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Kommentare zu:
Positive sind nicht Sündenböcke der Nation


#11 HugoAnonym
  • 10.11.2005, 19:54h
  • Jeder, der hier nach gesetzlichen Regelungen schreit, hat letztlich nur Angst davor, Verantwortung für sich selbst zu nehmen.
    Bemerkenswert finde ich allerdings, daß immer die Postiven die "Bösen" sind, die die armen Negativen "wissentlich" infizieren. Wenn einer von Euch mal den Bericht und die Kommentare des RKI gelesen hätte, dann hätte auch der eine oder andere mal bemerken müssen, daß die meisten HIV-Infektionen in BEZIEHUNGEN passieren und zwar weil beide UNGETESTET sind... (soweit zum Thema Treue und Ehrlichkeit!!!) Ich würde mal sagen, die Bösen sind nicht die, die Positiv sind, sondern die, die aus Angst den Test verweigern. Und mal Hand auf Herz, wer von denen, die hier gern und ausdauernd gegen die Positiven wettern, hatten denn schon genug Arsch in der Hose, um sich selbst mal testen zu lassen? Und bevor jetzt einer fragt, ich wurde auch in einer langjährigen "treuen" Beziehung infiziert.
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#12 DanielAnonym
  • 10.11.2005, 20:57h
  • also ich verstehe die diskussion nicht so ganz.

    ich weiss seit ein paar monaten das ich positiv bin. ich habe immer safe gefickt. aber irgendwann muss wohl mal was "daneben gegangen sein" und ich bin positiv............könnt ihr mir jetzt glauben oder nicht, ist aber so.
    steht mir jetzt keine krankenversicherung zu? welchen fehler habe ich begangen das ich nicht mehr behandelt werden soll? erklärt mir das bitte.

    ausserdem:
    zum sex gehören immer zwei. wer heute noch ohne gummi fickt und glaubt er bliebe negativ, der ist naiv.

    ich kann nur jedem raten der negativ ist:
    fickt safe ! safer sex ist geil und der bessere weg. passt auf euch auf. hiv ist keine party!

    aber:
    ich kann auch die positiven barebacker verstehen.

    jeder sollte sein leben leben können. wenn aber einer sagt: ich habe mich bewusst für unsafen sex und damit hiv entschieden, dann kann ich nur den kopf schütteln. es gibt also leute die sich bewusst eine tödliche krankheit einfange wollten? ich kann das nicht verstehen.

    ich bin positiv. und ich habe nach der infektion auch schon ohne gummi gefickt. ich weiss nicht ob das unter schock war . . .

    mittlerweile kommt bare für mich nicht mehr in frage.........

    ich wünsche uns allen ein langes leben

    daniel

    ps: manche leute sollten vieleicht erst nachdenken und dann hier kommentare schreiben.
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#13 GeorgiosAnonym
  • 10.11.2005, 21:13h
  • Also zu diesem Thema kann man nur sage, daß jeder für sich selbst vernatwortlich ist! Und wenn jemand bei Sex nicht auf Gummis besteht so muss er damit rechnen infiziert zu werden! Das gilt für beide Seiten! Ich gehöre auch zu den Gayromeo Usern, die manchmal auch Sexdates suchen! ALLERDINGS mahce ich vorher klar, daß bei mir ohne wenn und aber ohne Gummi absolut nichts läuft.......das müsste für jeden selbst eine Grundregel sein und wenn das jeder beherzigen würd,gäbe es das Problem AIDS fast gar nicht mehr!
    Der Punkt ist Man darf von einem anderen Sexualpartner nicht erwarten, daß er automatisch Safer Sex macht...man muss es schon selber sage, bevor man mit demjenigen Sex hat und zwar vorher! Alles andere sind unnötige Schuldzuweisungenund bringen einen gar nicht weiter....man überlege nur mal wieviele sich für negativ "halten" ....in Wahrheit aber positiv sind und das mehrere Jahre nicht merken! Also fakt ist....bei seinem Gegenüber kann man sich nie sicher sein und auch nicht bei negativen Aids Tests.....deswegen gilt auch in der Beziehung für mich grunsätzlich Safer Sex.... Vertrauen ist eben gut...Kontrolle ist aber besser! Das müsste mein Partner auf jeden Fall verstehen!
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#14 ACopAnonym
  • 10.11.2005, 22:16h
  • @whk Rheinland

    das Wissen ist allgemein bekannt, wird nur gerne
    verschwiegen, weil es unbequem ist. Ich strebe aber nicht
    danach bequem zu sein und mir Sand in die Augen streuen
    zu lassen - von wem auch immer.

    Besonders schön finde ich, dass Du im Namen einer
    Organisation schreibst, bist DU keine Person? Nur
    Broschuren nach plappern? Schaut ganz so aus!

