Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37981

Diskriminierende Regelung abgeschafft

Trans und inter Personen erhalten offiziell Zugang zum Polizeidienst

Die neue Polizieidienstvorschrift 300 wird diverser: Alle Geschlechter, auch trans und inter Menschen, können jetzt zum Polizeidienst zugelassen werden, unabhängig ihrer körperlichen Geschlechtsmerkmale.


Vielfalt hält auch in der Polizei Einzug (Bild: René Mentschke / flickr)

Wie jetzt bekannt wurde, trat am 1. Januar die neue Dienstvorschrift PDV 300 in Kraft. Das gab die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti e.V.) am Freitag bekannt. Die Dienstvorschrift ist nun ausdrücklich mit einem Hinweis an alle Geschlechter gerichtet.

Nach der alten Regelung wurde hier noch zwischen Männern und Frauen unterschieden, die unterschiedliche Voraussetzungen hatten, um zum Dienst zugelassen zu werden. Nun ist dieser auch für trans, inter und nicht-binäre Menschen geöffnet worden. Damit sende die Polizei laut dgti "ein deutliches Willkommenssignal an alle Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen cis-binären Geschlechtsmodell identifizieren". So werde auch "eine langjährige Diskriminierung" beendet.

Männliche Polizisten müssen nicht mehr "mindestens einen funktionierenden Hoden" haben

Der Hintergrund: Die Zugangsvoraussetzungen für den Dienst in der Polizei sind in der Polizeidienstvorschrift 300 (PDV300) geregelt. Folgte man den dortigen Bestimmungen, blieb es trans- und intergeschlechtlichen Personen bisher verwehrt, eine Laufbahn im Polizeidienst anzustreben. Denn die PDV300 fordert beispielsweise einen stabilen Hormonhaushalt und männliche Polizisten mussten "mindestens einen funktionierenden Hoden" haben. Mit dieser Regelung wurden also trans Bewerber pauschal ausgeschlossen, unabhängig ihrer physischen oder geistigen Fähigkeiten. Auch trans*Frauen wurden regelmäßig abgelehnt, da diese sich in hormoneller Behandlung befinden.

Der dgti liegen auch Bewerbungsunterlagen einer trans Frau vor, die für "dienstuntauglich" erklärt wurde. Das gelte, so lange sie sich in hormoneller Behandlung befinde. Nach Abschluss dieser Behandlung dürfe sie sich erneut bewerben. "Das ist zynisch, da eine Hormontherapie in der Regel ein Leben lang erfolgt", kritisiert die dgti.

Die diskriminierende Vorschrift war bereits seit Jahren kritisiert worden (queer.de berichtete). Vor zwei Jahren kündigten die Innenminister*innen von Bund und Ländern eine Reform an (queer.de berichtete). (cw)



#1 KaiJAnonym
  • 22.01.2021, 17:13h
  • In der Praxis setzt sich gesellschaftliches Bewusstsein von Gerechtigkeit durch, das sich auch weiter in Gerichtsurteilen und in der Gesetzgebung widerspiegeln wird müssen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 UnAnwärterAnonym
  • 22.01.2021, 20:08h
  • Damals in den Achtzigern war das aussichtslos, ja denn Polizei und schwul ging gar nicht.
    Dann noch Kriminaler? Ja den Jungentraum konnte man knicken, durch Schicksal untauglich.
    Ja ein Freund wurde ohne Hoden geboren, Cismann, sieht immer noch jugendlich aus, Sachen gibts, Top Zeugnisse, sportlich wie ein Turnschuh, ausgeglichen, smarter Charakter, keine Chance.
    So gestaltet man Eintönigkeit und zerstört Hoffnungen.Mehr Varietät tut der Polizei gut. Vielleicht schult sie den guten Korpsgeist.
    Trans und Inter rein, Nazis raus, wetten, dass Balance gewinnt?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 audeasAnonym
  • 23.01.2021, 12:03h
  • Allein die Tatsache, dass es vorher eine diskriminierende Regelung gab, dass Leute mit "nicht passenden" Köpermerkmalen ausgeschlossen waren, lässt mich sprachlos zurück.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 SilviaausBOProfil
  • 23.01.2021, 16:57hBochum
  • Dat wird aber auch Zeit! Kurios ist aber auch an der alten Regelung, dass der Hormonhaushalt im Klimakterium keine Rolle spielt, obwohl dann u.U auch Hormone von außen zugeführt werden müssen, da ja dann die Eierstöcke keine Geschlechtshormone mehr produzieren. Aber dann ist Frau ja schon verbeamtet ...... .
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TornIsterAnonym
  • 24.01.2021, 14:25h
  • Gab es für diese Ein-Hoden-Regel eigentlich irgendeine Begründung?
    Polizistinnen mussten sie ja schon nicht erfüllen... und ich weiß nicht, ob ich mir vorstellen möchte, wofür ein Polizist seine(n) Hoden im Dienst (ge)brauchen sollte.
  • Antworten » | Direktlink »