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Rheinland-Pfalz

Homophober Chat bei der Landesarchäologie Koblenz

Ein Chat von Schatzsucher*innen mit Genehmigungen der Landesarchäologie sorgt für Aufregung. Rassistische, sexistische, homophobe und pornografische Inhalte sollen geteilt worden sein.


Auf WhatsApp ging einigen offenbar die Zügel durch (Bild: Tim Reckmann / flickr)

Nach einem Skandal um menschliche Wirbelsäulen in Blumentöpfen sieht sich die Landesarchäologie Koblenz mit Vorwürfen wegen rassistischer und sexistischer Formulierungen konfrontiert. Laut einer Mitteilung des Südwestrundfunk vom Mittwoch sollen in einer Whatsapp-Gruppe von rund 30 vorwiegend männlichen Amateur-Sondengänger*innen namens "NFG AW" (Nachforschungsgenehmigung Ahrweiler) unter anderem rassistische, sexistische, homophobe und pornografische Inhalte geteilt worden sein. Zwei Schatzsuchende hätten sich deshalb an die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gewandt.

Ein Mitarbeiter der Landesarchäologie bezeichne sich in dem Chat als Administrator in wissenschaftlichen Angelegenheiten. Die Behörde kann Nachforschungsgenehmigungen erteilen, mit denen Bürger*innen mit Sonden nach Schätzen suchen können. In dem Chat, der dem SWR in Teilen vorliegt, wird laut dem Sender auch ein Beamter der Landesarchäologie bedroht. Für ihn gebe es ein "Weihnachtsgeschenk", habe ein Teilnehmer geschrieben. Ein Bild zeige eine Weltkriegsbombe. Statt gegen solche Äußerungen einzugreifen, melde sich der Administrator der Landesarchäologie im Chat zu Themen wie "Öffentliches Betrinken" oder "Russische Frauen" zu Wort.

Dienstrechtliche Prüfung angekündigt

Das Wissenschaftsministerium in Mainz teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: "Die Beiträge sind indiskutabel und unangemessen." Die Landesarchäologie distanziere sich von ihnen. Sie sei weder Betreiberin des Chats noch für dessen Inhalte verantwortlich. Ihre Mitarbeitenden seien angewiesen worden, "nicht nur aus dieser, sondern auch aus anderen Sondengänger-Chat-Gruppen auszutreten". Zudem habe die Landesarchäologie eine dienstrechtliche Prüfung des Sachverhaltes eingeleitet. Das Verfahren dauere an.

Derweil verwiesen laut SWR einige der Sondengänger auf den "privaten Charakter" des Chats. Die Bombe sei nur ein "Druckbehälter" und diese Bemerkung ein harmloser Witz gewesen. Wegen der rassistischen, sexistischen und homophoben Beiträge hätten sich die Verfasser*innen reumütig gezeigt und versichert, so etwas nicht mehr zu schreiben.

Die Koblenzer Außenstelle der Landesarchäologie hatte kürzlich schon Schlagzeilen mit zwei Installationen aus menschlichen Wirbelsäulen in Blumentöpfen auf ihren Schreibtischen gemacht. Bei der bizarren Dekoration handelte sich um mittelalterliche Knochen aus Grabungen. (dpa/cw)



#1 SchleicheRAnonym
  • 20.01.2021, 15:32h
  • ui, die Geschichte mit den Wirbelsäulen (u.a. auch die eines jungen Menschen) im Blumentopf is schon ziemlich heftig....
    (Und ich lass mich vom Friedhof jagen, weil ich dort mit dem Fahhrad unterwegs war. Störung der Totenruhe hieß es...)
    ..und die stellen sich echte Wirbelsäulen aus dem Mittelalter in den Blumentopf

    Bei denen scheint grad ´ne ganze Menge aus´m Ruder zu laufen...
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#2 lindener_H_BLNProfil
  • 20.01.2021, 20:18hBerlin
  • Die zivilisatorische Decke ist überaus dünn. Darunter verbirgt sich bei vielen jämmerlichen Tröten reine Düsternis und archaischer (männlicher) Macht- und Überlegenheitswahn.
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#3 janxAnonym
  • 21.01.2021, 12:50h
  • Antwort auf #1 von SchleicheR
  • In der Tat. Aber wenn man sonst ohne Rückgrat ist bei ethischen Fragen, dann stellt man sich auch gerne Mal ne Wirbelsäule in den Blumentopf. Vlt. doch nicht alle von den Wirbellosen zum Mensch weiterentwickelt?
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