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Neue Initiative

LSU setzt sich für queere Menschen mit Behinderung ein

Der queere Verband der Union startet eine Initiative, um die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung in der Community zu bekämpfen.


Der LGBTI- und der Behindertenverband der Union wollen gemeinsam gegen Diskriminierung kämpfen (Bild: LSU)

Der Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) hat am Donnerstag gemeinsam mit dem "Netzwerk Menschen mit Behinderungen der CDU Nordrhein-Westfalen" die queere Community aufgefordert, sich mehr für Menschen mit Behinderung zu öffnen. Außerdem drängen die beiden Organisationen auf eine gezieltere Berücksichtigung der Lage von queeren Personen mit Behinderung in der Sozialpolitik, insbesondere auf der Ebene der Bundesländer.

"Während erfreulicherweise das Leben für nicht behinderte LSBTIQ immer weniger Hürden aufweist, gilt dies für LSBTIQ mit Behinderung erst in Ansätzen", so der LSU-Pressesprecher Thomas W. Schmitt in einer gemeinsamen Erklärung mit Daniel Thomas, dem Landesvorsitzenden des christdemokratischen Behinderten-Netzwerks.

Die LSU hatte erst vor einem halben Jahr die Arbeitsgemeinschaft "Toleranz und Akzeptanz in der LSBTIQ-Community" gegründet, die für mehr gegenseitigen Respekt innerhalb der Szene werben soll (queer.de berichtete). In den letzten Monaten befragte die AG queeren Menschen mit Behinderungen über ihre Erfahrungen in der Community.

Ausgrenzung in der Community? – Die LSU Bundesverband und das Netzwerk Menschen mit Behinderungen der CDU NRW kämpfen...

Posted by Netzwerk Menschen mit Behinderungen der CDU NRW on Thursday, January 21, 2021
Facebook / Netzwerk Menschen mit Behinderungen der CDU NRW

"Bewusstsein innerhalb der LSBTIQ-Community schärfen"

"Die Ergebnisse der Umfrage haben uns auch nochmal bestätigt, dass LSBTIQ mit Behinderungen, einer chronischen Krankheit oder sonstigen Beeinträchtigungen selbst in der Gemeinschaft, wo sie eigentlich auf volle Unterstützung hoffen dürften, auf unterschiedlichste Weise Ausgrenzung erfahren", erklärte AG-Mitglied Benjamin Daniel Thomas aus Essen. "Wir erklären uns das unter anderem damit, dass manche LSBTIQ Entwertungen, die sie oft schon selbst früh für ihre Geschlechtsidentität oder ihre sexuelle Orientierung erfahren haben, unbewusst gegen sich selbst und oft auch gegen andere LSBTIQ richten – im Zweifel auch gegen Jemand mit Behinderung", so Thomas weiter. Das sei keine pauschale Feststellung, "aber wir wollen aufzeigen woher eine solche Entwicklung kommen kann und damit das Bewusstsein innerhalb der LSBTIQ-Community dafür schärfen". Jeder sei selbst gefordert, sich das besser vor Augen zu führen. "Eine Gesellschaft muss sich letztlich auch daran messen lassen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht."


Benjamin Daniel Thomas ist seit 2012 sowohl bei den Lesben und Schwulen in der Union als auch im Netzwerk Menschen mit Behinderung der NRW-CDU aktiv (Bild: privat)

Unter anderem beklagt die LSU, dass etwa in vielen Dating-Profilen stehen würde, dass man Menschen mit Behinderung ausschließe oder sie einfach blockiere. "Auch 'ghosting', also der plötzliche Komplettrückzug oder der Kontaktabbruch – sprich: das Unsichtbarwerden des Datingpartners, nachdem er von der Behinderung seines Gegenübers erfährt, ist keine Seltenheit", so der Verband. Es gebe auch weitere Probleme: So seien viele öffentliche Bereiche, etwa Beratungsräume, nicht barrierefrei zugänglich. Außerdem werde bei vielen Veranstaltungen oder Infomaterial nicht an Gebärdensprache oder leichte Sprache gedacht.

Daher seien verstärkte Sensibilisierungsmaßnahmen zum Thema "Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und Behinderung" in den queeren Anlauf- und Beratungsstellen notwendig. Außerdem müsse das Thema stärker in den Landesaktionsplänen der Länder berücksichtigt werden – derzeit haben 15 der 16 Bundesländer derartige Pläne, nur Bayern sieht "keine Notwendigkeit", queere Menschen durch einen Aktionsplan zu schützen. (pm/dk)



#1 Zakk McDiqAnonym
  • 21.01.2021, 14:24h
  • Für mich haben Nachrichten von/über der/die LSU immer einen seltsamen Beigeschmack. Es ist absolut richtig, dass es in der queeren Community leider sehr viele Vorurteile gegenüber Behinderten (und gegenüber Schwarzen, Asiaten, Muslime, etc.) gibt. Es ist auch absolut richtig, dass etwas diesbezüglich unternommen werden sollte. Es ist auch schön, dass die LSU da etwas macht.

    Ich tue mich aber trotzdem schwer mit Aufrufen zu mehr Toleranz ausgerechnet aus dieser Partei. Im Artikel wird sogar darauf hingewiesen, dass im CSU-Land Bayern das Thema keine Rolle spielt. Wenn ich mir dann noch angucke, was die Junge Union oder Merz so ausspucken, dann frage ich mich, ob die LSU da mit ihren Forderungen nicht im Glashaus sitzt.
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#2 AthreusProfil
  • 21.01.2021, 16:34hSÜW
  • Beeindruckend, dass man "Entwertung" und Diskriminierung von LGBTQ's beklagen kann, ohne die menschenverachtenden Positionen hochrangiger CDU-Mitglieder zu kritisieren, die die eigene Parteipolitik maßgeblich mitbestimmen. Offenbar sind CDU-Mitglieder kein Teil der deutschen Gesellschaft oder wie habe ich das zu verstehen? Die Doppelmoral stinkt so zum Himmel, dass es mir die Schleimhaut verätzt.
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#3 Ralph
  • 22.01.2021, 10:25h
  • Militärisch nennt man so was ein Ablenkungsmanöver. Die Community soll zur Selbstbeschäftigung gebracht werden, um die Diskriminierung innerhalb der Union nicht mehr wahrzunehmen. So wichtig das Thema eigentlich ist, sollte die Union zuerst vor der eigenen Tür kehren. - Nebenbei: Dass es für nicht behinderte LSBTI inzwischen einigermaßen läuft, haben wir auch nicht eben der Union zu verdanken, die gegen jedes noch so kleine Gleichstellungsschrittchen erbitterten Widerstand geleistet hat.
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