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Crailsheim

Wegen Queerfeindlichkeit in Polen: Parteien gegen "Lubliner Platz"

Weil sich der polnische Verwaltungsbezirk Lublin zur "LGBT-freien Zone" erklärte, wollen die Crailsheimer Grünen einen Lubliner Platz in einem Neubaugebiet verhindern. Der Vorstoß erhält Unterstützung.


Das Neubaugebiet Grundwegsiedlung liegt im Crailsheimer Stadtteil Altenmünster (Bild: Keine Autoreninfo)

Im baden-württembergischen Crailsheim wird es vermutlich doch keinen Lubliner Platz geben. Nachdem sich die Grünen-Fraktion im Gemeinderat gegen die geplante Straßenbenennung im Neubaugebiet Grundwegsiedlung im Stadtteil Altenmünster ausgesprochen hatte, erhielt sie in der letzten Sitzung des Bauausschusses Unterstützung auch von anderen Fraktionen. Das berichtete am Mittwoch die "Südwest Presse" (Bezahlartikel).

Für die Grünen sei es "inakzeptabel", dass in einer Zeit, in der LGBTI in Polen zunehmend ausgegrenzt werden, in Crailsheim eine Straße ausgerechnet nach einem Verwaltungsbezirk benannt wird, der sich zur quasi "LGBT-freien Zone" erklärte, begründete Stadtrat Sebastian Karg seinen Vorstoß. Als alternativen Namen für den neuen Platz schlug der grüne Kommunalpolitiker "Platz der Freundschaft" vor.

Die CDU ist offen für einen anderen Namen

Aus den anderen Parteien kam Verständnis für den Vorschlag. Er könne den Einwand der Grünen "nachvollziehen", meinte etwa der Fraktionschef der Allgemeinen Wählervereinigung Crailsheim (AWV) Sebastian Klunker. SPD-Stadtrat Roland Klie sieht laut "Südwest Presse" zumindest Beratungsbedarf, während sich CDU-Stadtrat Harald Gronbach offen für eine alternative Platzbenennung zeigte. Nun soll die Bürgergemeinschaft Altenmünster in die Namenssuche einbezogen werden. CDU und AWV verfügen im Gemeinderat über eine Mehrheit der Stimmen.

In Polen haben über 100 Gemeinden, überwiegend im Süden und Osten des Landes, seit 2019 Resolutionen gegen eine angebliche "LGBT-Ideologie" verabschiedet. Sie entstanden im zeitlichen Zusammenhang mit dem Aufkleber "LGBT-freie Zone" eines rechten Magazins und werden von vielen Kritiker*innen und auch Befürworter*innen entsprechend zusammengefasst. Direkte rechtliche Folgen für die Angehörigen sexueller und geschlechtlicher Minderheiten haben diese Resolutionen nicht, sie schaffen aber ein Klima der Intoleranz. (cw)



#1 Carsten ACAnonym
  • 20.01.2021, 16:57h
  • Finde ich absolut richtig und unterstützenswert.

    Dass Deutschland und die EU viel zu wenig dagegen tun, dass in einem EU-Staat "LGBTI-freie Zonen" eingerichtet werden (wie man es vorher nur von den "judenfreien Geschäften" etc. im Dritten Reich kannte, ist schon schlimm genug.

    Aber dann benennt man nicht auch noch Straßen, Plätze, o.ä. nach solchen Regionen.
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#2 KaiJAnonym
  • 20.01.2021, 17:19h
  • Unabhängig vom Anlass der Benennung der Strasse kann in diesen Zeiten eine solche nicht erfolgen.
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#3 WadimAnonym
  • 20.01.2021, 18:46h
  • Juckt das Homophoben in Polen?
    Besonders wenn EU gibt immer wieder nach und sie weiter brav finanziert.
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#4 vanniAnonym
  • 20.01.2021, 19:24h
  • Ein Gemeinderat zeigt Rückgrat!

    Ich wurde erstmals hier auf queer.de mit den Entwicklungen in Polen und Ungarn aufmerksam gemacht was mich erst schockiert und weitestgehend irritiert hat. Ich war in den ersten Phasen des coming outs, und wurde dadurch auch verängstigt. Was wenn solch eine Entwicklung sich hier breit macht?

