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Ende der Geheimniskrämerei

Bill Kaulitz: "Ich war in meinen besten Freund verliebt"

Im Interview mit dem "Spiegel" verrät Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz erstmals Details zu seiner sexuellen Orientierung. Er sei "sehr stolz", zu einem Vorbild für queere Menschen geworden zu sein.


Bill Kaulitz, Jahrgang 1989, ist Leadsänger von Tokio Hotel (Bild: Dominik Wilzok)

Seit über 15 Jahren wird darüber spekuliert, ob Bill Kaulitz nun schwul ist oder vielleicht bi, pan oder gar hetero. Der Tokio-Hotel-Leadsänger selbst hat mit den Homo-Gerüchten immer wieder kokettiert, mit ihnen gespielt, aber nie eine klare öffentliche Aussage zu seiner sexuellen Orientierung gemacht. Auch nicht in seiner Autobiografie "Career Suicide: Meine ersten dreißig Jahre" (Amazon-Affiliate-Link ), die am 1. Februar im Ullstein Verlag erscheint und der Presse bereits vorliegt.

Umso überraschender ist ein am Freitagabend veröffentlichtes "Spiegel"-Interview (Bezahlartikel), in dem Kaulitz erstmals etwas konkreter wird und von einer Dreiecksbeziehung mit einem Mann und einer Frau berichtet. "Ich hatte aufregende Erfahrungen mit Mädchen", erzählt der Sänger. "Ich habe aber auch mal mit meinem besten Freund und seiner Freundin in einer Dreiecksbeziehung gesteckt, weil ich auf einmal in ihn verliebt war und er in mich."

Keine Einordnung in eine Schublade


Kaulitz' Memoiren mit dem Titel "Career Suicide" erscheinen am 1. Februar 2021

Eine Einordnung seiner sexuellen Orientierung liefert der 31-Jährige im "Spiegel"-Interview weiterhin nicht. Zu den Dauer-Spekulationen meint er nur: "Es war für die Leute immer extrem wichtig, mich einzusortieren. Vielleicht aus ihrer eigenen Unsicherheit heraus. Es ist bis heute meist eine der ersten Fragen, die mir gestellt werden".

Kaulitz lässt deshalb Genervtheit durchblicken: "Man denkt, die Gesellschaft ist so weit gekommen, alle sind unglaublich offen, es spielt keine Rolle, wen man liebt, wie man liebt. Aber mir begegnet das ständig. Auch meine Bandkollegen werden oft gefragt: Sag mal, auf was steht Bill eigentlich, Männer oder Frauen?"

Dennoch sei er "sehr stolz", zu einem Vorbild für queere Menschen, insbesondere junge, geworden zu sein, sagt Kaulitz, der in der Jury der ProSieben-Show "Queen of Drags" saß, auf eine entsprechende Frage der "Spiegel"-Journalisten. "Hätte man mich früher darauf angesprochen, wäre ich zusammengezuckt und hätte gefragt: Oh Gott, was heißt das jetzt für mich?"

Kaulitz wurde von Mitschülern gemobbt

Im Interview berichtet Bill Kaulitz auch, dass er und sein Bruder als Jugendliche in der sachsen-anhaltinischen Provinz wegen ihres Andersseins gemobbt worden seien. "Die Fahrten im Schulbus fühlten sich an wie Krieg, wir wurden mit Stullen beworfen", erinnert sich der Sänger. "Einmal im Freibad, da war ich zwölf oder noch jünger, zogen mich sechs Jungs in die Duschen. Sie stellten das Wasser an, drückten meinen Hals zu, hielten meinen Kopf unter den Strahl, einer griff mir zwischen die Beine, quetschte meine Hoden, und sie beschimpften mich: 'Solche wie dich woll'n wa hier nicht haben, du Tunte!'" (cw)

