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Katholische Kirche

Bistums-Umfrage: Fast alle Theolog*innen für Segnung von Homo-Paaren

Katholische Bischöfe segnen Mörder, Tiere und sogar Autos, gleichgeschlechtliche Paare aber aus Abneigung gegenüber Homosexualität nicht. Doch es setzt ein Umdenken ein.


Bischof Georg Bätzing will Homo-Paare zumindest gleich behandeln wie Autos oder Hamster

Bei einer Umfrage des Bistums Limburg sprachen sich nach Angaben der Katholischen Nachrichtenagentur KNA 32 von 38 Theolog*innen für die Segnung homosexueller Paare durch katholische Pfarrer aus. Das entspricht einer Quote von 84 Prozent.

Die Umfrage unter den Expert*innen war Teil eines vor zwei Jahren von Bischof Georg Bätzing gestarteten Beratungsprozesses. Er trägt den Titel "Paare, die nicht kirchlich heiraten können oder wollen, bitten um Segen – was tun?". Laut Bistums-Familiendezernentin Beate Gilles seien bereits Erkenntnisse aus dem Beratungsprozess an Gremien des Bistums weitergeleitet worden. Es seien sogar "entsprechende Beschlüsse gefasst worden, die dem Bischof vorliegen". Die Öffentlichkeit will das Bistum aber noch nicht über die Beschlüsse informieren.

Bätzing will auf Homosexuelle zugehen

Bätzing, der seit rund einem Jahr auch Chef der mächtigen Deutschen Bischofskonferenz ist, hat sich in den letzten Jahren vergleichsweise offen gegenüber sexuellen Minderheiten gezeigt. Der 59-Jährige stellte kurz vor dem Jahreswechsel sogar in Aussicht, gleichgeschlechtlichen Sex von der katholischen Liste der Sünden zu streichen (queer.de berichtete). Derzeit wird gleichgeschlechtlicher Sex im katholischen Katechismus pauschal als "in sich nicht in Ordnung" verurteilt.

Für seine relativ offene Haltung gegenüber Homosexuellen muss Bätzing auch viel Hass von homophoben Kirchenmitgliedern ertragen. 2019 verteilten Unbekannte etwa einen hasserfüllten Flyer in Limburg. Darauf ist eine Fotomontage zu sehen, auf dem der sich bückende Bischof abgebildet ist, hinter dem sich ein nackter Mann befindet (queer.de berichtete).

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Katholik*innen lautstark dafür eingesetzt, homosexuelle Paare zumindest einen Segen zukommen zu lassen. Immer öfter setzen sich in Deutschland Pastoren über das Verbot hinweg. So erklärte der Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler vergangenes Jahr, er habe die Hochzeitsringe von Schlagerstar Patrick Lindner gesegnet: "Ich habe diese Ringe so gesegnet, wie ich auch schon einen Hund gesegnet habe oder ein Auto. Man hat nichts gemacht, was nicht erlaubt ist", so Schießler damals (queer.de berichtete). Kurz vor Weihachten wunderte sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) darüber, dass katholische Pfarrer zwar Hamster segnen würden, aber nicht ihn und seinen Ehemann (queer.de berichtete). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Wird die katholische Kirche in Deutschland bald homosexuelle Paare segnen?
    Ergebnis der Umfrage vom 25.01.2021 bis 01.02.2021


#1 swimniAnonym
#2 Ralph
  • 25.01.2021, 17:04h
  • Man lasse sich nicht verdummen. Selbst wenn Homosexualität nicht mehr per se als "sündhaft" angesehen würde - die konktrete sexuelle Handlung bliebe es nach wie vor, weil sie nämlich außerhalb der (katholisch anerkannten) Ehe stattfindet. Sie stünde dann immer noch auf dem selben Niveau der "Sünde" wie die zwischen unverheirateten heterosexuellen Paaren. Nach welchem Kanon die Schwule verdammen, ist doch egal. Sie tun es immer.
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#3 Keine HamsterAnonym
  • 25.01.2021, 17:15h
  • Die Bildunterschrift stellt präzise das Niveau der Diskussion dar: "Bischof Georg Bätzing will Homo-Paare zumindest gleich behandeln wie Autos oder Hamster". Die Katholische Kirche verhandelt nicht über unsere Gleichbehandlung oder Gleichwertigkeit. Sie tut nur so. Lassen wir uns nicht so billig verarschen.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 25.01.2021, 18:33h
  • Jetzt wo immer mehr Menschen die Kirche angewidert verlassen (z.B. weil im Erzbistum Köln immer noch Kindesmissbrauch vertuscht wird), will man sich anderswo plötzlich liberal präsentieren.

