfüllt. Ich möchte nur starren und zuhören und empfinde nichts als Bewunderung für Tilda Swinton.
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#2 KumpelAnonym
  • 14.01.2021, 15:47h
  • Antwort auf #1 von Athreus
  • Eine außergewöhnliche Schauspielerin. Hatte mir vor kurzen erst noch den Film: Snowpiercer angesehen. Für mich keine Frage zur Person. Sie erklärt sich zutreffend. Und gehört meines Erachtens definitiv zur Community.
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#3 Leo_Anonym
  • 14.01.2021, 18:37h
  • Tolle Frau, tolle Schauspielerin.

    Sich aber als heterosexuelle Frau als queer zu bezeichnen, halte ich für kontraproduktiv und anmaßend.
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#4 queer grrl powerAnonym
#5 SöderAnonym
#6 Leo_Anonym
  • 15.01.2021, 00:37h
  • Antwort auf #5 von Söder
  • Klar, sie lebt seit Jahrzehnten mit Männern, zumindest nach außen. Wer weiß evtl. hat sie ja auch schon andere Erfahrungen gemacht, aber so ist mir ihr queeres "Coming Out" halt einfach suspekt. Aber klar queer ist halt einfach viel hipper als hetero.
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#7 BabaAnonym
  • 15.01.2021, 10:02h
  • Antwort auf #6 von Leo_
  • Nur weil jemand mit einem Partner anderem Geschlechts zusammenlebt, heißt nicht dass die Person nicht bi- oder pansexuel bzw. queer ist. Einer Person das Abzusprechen ist Erasure!
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#8 violetbearAnonym
#9 iwiewitzigAnonym
  • 15.01.2021, 13:59h
  • booa hier fliegen die fetzen ja queerbeet kleiner scherz

    die frau ist cool

    und ich glaube in den comments manch einer ein wenig neidig

    wo ist da der zsmhalt queer community, mmh?
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#10 Girlygirl
  • 15.01.2021, 14:23h
  • Hier ist ein interessanter Artikel dazu auf Englisch:
    www.advocate.com/film/2021/1/14/what-does-tilda-swinton-mean
    -when-she-says-shes-queer



    Wir dürfen nicht vergessen, dass queer ursprünglich gar nicht direkt mit Sexualität und/oder gender zu tun hatte, sondern Gender Expression. Geschlechtsnonkonforme Männer und Frauen (die oft schwul/lesbisch waren, da Heten sich sowas nicht trauten) wurden als "queer" beleidigt. Queer bedeutete ja auch ursprünglich "seltsam, verrückt, anders". Auch wenn es heutzutage überwiegend als Synonym für "nicht hetero" und/oder trans* benutzt wird, assoziieren viele ältere Menschen mit dem Wort queer noch andere Sachen. Ich halte es persönlich auch für unwahrscheinlich, dass Swinton nicht hetero ist, da sie in der Vergangenheit bereits sagte, dass sie nur auf Männer stünde. Wenn sie auch auf Frauen stünde, hätte sie das sicher schon gesagt, immerhin hat sie auch nie ihre polyamore Beziehung mit einem jüngeren und einem älterem Mann verheimlicht (die Männer sind auch hetero). Ich hab auch Leute schon sagen hören, dass Polygamie allein schon queer macht. D.h. wir haben scheinbar eine andere Definition von queer als Frau Swinton. Wie man das jetzt finden soll, ist jedem selbst überlassen.
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