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"LSBTIQ-Inhalte sind auf dem Schirm der Partei"

LSU setzt Hoffnungen auf Laschet

Der queere Verband der CDU begrüßt die Wahl Armin Laschets zum Parteichef – und verspricht, weiterhin "Stachel im Fleisch der Partei" zu sein.


In der Stichwahl setzte sich Laschet knapp mit 53 Prozent der Delegiertenstimmen gegen Friedrich Merz durch (Bild: Screenshot Phoenix)

Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) sehen eine gute Perspektive für die Zusammenarbeit mit dem am Samstag neu gewählten CDU-Parteichef Armin Laschet. Der NRW-Ministerpräsident hatte sich beim christdemokratischen Online-Parteitag in einer Kampfabstimmung gegen Norbert Röttgen und Friedrich Merz als neuer Parteichef durchgesetzt. Die LSU hatte im Vorfeld keine Wahlempfehlung für einen der Kandidaten abgegeben.

Der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt begrüßte, dass alle drei Kandidaten mit dem LGBTI-Verband der Partei kooperiert und Fragebögen von LSU-Mitgliedern beantwortet hätten. "Es gab Zeiten, da war das gar nicht so selbstverständlich", so Vogt, der die LSU seit 2010 anführt. "LSBTIQ-Inhalte sind ohne Wenn und Aber auf dem Schirm der Partei. Nicht immer gänzlich in unserem Sinne, aber sie werden diskutiert und lösungsorientiert angegangen."

Zum Sieger erklärte der LSU-Chef: "Unser neuer Parteivorsitzender Armin Laschet hat auf unsere Frage hin zudem zugesagt, die Annahme des Beschlusses zur Anerkennung der LSU als Parteiorganisation zu unterstützen und bis dahin weiterhin dafür zu werben." Sollte dies beim nächsten Parteitag durchgesetzt werden, würde die Rolle der LSU innerhalb der CDU gestärkt. Vogt versprach weiter: "Wir werden jedenfalls weiter unsere Arbeit machen und Stachel im Fleisch der Partei sein, wenn es um LSBTIQ-Themen geht."

Vogt: LGBTIQ-Gleichstellung kein Kernthema der CDU

Vogt äußerte auch Verständnis dafür, wenn LSU-Anhänger*innen einen Kandidaten unterstützten, der offen LGBTI-feindlich auftrat: "Sprachen aus LSBTIQ-Sicht Argumente gegen den einen Kandidaten, sprachen aus staatsbürgerlicher, wirtschaftlicher, außenpolitischer etc. Sicht vielleicht Argumente für ihn", so Vogt. Er räumte offen ein, dass "die Gleichstellung von LSBTIQ nie ein Kernthema der Union gewesen" sei. Hintergrund ist, dass alle drei Kandidaten in der Vergangenheit politisch Stimmung gegen LGBTI gemacht hatten (queer.de berichtete).

Vogt lobte die scheidende Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer dafür, dass sie "hier und da Fortschritte in der Sache erzielt" habe – als Beispiel nannte er, dass sie als Verteidigungsministerin die Rehabilitierung und Entschädigung queerer Soldat*innen durchs Kabinett brachte (queer.de berichtete). Er könne aber auch nachvollziehen, dass die "ein oder andere öffentliche und bisweilen auch unglückliche Äußerung von ihr" auf Unverständnis gestoßen sei. Kramp-Karrenbauer war mehrfach für LGBTI-feindliche Aussagen kritisiert worden: 2015 verglich sie etwa gleichgeschlechtliche Eheschließungen mit Polygamie und Inzest, 2019 machte sie sich als Parteichefin über intersexuelle Menschen lustig. Für beide Aussagen hat sich die 58-Jährige bis heute nicht entschuldigt.

Armin Laschet ist neuer CDU-Chef! – LSU sieht Perpektive von #LSBTIQ in der Union gereift, bleibt aber weiterhin "...

Posted by LSU Bundesverband on Monday, January 18, 2021
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In der LGBTI-Community war die Vorsitzendenwahl eher eine Randnotiz. Manche Aktivist*innen gratulierten dem neuen Chef in sozialen Medien mit wenig Enthusiasmus. Der CSD in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf erklärte etwa auf Facebook: "Armin Laschet punktete mit einer auf Konsens ausgerichteten Rede, Friedrich Merz präsentierte sich überraschend schwach – und versagte komplett beim Thema Gleichstellung. Was auch immer uns die Zukunft bringen wird – Herzliche Glückwünsche von dieser Stelle aus an unseren Ministerpräsidenten Armin Laschet !" (dk)

Er war als Erster dran und überzeugte die CDU-Delegierten: Armin Laschet punktete mit einer auf Konsens ausgerichteten...