    Warten wir mal ab, was davon übrig bleibt. Und selbst wenn: das ist reine Geschäftstaktik, um nicht noch mehr Kohle zu verlieren...

    Denen geht es nur ums Geld...
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#5 Carsten ACAnonym
  • 25.01.2021, 18:42h
  • Antwort auf #3 von Keine Hamster
  • Volle Zustimmung!

    Wenn man Tiere, Spielzeuge, Autos, Motorräder, Gebäude, etc. und sogar Waffen (!) segnet, aber dies nach wie vor LGBTI verwehrt, ist es kein Fortschritt, wenn das einige im Jahr 2021 endlich ändern wollen. Sondern das ist eher ein Armutszeugnis.

    Mal ganz abgesehen davon, dass das genauso sein wird wie in der Verganenheit, wo immer mal wieder Hoffnung geschürt wurde, um gute Presse zu bekommen und danach ist das dann wieder ganz schnell in der Versenkung verschwunden.
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#6 JasperAnonym
  • 25.01.2021, 19:15h
  • Ich kann nicht verstehen, warum manche Leute die Genehmigung anderer für ihr Leben und ihre Gefühle brauchen.

    Aber selbst wenn das käme, käme es viel zu spät und würde auch nicht ungeschehen machen, was die Kirche in den letzten Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten angerichtet hat.
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#7 NicoAnonym
  • 25.01.2021, 21:21h
  • "z.B. weil im Erzbistum Köln immer noch Kindesmissbrauch vertuscht wird"

    Ja, und von dieser Schuld werden die sich nicht freikaufen können. Auch nicht mit Segnungen für Homo-Paare, wenn sie denn überhaupt kommen.
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#8 borutAnonym
  • 26.01.2021, 02:24h
  • Antwort auf #3 von Keine Hamster
  • Ja, so eine Segnung ist eigentlich eine Demütigung, aber Jens Spahn und ein paar andere würden sich darüber freuen.
    Und wieso kommen eigentlich die katholischen Theologen in Polen oder in Afrika nicht auf ähnliche Ideen, wenn sie alle von der selben Lehre ausgehen? Weil dort der Druck der Gesellschaft es nicht verlangt. Das ist also nur ein bisschen Konformismus von der deutschen Kirche des Image wegen.
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#9 Homonklin__NZAnonym
  • 26.01.2021, 04:35h
  • Tja, einerseits denke ich immer, wer's unbedingt braucht, es hat keine bessere oder schlechtere Qualität, wie der Hokuspokus, den ein Voodoo-Priester betreibt, der einem Huhn den Kopf abreißt, um wasweißich zu besänftigen. Es würde auch reichen, Konfetti in die Luft zu werfen und "Helau" zu rufen.

    Die Analogie aus der Segnung der Ringe ist dann folglich, er segnet die Ohrmarke des Hamsters, jedoch nicht den Hamster persönlich.

    Der Mensch, der Liebe empfindet und sie durch Sexualität mit seinem Parner teilt, ist ihm dessen unwürdig. Das kann man als Degradierung gegenüber der Liebe beim Modell Hetero verstehen.Und das gleich doppelt,denn Ohrmarken bzw. Ringe stehen als leblose Dinge höherwertig als ein gar liebender Mensch, ein liebendes Menschenpaar, ein Ehepaar, und immerhin geht es um ein Anerkennungssymbol für eine langeinst erdachte Fantasiefigur.
    (Den Herrscher von ganz Katholien)
    In welcher der Priester seine gesamte moralinversäuerte Bitterkeit zu zeigen scheint.
    Ein höchst (psychiatrisch gesehen) sonderbares Gewese ist das.
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#10 Julian SAnonym
  • 26.01.2021, 07:25h
  • Volle Gleichstellung wäre nur die Eheöffnung.

    Alles, was nicht volle Gleichstellung ist, ist per definition Diskriminierung.
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