    Bürgermeister Dr. Christoph Grimmer nahm Hinweise der Fraktion der Grünen ernst und hinterfragte die Gegebneheiten in den Partnerstädten. Dass nun auch der Gemeinderat kritisch diese Queerfeindlichkeit hinterfragt und Zeichen mit den ihm gegebenen Mitteln gegen diese Entwicklung setzen möchte, finde ich sehr gut!

    Es rüttelt wach und thematisiert. Auch in der eigenen Stadt wird dadurch sensibilisiert und Signale und Akzente gesetzt.
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#5 easykeyProfil
  • 20.01.2021, 19:44hLudwigsburg
  • Antwort auf #3 von Wadim
  • ...sicher nicht im eigentlichen Sinne. Aber wenn es oft genug kommuniziert wird, bleibt vielleicht eine "Fußnote" hängen....und darüber können jene Herrschaften im stillen Kämmerlein nachdenken...wenn sie es können.
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#6 steffdaAnonym
  • 20.01.2021, 19:52h
  • Wo ist die Unterstützung dortiger LGBT*-Initiativen eben weil man einen Lubliner Platz hat? Oder reichts dafür nicht?

    Bissel billige Empörungspolitik das ganze....
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#7 SchonAnonym
  • 20.01.2021, 20:43h
  • Antwort auf #3 von Wadim
  • Das ist der eigentliche Skandal, dass mein Geld in Europa dafür verwendet wird, irgendwelche Nazis in Polen an der Macht zu halten.
    Undemokratische, menschenverachtende Länder haben in Europa nichts verloren. Da gehört eine automatische Austrittsklausel in die europäische Verfassung.
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#8 Ralph
  • 21.01.2021, 10:03h
  • Eine Gelegenheit, daran zu erinnern, dass in Deutschland noch immer schwulenfeindliche Benennungen üblich sind, so heißt z.B. der Flughafen einer süddeutschen Großstadt nach Franz Josef Strauß und allüberall gibt es Adenauerstraßen bzw. -plätze.
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#9 zundermxeAnonym
  • 21.01.2021, 11:57h
  • Benennungen von Straßen, Plätzen, Kasernen, Flughäfen, Sportstätten, etc. sollten niemals beliebig sein da sie zwangsläufig auch immer als eine Art Zeitzeuge herhalten.
    Da eine nachträgliche Änderung oft aus den verschiedensten Gründen schwierig, auch nicht immer nur sinnvoll und teilweise praktisch unmöglich ist, ist es umso wichtiger bei der Neuvergabe lieber einmal mehr zu diskutieren.

    Die Zeichen und die (un-) gewollte Aussage, die von einer Zustimmung oder einer Ablehnung ausgehen, mögen manchen marginal und anderen sehr bedeutend erscheinen. Dauerhaft sind sie in der Regel so gut wie immer.
    Daher ist es aktuell wichtig und zeitbezogen angemessenen den Namen in Frage zu stellen und nicht zu verwenden.
    Es lässt sich vermuten, dass es vllt besser wäre, dies noch vor der Landtagswahl in BW belastbar zu klären. Danach könnte die Tür dazu verschlossen sein.
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#10 GerryxyzAnonym
  • 24.01.2021, 20:03h
  • Bezüglich Lublin muss man unterscheiden zwischen der Woiwodschaft Lublin, die die ganze Woiwodschaft als LGBTI-freie Zone erklärt hat und der Stadt Lublin, die zu dieser Woiwodschaft gehört. Die Stadt Lublin wird mehrheitlich nicht von der Pis-Partei, sondern einer Mehrheit regiert, die nicht zwangsläufig lgbti-feindlich ist (links bis rechts-liberal). Normalerweise werden Straßen in Deutschland nach Städten benannt. Vielleicht würde ein gemeinsame Anfrage der deutschen Partnerstädte (z. B. Münster und Delmenhorst) an die Stadt Lublin bewirken, das diese sich zur nicht-LGBTI-freien Zone erklärt. Das müsste der Stadt Lublin vermutlich möglich sein, da die Erklärung der Woiwodschaft zur LGBTI-freien Zone rechtlich nicht bindend für die zugehörigen Städte sein kann.
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