    Angeschlossene Gruppen? Die kennst Du nicht? Na dann will
    ich Dich auch nicht aus Deinem Mittagsschläfchen wecken.
    Sorry für die Störung und schöne Träume!
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#15 Gernot BackAnonym
  • 11.11.2005, 00:30h
  • Hallo @Daniel,

    "Safe Ficken", "Safe Sex" das gibt es gar nicht, deshalb heißt das Schlagwort ja auch "Safer Sex" und eben _nicht_ "Safe Sex". Es ist nur ein vergleichsweise "sichererer Sex". Ein gewisses Restrisiko bleibt aber immer bestehen. Im Leben selbst besteht doch ohnehin die gößte Lebensgefahr. Auch wenn du dich z.B. in den Straßenverkehr begibst...

    Mach weiter so und minimiere das Risiko soweit es dir möglich ist., in deinem und im Interesse anderer. Leute wie du haben jede Solidarität verdient, wenn sie sich verantwortlich verhalten.

    Wofür ich aber kein Verständnis habe, sind Leute, die meinen, weil sie jetzt positiv seien, könnten sie alle Vorsichtsmaßnahmen außer Acht lassen. Das sind diejenigen, die es selbst zu verantworten haben, wenn Rufe nach einem Ausschluss aus der Solidargemeinschaft laut werden.

    Dein Verständnis für Barebacker (ob positiv oder nicht) kann ich deshalb nicht nachvollziehen. Ich bin aber zuversichtlich, dass du das weiterhin nicht machst, und trotzdem wie bisher auch Spaß am Sex haben wirst. Dazu hast du jedes Recht!

    Liebe Grüße

    Gernot Back
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#16 LangesLebenAnonym
  • 11.11.2005, 09:44h
  • Seit HIV-Ansteckungsgefahr besteht, habe ich NUR safe sex gemacht, bis ich 1986 meinen Partner fand, der ohne es zu wissen positiv war, 1996 verstorben. Vertrauen habe ich mir abgwöhnt ! Aus Angst bin ich erst 1997 und auch nur zufällig getestet und positiv.
    Bin Sportler, rauche und trinke nicht ,esse kein Fleisch und bis heute kerngesund und erfolgreich im Beruf..Erst 1998 bis jetzt 3 Tabletten alle 24 Stunden.Kein Mensch nur Ärztin wissen von meiner Infektion.Fühle mich heute mit 50 sauwohl,aber nix mit Samen schlucken und Gummi ist Pflicht,auch bei längeren Partnern. Habe keinen Bock,mir zusätzlichen Virenstamm einzufangen, weil ich 90 und noch älter werden will als meine Eltern.
    Keine Lust, mir noch einen zusätzlichen Virenstamm einzufangen.
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#17 Adrian AhlhausAnonym
  • 11.11.2005, 11:41h
  • "...wer heute noch ohne gummi fickt und glaubt er bliebe negativ, der ist naiv.", schreibt jemand. Nun, naiv zu sein ist nicht strafbar. Und eine gewisse Form von Leichtsinn auch nicht. Ansonsten dürfte man eine ganze Kohorte nicht auf die Straße lassen, die 15 bis 25jährigen. In dieser Alterstruktur ist "Leichtsinn" ein Teil der biologischen Entwicklung und daher offensichtlich notwendig. Schon deshalb kennt das Strafgesetzbuch die Jugendstrafen (bis 23).
    Das HIVpositive in Einzelfällen nicht bereit sind zu akzeptieren, dass sie allein für die Folgen eines unsafen Verhaltens verantwortlich gemacht werden, wenn jemand infiziert wird, zielt im Strafgesetzbuch auf die Einzelperson, nie auf eine Gruppe.
    Das auf HIVpositive mit dem Finger gezeigt wird, ist sicherlich einerseits bewuem - für einige Meinungsmacher - und andererseits falsch, denn dann sehe die Infektionsrate ganz anders aus. Dies ist - ganz pauschal - gerade den Heterosexuellen gar nicht bewusst. Sie schließen von sich als Gruppe auf andere. Der heterosexuelle Mann hat in seinem Leben durchschnittlich 8 Sexuelpartner. Das bedeutet, die Heten ahnen nichteinmal, dass man ganz anderes Er-Leben kann.
    Auch HIVpositive leben Sexualität, und das bestimmt, und hoffentlich häufiger.
    Wären die homosexuellen Männer auch nur annähernd so "aktiv", denn würden sie verstehen, wie wenig bei dem Potential unter Schwulen an "Ansteckung" tatsächlich geschieht.
    Ich sehe einen großen Teil der Veranwortung bei den Internetportalen für Schwule und in einer Medienwelt, das Gefül von Freiheit mit dem Wunsch nach Unabhängigkeit verwecheln hilft. Für mich ist das alles ein ganz allgemeines Problemfeld - weit weg von Zuweisungen in einer solchen Diskussion.
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#18 SmileAnonym
  • 11.11.2005, 22:55h
  • Zunächst einmal möchte ich folgendes sagen: Wer ohne Gummi fickt ist selber Schuld. Basta. Ich persönlich habe mit 3 Leuten ohne Gummi geschlafen, alle in einer Beziehung. Sonst ist Gummi Pflicht.

