Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37972

Jetzt auch in Deutschland

Amazon Prime zensiert schwules Gefängnisdrama

Der Spielfilm "Der Prinz" des chilenischen Regisseurs Sebastián Muñoz wurde bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Queer Lion ausgezeichnet – doch Amazon Prime schmiss ihn jetzt aus dem Programm.


Szene aus "Der Prinz": Der 20-jährige Jaime landet im Gefängnis, weil er im Suff seinen heimlich begehrten besten Freund erstochen hat (Bild: Edition Salzgeber)

Nach Großbritannien hat Amazon Prime nun auch in Deutschland das schwule Gefängnisdrama "Der Prinz" aus dem Programm geschmissen. Das teilte der deutsche Verleih Salzgeber am Donnerstag in seinem Newsletter mit. Im Vereinigten Königreich hatte der Streamingdienst die Maßnahme gegenüber Peccadillo Pictures mit "sexuell expliziten" und "gewalttätigen" Inhalten begründet.

Der 2019 veröffentlichte Film von Sebastián Muñoz erzählt von einer schwulen Beziehung und brutalen Machtkämpfen im Gefängnis (queer.de rezensierte). Ein älterer Insasse, genannt "Der Hengst", macht den jungen, hübschen Mörder Jaime zu seinem Schützling, erwartet dafür aber Loyalität und sexuelle Unterordnung. "Der Prinz" spielt in Chile kurz vor dem Amtsantritt Salvador Allendes und basiert auf Mario Cruz' lange verschollenem Roman, der parallel zum Film erstmals in deutscher Übersetzung erschien (queer.de rezensierte).

Salzgeber verweist auf "Freigabe durch die deutsche FSK"

"Offenbar verstößt der Film, der bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Queeren Löwen ausgezeichnet wurde, gegen irgendwelche hausinternen Richtlinien", wunderte sich Salzgeber im Newsletter. Die Zensur durch Amazon Prime trotz "natürlich vorhandener Freigabe durch die deutsche FSK" kann man in der Berliner Prinzessinnenstraße nicht nachvollziehen.

"Wir können nicht leugnen, dass 'Der Prinz' einige brisante und plakative Szenen enthält, aber das ist es, was den Film ausmacht", erklärte Tom Abell vom britischen Verleih Peccadillo im vergangenen Monat gegenüber dem Magazin "Deadline". "Aber er enthält sicherlich nichts, was in einem Gefängnisdrama noch nie zuvor gezeigt wurde und verblasst sogar im Vergleich zu Szenen in vielen eigenen Produktionen von Amazon. Wir sind etwas ratlos, um die Situation zu erklären."

Auf anderen Plattformen ist "Der Prinz" weiterhin zu sehen. Zum Glück sei "der Anblick eines männlichen Geschlechtsteils nicht für alle ein Weltuntergang", heißt es dazu im Salzgeber-Newsletter. So kann der "Der Prinz" weiterhin unzensiert im Salzgeber Club gestreamt werden und ist zudem als DVD im Handel erhältlich – absurderweise selbst bei amazon.de (Amazon-Affiliate-Link ). (mize)

Vimeo / Salzgeber Club | Trailer zu "Der Prinz" und Möglichkeit, den Film direkt anzuschauen
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.



#1 US-PrüderieAnonym
  • 22.01.2021, 09:26h
  • Typisch prüder US-Konzern.

    Da wissen wir schon mal, was uns erwartet, wenn Amazon alle unabhängigen Verlage, Filmpublisher, Einzelhändler & Co plattgemacht hat:

    Da bekommen wir dann nur noch das zu sehen und zu lesen, was Amazon in den Kram passt.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Taemin
  • 22.01.2021, 10:09h
  • All die schwulen Kunden von Amazon müssen langsam mal die Frage beantworten, warum sie den Laden nicht boykottieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Roman BolligerAnonym
  • 22.01.2021, 10:44h
  • Antwort auf #2 von Taemin
  • Ganz genau. Ich kaufe nicht bei Amazon ein, dieser universellen unersättlichen Krake von Jeff Bezos, dem die Dicke seines Multimillarden-Geldbeutels wichtiger ist als Alles Andere.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 RaphelAnonym
#5 LupdejuppAnonym
  • 22.01.2021, 10:54h
  • Errigierte Schwänze dürften schlicht gegen die Richtlinien von Prime sein und ein Film der laut Google explizite Nacktszenen von Teeniejungs, die sich im Schlamm wälzen, beinhaltet zieht eben nicht nur den arthouse-genießer an.....

    weiter hat der Film in der ungeschnittenen Version laut Google gar keine Freigabe bekommen, darf zwar verkauft aber wohl nicht beworben werden.....

    2 Minuten Google, kein Skandal in Sicht.....
  • Antworten » | Direktlink »
#6 BalkoAnonym
  • 22.01.2021, 11:23h
  • Der Film scheint ja sehr zu polarisieren. Leider wurde mal wieder die Chance vertan, ihn zu synchronisieren.
    Wenn ihr eine Stimme braucht, meldet euch! ^^ Ich synchronisiere auch kostenlos, damit der homosexuelle Film mal Bedeutung bekommt.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 StaffelbergblickAnonym
  • 22.01.2021, 11:59h
  • Für mich kann ich gut und gerne auf Knastfilme verzichten ob mit oder ohne Darstellung sexueller Unterdrückung. Mir reichen hierzu die Informationen aus wissenschaftlichen Dokumentationen. Und Filme dieser Art machen die Welt auch nicht besser, weil deren durchaus berechtigter Informationsgehalt nicht bei denen ankommt, die es dringend nötig hätten. Und wenn dann wohl nicht im Gehirnkasten zum Umdenken führt.
    Andererseits war ich jetzt neugierig, inwieweit "Im Reich der Sinne" via Streaming empfangen werden kann. Kurzer Hintergrund. Es ist ein Film über sexuelle Abhängigkeit und Besitz. Der Film hat reale HIntergründe aus dem Zeitraum 1933-1935 in Tokio. Damals hatte eine Geisha ihrem Liebhaber den Penis abgeschnitten, damit er mit keiner anderen Frau mehr Sex haben kann ... um ihn nur für sich zu besitzen. Dieser Film zeigt die Sexszenen sehr explizit, in aller Schärfe deutlich und Großformat. Auf diese Szenen reduziert ist es schierer Porno. Der Film wurde damals bei den Filmfestspielen gezeigt und nach der Vorführung wegen Pornografie beschlagnahmt. Erst nach gerichtlicher Auseinandersetzung als Kunstwerk freigegeben. Also zusammengefaßt: Hier wird ein Film mit Darstellung von teilweise sexueller Gewalt (u.a. junge Frau wird im Bordell mit Dildo defloriert, damit sie als Geisha angeboten kann) auch über
    www.amazon.de/Im-Reich-Sinne-dt-OV/dp/B071G6TRDK
    angeboten. Im inhaltlich beschriebenen "Der Prinz" nicht. Damit dürfte die Frage aufgeworfen sein ... wo ist der Unterschied.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 PeerAnonym
#9 PeerAnonym
  • 22.01.2021, 12:14h
  • Antwort auf #5 von Lupdejupp
  • Es verlangt ja auch niemand, dass irgendwer den Film bewirbt. Aber wenn jemand ausdrücklich diesen Film sucht, sollte man ihn dann auch kaufen können.

    Es ist ein meilenweiter Unterschied zwischen "nicht bewerben" und "zensieren".
  • Antworten » | Direktlink »
#10 RaphelAnonym