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Einzelkommentar zu:
Positive sind nicht Sündenböcke der Nation


#7 whk RheinlandAnonym
  • 10.11.2005, 17:51h
  • @ ACop: Du scheinst ja ziemlich viel zu wissen. Seit wann ist die Aids-Hilfe "eine Vereinigung von HIV-Positiven für HIV-Positive"? Wo hast Du denn den Unsinn her? Deine Behauptung ist angesichts der jahrelangen Präventionsarbeit der Aids-Hilfen innerhalb der Homoszene (!) schlichtweg falsch. Man darf vielleicht daran erinnern, daß die zumeist von schwulen Männern gegründeten Aids-Hilfen, schon ehrenamtliche Präventionsarbeit in der Szene leistete, lange bevor es überhaupt staatliche Präventionsprogramme gab. Gerade bei im Bereich der Prävention haben die Aids-Hilfen eine beachtliche Pionierarbeit geleistet, als die Behörden bei dem Thema skandalöserweise noch wegschauten.

    Angesichts dessen ist auch Deine Behauptung, die AIDS-Hilfe "oder angeschlossene Gruppen" (welche meinst Du?) würden "die Ausbreitung von AIDS" gar nicht "verhindern wollen" nicht einmal von oberflächkicher Sachkenntnis getrübt - sorry!

    Es mag sein, daß das Papier des Bundespostiventreffens in seiner bedauerlichen Knappheit zu Mißinterpretationen einlädt. Unübersehbar ist jedoch, daß Positive darin Solidarität von der sonst ja gern herbeizitierten "gay community" einfordern und sich dagegen verwahren, von (Massen-)Medien, Politikern und Juristen (oder auch von der Szene selbst) erneut als gesellschaftliche Sündenböcke abgestempelt zu werden, wie schon in den 80er Jahren. Damals gab es immerhin noch eine sich als politischer Akteur verstehende "Schwulenbewegung", die sich gegen solche repressiven Ansinnen (wie etwa die Anwendung des Seuchengesetzes und das Internierung Aids-Kranker in "Lager") zu wehren wußte - eine politische Stärke, über die die schwule Szene heute leider nicht mehr verfügt.

    Wer den Ausschluß von Aids-Kranken oder HIV-Infizierten aus der gesetzlichen Krankenversicherung fordert, muß konsequenterweise auch fordern, Menschen mit HIV und Aids anschließend wie Sexverbrecher bis zum Lebensende "wegzusperren" (Gerhard Schröder), denn wer will nach dieser autoritären Logik schon sicher gehen, daß ins soziale Elend getriebenen und quasi zu Kriminellen deklarierten Betroffenen nicht trotzdem weiterhin Sex zu haben gedenken - Krankenversicherung hin oder her?

    Dein spektakulärer Einwand, es handele sich hier, "wie leider so oft, wiedermal um eine reine Ausrede, als Positiver ungeschützt poppen zu können, ohne das eigene Gewissen all zu sehr belasten zu müssen", erscheint mir daher etwas fehl am Platze: Zum Sex gehören immer mehr als eine Person: Die die (ungeschützt) poppt und die, die sich (ungeschützt) poppen läßt. Jeder der Sex hat, muß sich die Frage stellen, wie verantwortlich er mit seiner eigenen Sexualität umgeht und inwieweit er sich zu schützen gedenkt 8oder eben nicht). Diese Verantwortung allein den Postiven abzuverlangen scheint mir dem von der Homoszene und selbst von staatlichen Gesundheitsbehörden (noch?) akzeptierten Präventionsgedanken einigermaßen zu widersprechen.
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