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#1 GirlygirlEhemaliges Profil
  • 23.01.2021, 14:16h
  • Ich finde es wirklich schockierend, wie unterschiedlich Männer und Frauen behandelt werden, wenn es um die sexuelle Orientierung geht. Selten wird bei Männern darüber geredet, ob sie nun bisexuell oder hetero sind, nur schwul oder hetero. Es gibt viel weniger Männer als Frauen, die offen zu ihrer Neigung zu Männern UND Frauen stehen. Bei uns Frauen hingegen ist es umgekehrt: Es ist akzeptierter bisexuell zu sein als lesbisch, zumindest unter Heteros. Ich bin weder schwul noch ein Mann, deswegen weiß ich nicht wie Schwule queeren Männern gegenüber stehen, aber heterosexuelle Frauen haben definitv noch viel zu oft Vorurteile gegenüber Bi Männern.
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#2 easyAnonym
  • 23.01.2021, 14:42h
  • Alles Selbstzweck, hätte er sich zu Monsumzeiten als schwul geoutet ... man würde Tokiohotel heute nimmer kennen.
    So wieder bei jeder Boyband. Und nun ist das Spiel damit zur Marketingstrategie geworden, zum Glück ist das Koketieren mit der sexuellen Identität jetzt trendy.
    Und zum Zufall liefert gerade jetzt auch noch Tokiohotel den Titelsong zum Oma Heidi's 96. Staffel GNTM.
    Aber alles natürlich, aufrichtig und ehrlich.
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#3 ThommyBonnyAnonym
  • 23.01.2021, 14:43h
  • Er ist sicher kein Vorbild, warum auch? Er hat sich nie geoutet, hat sich nie für die Community eingesetzt und war noch nie politisch aktiv.
    Hätte er sich vor 15 Jahren vielleicht geoutet, wäre er vielleicht ein Vorbild gewesen, aber so?
    Überhaupt, was ist aus Tokio Hotel geworden? Der eine macht Werbung als Influencer für Goldsaft und Spiele von Ravensburger der andere macht Schlagzeilen mit seiner Ehefrau. Die anderen (Bill und der andere) in der Versenkung verschwunden.
    Das ist alles nicht schlimm, immerhin reden wir hier über ein Teenagerband, von der niemand etwas erwartet hat, aber es taugt leider auch nicht als Vorbild.
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#4 Henry WarnimontAnonym
  • 23.01.2021, 14:45h
  • Ich habe Bill ca 2007/2008 Bill auf silverdaddies.com entdeckt, er hatte webcamselfies vor seinem Laptop in seinem Profil. Nach ein paar Wochen war das Profil gelöscht.
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#5 mesonightAnonym
  • 23.01.2021, 15:09h
  • Ich finde nicht, dass er ein Vorbild ist, für wen denn? Warum sagt er nicht einfach das er Bi ist, wenn er es denn ist? Wenn es keine Rolle spielt, dann hätte er doch in seinem Buch damit aufräumen können, für mich hat er etwas selbstverleugnendes und er tut mir eher leid.
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#6 AtreusEhemaliges Profil
  • 23.01.2021, 15:13h
  • Ich finde die Selbstbeweihräucherung von Kaulitz einigermaßen befremdlich. Für mich ist es ein Paradox, gleichzeitig das erste Mal über seine sexuelle Orientierung zu sprechen und ein Vorbild für queere Menschen gewesen zu sein. Ich verbinde mit Vorbildern keinesfall "Koketterie" und "Geheimniskrämerei". Noch befremdlicher finde ich, dass man mit 31 seine Autobiografie veröffentlicht... besonders als Leadsänger von Tokio Hotel und wandelnder Kleiderständer. Womöglich bin ich selbst auch einfach nicht mehr zeitgemäß.
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#7 MichaelTheDragonProfil
#8 SolanaceaeAnonym
  • 23.01.2021, 18:27h
  • Für mich ist er ein Vorbild. Einfach, weil er anders ist, und das offen zeigt. Warum er sich niemals geroutet hat? Vielleicht, weil es nichts zum.Outen gibt? Vielleicht ist es wirklich so, dass es keine Kategorie für ihn gibt, weil er sich selbst nicht einordnet? Er ustber, we ist Queer, und das hat er schon immer gezeigt. Auf meinem Trans* Weg hat er mir immer Kraft gegeben, auch wenn ich seine Musik nicht unbedingt mag.
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#9 TomAusBergenAnonym
  • 23.01.2021, 19:23h
  • Es ist erschreckend wie boshaft, abwertend und auch bitter die Kommentare hier oft sind. Ist doch toll was Bill erreicht und geleistet hat, zumal in so jungen Jahren, und er hat sich wirklich emanzipiert aus dem Milieu aus dem er kam. Erkennen wir das an ohne Neid und Missgunst. Ich habe seine Musik nie gehört, aber ich habe ihn in einer Arte Sendung mit Joop gesehen und da hat er mir sehr imponiert, er war überlegt und klug. Also, wie wäre es mit etwas weniger Häme und stattdessen Anerkennung und Respekt!
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#10 EbebbAnonym
  • 23.01.2021, 20:09h
  • "sehr stolz", zu einem Vorbild für queere Menschen geworden zu sein.

    Was für ein Müll.
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