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Einzelkommentar zu:
Positive sind nicht Sündenböcke der Nation


#2 MandyAnonym
  • 10.11.2005, 13:10h
  • Hier ein Artikel der das auch etwas relativierend betrachtet:

    aus CSG Aktuell:
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    Erstdiagnosen bei HIV gestiegen

    Wie mit Statistiken Menschen zu Sündern gemacht werden

    07.10.05 (Wh) In seinem neuen Halbjahresbericht veröffentlichte das "Robert-Koch-Institut" in Berlin am 30.09.2005 die neuen Zahlen zur Entwicklung der HIV-Infektionen in Deutschland. Dabei wurde ein deutlicher Anstieg der Erstinfektionen bei homosexuellen Männern festgestellt.

    Gerade die "christlichen" Medien aller Couleur griffen diese Meldung auf. Statistische Zahlen wurden dabei den Lesern unkommentiert und ohne den zwingend notwendigen statistischen Hintergrund präsentiert. Dabei mussten Leser den Eindruck gewinnen, dass weit über die Hälfte aller homosexuellen Männer mit dem HI-Virus infiziert sind. Viele dieser Medien kommentierten dann die Zahlen als Beweis für die Sündhaftigkeit und das angebliche Wirken Gottes in der Bestrafung Homosexueller.

    Eine derartige Berichterstattung ist schlicht unlauter. Folgendes wurde seitens des RKI entsprechend in seinem Halbjahresbulletin veröffentlicht:

    Mit Stand vom 1. September 2005 wurden in Deutschland 1.164 Fälle von Neuinfektionen mit dem HI-Virus gemeldet. Damit sind in Deutschland seit Beginn der Statistiken 1993 durch das RKI 24.269 Menschen als Erstdiagnose mit einem positiven Antikörpertest registriert worden.

    In Deutschland leben ca. 82 Millionen Menschen. Statistiker schätzen, dass mindestens 6 Millionen Menschen homosexuell sind. Gemessen am Bundesdurchschnitt sind davon rund 3,06 Millionen weiblich. Das Infektionsrisiko von homosexuellen Frauen mit dem HI-Virus liegt dabei im statistisch unrelevanten Feld. Lesbische Frauen haben laut WHO das geringste Ansteckungsrisiko mit dem Aids-Virus überhaupt, dieses liegt noch unter dem Promille-Bereich.

    Selbstverständlich, und das soll hier nicht schön geredet werden, sind die Zahl der Neuinfektionen bei homosexuellen Männer um erschreckende 20% gestiegen. Dies ganz deutlich in der Altersgruppe der 30-39jährigen.

    Diese Zahl macht 0,624% aller homosexuellen Männer in Deutschland aus. Dort sind laut RKI 18373 schwule Männer seit 1993 als Erstdiagnosen registriert worden, also rund 0,022% der Gesamtbevölkerung. Statistische Zahlen des RKI über die Zahl der Frauen, die homosexuell und infiziert sind, liegen nicht vor. Rechnerisch müssten jedoch seit 1993 ca. 380 Frauen, die auch homosexuell sind, sich mit dem HI-Virus angesteckt haben. Das wären 0,000471 % der Gesamtbevölkerung und 0,000919% aller Frauen in Deutschland.

    Laut der Veröffentlichung des RKI steigt aber auch die Zahl der Erstdiagnosen bei heterosexuellen Menschen stetig. Insgesamt scheinen viele Menschen höhere Risiken in ihrem sexuellen Verhalten einzugehen. Hier kann nur durch Aufklärung etwas getan werden. Unpassend, wie die Zahlen belegen, ist es jedoch, Aids als die Rache Gottes an homosexuellen Menschen zu bezeichnen.

    Abschließend bleibt zu bemerken, dass jeder infizierte Mensch, egal welcher sexuellen Identität, ein Mensch zu viel ist.
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