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"Where We Are On TV"

Weniger LGBTI-Figuren im US-Fernsehen

Knapp jede zehnte Figur in amerikanischen Primetime-Serien ist queer. Erstmals seit 2014 ist dieser Anteil rückläufig.


David (Dan Levy, li.) und Patrick (Noah Reid) knuddeln sich in "Schitt's Creek" (Bild: CBC)
  • 18. Januar 2021, 10:25h, noch kein Kommentar

Zum ersten Mal seit sieben Jahren geht die Zahl der queeren Figuren in der amerikanischen TV-Primetime zurück. Laut der Studie "Where We Are On TV" (PDF), die jährlich von der LGBTI-Organisation GLAAD veröffentlicht wird, beträgt die Zahl der LGBTI-Figuren in der TV-Saison 2020/21 insgesamt 9,1 Prozent. Das sind zwar 1,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr, aber immer noch mehr als 2018/19 (8,8 Prozent) und 2017/18 (6,4 Prozent).

Insgesamt gehörten in der Hauptsendezeit der Sender ABC, CBS, The CW, FOX und NBC von 773 Figuren in 96 gescripteten Primetime-Serien 70 einer sexuellen oder geschlechtlichen Minderheit an. Die Zahl der Sendungen ging coronabedingt im Vergleich zum Vorjahr um ein Sechstel zurück.

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"LGBTQ-Figuren ohne schädliche Klischees entwickeln"

GLAAD-Chefin Sarah Kate Ellis erklärte, gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, LGBTI-Figuren im Fernsehen zu sehen: "Wir sind mitten in einer destruktiven Pandemie, einer kulturellen Abrechnung mit Rassismus und dem Übergang in eine neue politische Ära in diesem Land. In dieser Zeit zählt Sichtbarkeit mehr denn je, weil die Menschen Unterhaltungssendungen anschauen, um einen Blick nach außen zu bekommen und vor der Wirklichkeit zu fliehen", so Ellis. Es sei wichtig, "LGBTQ-Figuren zu entwickeln, die nicht schädliche Klischees bedienen".

Gleichzeitig betont GLAAD, dass LGBTI-inklusive Serien letztes Jahr oft die Debatte bestimmt hätten – etwa die letzte Staffel der kanadischen Sitcom "Schitt's Creek", die mit Fernsehpreisen überschüttet wurde (queer.de berichtete). In den USA war die Serie nur im kleinen Kabelsender Pop TV ausgestrahlt worden (in Deutschland ist sie auf TVNOW erhältlich).

Viele LGBTI-Figuren fänden sich eher in Nischenprogrammen wider, heißt es im GLAAD-Bericht weiter. Auch in den großen Sendern sei die Verteilung von LGBTI-Figuren ungleich: So kämen die meisten queeren Figuren ausgerechnet im Sender The CW vor, der zwar internationale Erfolge wie "Batwoman" ausstrahlt, aber die schwächsten Einschaltquoten der fünf englischsprachigen US-Networks vorweisen kann. CBS, der Sender mit den höchsten Einschaltquoten, hat dagegen mit Abstand die wenigsten LGBTI-Figuren in der Primetime.



Auch in Kabelsendern und Streamingdiensten gab es laut der GLAAD-Untersuchung weniger LGBTI-Figuren. Hier seien aber nach wie vor die Serien beheimatet, in der regulär mehrere queere Figuren vorkämen. In vielen Serien der großen Networks sei dagegen oft nur eine queere Person unter vielen cis- und heterosexuellen Figuren zu sehen. (dk)

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