Posted by CSD Düsseldorf on Saturday, January 16, 2021
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#1 AutumnRiverProfil
  • 18.01.2021, 11:56hKöln
  • Es ist mir unverständlich, wie man freiwillig in so einer Partei sein kann, noch wie man sie wählen kann - egal ob auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene.
    Vor allem sollte man sich mal das Verhältnis ansehen:
    Stimmung gegen LGBT wird noch nicht mal als "Fehler" in der Vergangenheit bezeichnet (s. Kramp-Karrenbauer) - denn es ist im Zweifelsfall ok so zu denken und eine freie Meinungsäußerung.
    ABER offenen Antisemitismus äußern oder den Islam kritisieren - das würde sich keiner der 3 trauen. Weil nämlich jeder weiß was für Reaktionen kommen würden. Und das offenbart ja auch gleichzeitig wieder einiges über die Gesellschaft (s. den Terroranschlag auf Thomas L. in Dresden - wo war der Aufschrei?)
    Aber was soll man auch erwarten von einer Partei, die selbst Graue Wölfe in ihrer Partei duldet..
    Rechtsextremismus ist eben "nicht so schlimm", wenn er aus einer anderen Ecke kommt.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 18.01.2021, 12:21h
  • Das kleinere Übel ist Laschet allemal. Zumindest ist er eher ein klassicher Konservativer als Merz, der eindeutig in eine fillonistische, demagogische Richtung geht.

    Insofern eine gute Nachricht. Allzu viel sollte man aber nun auch nicht von ihm erwarten. So realistisch sollte die LSU auch sein.
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#4 IsaakAnonym
  • 18.01.2021, 12:31h
  • Sehr gut. Angesichts der Tatsache, dass die CDU/CSU für die absehbare Zukunft der klar stärkste Parteienverbund bleiben wird, ist die Position Laschets und seines 'inner circles' hier von entscheidender Bedeutung. Überhaupt ist wenig für deutsche LGBTQ so wichtig wie eine Präsenz in und Sympathien von Seiten der Union.
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#5 IsaakAnonym
#6 AutumnRiverProfil
  • 18.01.2021, 12:47hKöln
  • Antwort auf #4 von Isaak
  • Ist das wirklich dein Ernst?
    Wie kommst du bitte zu so einer Beurteilung?
    Ich bin selbst vor fast 15 Jahren für lange Zeit von jemandem in meiner Berufsausbildung diskriminiert worden, der seit Jahren auf Kommunalebene Politik für die CDU macht. (Wenn dieser Mann irgendwann ein Landtagsmandat bekommen sollte, werde ich mich auf jeden Fall an die Presse wenden.) Von daher sollte man doch mit solchen Aussagen etwas vorsichtig sein, dass die CDU "gut für LGBT ist".

    Und dass so was keine "verirrte Einzelmeinung" ist, kann man an Äußerungen von Merkel, Laschet, Kramp-Karrenbauer etc. und vielen anderen durchaus sehen!
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#7 AtreusProfil
  • 18.01.2021, 12:50hSÜW
  • Die CDU ist die Partei der bibelfesten Christen, insofern kann ich dem LSU keinen Vorwurf machen. Denn Glaube fußt bekanntlich nicht auf der Realität. Wer die Kriminalisierung der Seenotrettung und von Ratten angenagte Flüchtlinge in gefluteten Zelten zur christlich europäischen Nächstenliebe verklärt, muss ganz folgerichtig einen Laschet zur Hoffnungsfigur im Streit für LGBTQ Rechte stilisieren. Wenn schon irre, dann bitte richtig.
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#8 JensemannAnonym
  • 18.01.2021, 13:13h
  • Lusche Laschet!
    Was ist bloss aus dieser Partei geworden?! Haben wir nicht genug Linke Parteien?
    ich will endlich wieder ein konservative Partei! Merz wäre der richtige Mann gewesen, vor allem wirtschaftlich hat er was auf dem Kasten!
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#9 LunaAnonym
  • 18.01.2021, 13:50h
  • In einer vernünftigen Partei bräuchte es keinen "Stachel im Fleisch der Partei". Man kann sich natürlich auch selber belügen und denken, dass man bei konservativen irgendwas verändern könnte, was natürlich aber gegen die komplette Logik des Konservatismus geht. Bei der ersten Gelegenheit sind solche Themen das Erste was über Bord geschmissen wird.
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#10 michael hnkAnonym
  • 18.01.2021, 13:54h
  • Laschet ist konservativ wie auch pragmatisch. Mit ihm ist in Sachen "Queer-Politik" weder eine Rolle rückwärts noch Progressivität zu erwarten.

    Merz ist jetzt wirklich weg vom Fenster. Weder ein Kanzler Laschet noch ein Kanzler Söder werden riskieren, sich so eine Art "Brutus auf Abruf" ins Kabinett zu holen.

    Aber vielleicht kriegt Deutschland ja auch wieder eine neue Kanzlerin, wer weiß.. Die Baerbock hätte bestimmt das Zeug dazu, ihr männliches Pendant Habeck leider überhaupt nicht.

    Schau'n mer mal.
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