    Den Aidskranken zu verurteilen ist aber nicht zielführend. Die haben schließlich das Problem, ein Problem, von dem ich mir nichtmal vorstellen möchte es zu haben. Sie aus der GKV auszuschließen halte ich schlicht für menschenunwürdig.
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#19 madridEUAnonym
  • 12.11.2005, 10:23h
  • Auch mit Partnern sollte nichts mehr ohne Gummi gehen. Ausnahme: Jahrelanger Aufenthalt von zwei verschollenen und schwulen Schiffbrüchigen auf einer menschenleeren Insel irgendwo im Ozean.
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#20 Adrian AhlhausAnonym
  • 14.11.2005, 10:18h
  • Bei allem Für und Wider - die Argumente sind weitgehend getauscht. Und damit ich nicht faksch verstanden werde: Das Minimieren des Risikos scheint mir der beste Weg. Darüber schrieb Dannecker schon an anderer Stelle, hier bei "queer.de" veröffentlicht. Sein Beitrag wurde teilweise heftig kommentiert.
    Stelle' wa uns mal janz dumm: Wat bringt de Leutchen dazu ohne Jummi zu poppe?
    Nun, weil der Mensch nun mal ohne Gummi auf die Welt kommt. Und Sex ohne Gummi schön ist, für das Gefühl, besonders für den den Kopf. Ohne Gummi ist die befreiende Illusion leichter aufrecht zu erhalten, dass alles unkompliziert ist, und - es habe keine Folgen. Mit Gummi dagegen drückt man Vorsicht, Zurückhaltung und Distanz aus, allem Verständnis für das Propagierte zum Trotz.
    Es scheint mir leicht nachvollziehbar, dass man sich das Leben einfacher wünscht und unkompliziert. Ist der Kopf erst richtig eingeschaltet, dann ist es für nicht so wenige wohl auch vorbei mit dem unbeschwerten, aktiven Poppen. Hrt sein heisst häufig auch, keine Ablenkung auf andere Gedanken zuzulassen.
    Und dieses all zu menschliche Problem macht es so schwierig, von der allgemeinen Einsicht hin zu einem konsequenten Handeln im eigenen Bett zu finden, wegen der kopfbeladenen Notwendigkeit.
    Es liegt inc der Natur der Sache, dass es immer wieder Stimmen gibt, die so tun als sei alles ganz einfach. Und andere dagegen halten, dass es ihre eigene Entscheidung sei was und wie sie im Bett...
    Diese Befreiungsversuche von beiden Seiten helfen nicht wirklich. Natürliche Gefühle lassen sich nicht einfach ausschalten.
    Anfang der Neunziger hatte Ralf König das Problem treffsicher wie immer auf den Punkt gebracht.
    Der Comic-Strip: In einer Kneipe. Ein Älterer und ein Jüngerer im Gespräch. Der Jüngere entsetzt: Sperma? Sperma in den Mund?
    Ist dies ein natürliches Handeln, oder soll es werden? - Wenn ja, dann poppen wir schon bald im Dunkeln, behalten dabei ein Nachthemd an und berühren uns so wenig wie notwendig. Amen?
    Wir brauchen gangbare Wege um Umgang miteinander, ohne die Bedürfnisse zu leugnen. Dazu haben die Propagandiesten vonkonsequenten Safer-Sex bisher nichts beigetragen. Und weil sie ihre Ohnmaccht spüren und in den Medien nachlesen können, werden ihre Zeigefinger noch länger und noch spitzer, als wenn das die Lösung wäre. Kein Wunder, dass die Abwehrhaltung zu nimmt und der Rückzug ins Private und ins Schweigen stärker wird. Wer will diesen moralinsauren, selbsternannten "Heilsbringern" der Volksgesundheit entgegenkommen. Das menschliche Gefühlt und der Intellekt sagt einem: Abstand. Hier versuchen verunglückte "Aufklärer" den Teufel (HIV) mit Beelzebub (Zucht und Kontrolle) auszutreiben.
    Die Vernunft und das Mitgefühl bleiben bei den Eiferern beider Seiten auf der Strecke - und, es stört sie nicht. Wem das keine Angst macht.
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