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Studie der Adenauer-Stiftung

Menschen mit Migrationshintergrund haben mehr Probleme mit Homosexuellen

Zugewanderte Menschen lehnen in Deutschland laut einer neuen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung eher die Ehe für alle ab. Ein entscheidende Faktor ist die Religiosität des Einzelnen.


Die Zentrale der Konrad-Adenauer-Stiftung in St. Augustin bei Bonn (Bild: Stefan Knauf / wikipedia)

Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung hat am Dienstag die Studie "Was eint die Einwanderungsgesellschaft?" herausgegeben. Auf 61 Seiten geht es darin um Einstellungen, Glaube und Wertorientierungen von in der Bundesrepublik lebenden Personen mit und ohne Migrationshintergrund. Dabei kam heraus, dass Deutsche ohne Migrationshintergrund im Schnitt weniger religiös sind, weniger an traditionellen Einstellungen hängen und häufiger demokratische Grundwerte schätzten als Zugewanderte. Außerdem seien sie homofreundlicher eingestellt.

Konkret hatten die Forscher*innen Sabine Pokorny und Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff Deutsche ohne Migrationshintergrund mit Spätaussiedler*innen und Migrant*innen aus Polen, Russland und der Türkei verglichen. Um die Akzeptanz von Schwulen und Lesben in den verschiedenen Gruppen herauszufinden, fragte die Adenauer-Stiftung nach der Einstellung zur glechgeschlechtlichen Ehe.

Unter Deutschen ohne Migrationshintergrund gaben 16 Prozent an, dass sie heiratende Schwule und Lesben "nicht gut" fänden. Unter Menschen mit Migrationshintergrund sind polnischstämmige Personen am tolerantesten – von ihnen lehnen aber bereits 26 Prozent die Ehe für alle ab. Bei russischstämmigen Personen sind es 45 Prozent, bei Spätaussiedler*innen 46 Prozent. Am höchsten ist die Ablehnung unter türkischstämmigen Menschen (60 Prozent).

Wer religiös ist, lehnt Homosexualität eher ab

Der größte Werteunterschied war auf Religiosität zurückzuführen: "Religiosität verstärkt tendenziell und vor allem bei Deutschen ohne Migrationshintergrund eher konservative und soziale Werte, während hedonistische und materialistische Werte entweder nicht beeinflusst oder in manchen Gruppen verringert werden", erklärte die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Insbesondere extrem religiöse Menschen mit russischem Migrationshintergrund wollen sexuelle Minderheiten nicht akzeptieren. Laut der Befragung der Konrad-Adenauer-Stiftung halten in dieser Gruppe 100 Prozent heiratende Schwule und Lesben für "nicht gut". An zweiter Stelle folgen türkischstämmige super-religiöse Migrant*innen mit 78 Prozent. Auch sehr religiöse Deutsche ohne Migrationshintergrund lehnen gleichgeschlechtliche Liebe eher ab: Von ihnen halten 38 Prozent die Ehe für alle für "nicht gut" – das sind mehr als doppelt so viel wie in der deutschen Durchschnittsbevölkerung. (dk)



#1 BenOAnonym
  • 26.01.2021, 16:36h
  • Nur zur Erinnerung und zum Vergleich ("fun fact" trifft es nicht ganz): Bei der Abstimmung im Bundestag votierten 225 von 309 Abgeordneten der Unionsfraktion gegen die Eheöffnung. Macht gut 72%. Die Union steht den strenggläubigen türkischstämmigen Migranten also in nichts nach.
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#2 queergayProfil
  • 26.01.2021, 17:06hNürnberg
  • Alle, die meinen, man solle alle Religionen voll tolerieren und akzeptieren, müssen wissen, dass alle Religionen - mehr oder weniger - mit Homosexualität & Queerness ein Problem haben.
    Im Namen von Religionen wurde schon immer Jagd auf nicht-heteronormative Lebensmodelle gemacht. Nicht Bettelei um Akzeptanz bringt die queere Bevölkerung im Religionsbereich weiter, sondern nur klare Kante zeigen und Rebellion.
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#3 Taemin
#4 LeashProfil
  • 26.01.2021, 17:13hHamburg
  • Schade! Hoffentlich ändert sich deren Meinung irgendwann. Ich werde mich trotzdem weiterhin für die Rechte von Menschen mit Migrationshintergrund einsetzen.
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#5 thorium222Profil
  • 26.01.2021, 17:18hMr
  • Wie in so vielen Bereichen ist Religion das Problem. Eine gute Zukunft für die Menschheit ist nur mit einer deutlich reduzierten Bedeutung religiöser Sichtweisen zu haben.
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#6 UnfassbarAnonym
  • 26.01.2021, 17:19h
  • Antwort auf #3 von Taemin
  • "Das Weltbild der Angela Merkel und der CDU/CSU ist eher türkisch als deutsch."

    Womit Homophobie angeblich nicht deutsch sein kann, sondern zu einem "ausländischen" Phänomen erklärt würde. Das könnte die AfD nicht besser.
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#7 SicherlichNichtAnonym
  • 26.01.2021, 17:28h
  • Antwort auf #3 von Taemin
  • Das Weltbild der stärksten deutschen Regierungsparteien, die das C im Namen führen, ist selbstverständlich nicht türkisch(-muslimisch), sondern sehr deutsch-christlich. Nur knapp 25% der C-Abgeordneten des Bundestages stimmten der Ehe für Alle am 30.6.2017 zu. Dafür steht in Deutschland das Christentum: für bei weitem mehrheitliche Ablehnung der Gleichstellung queerer Menschen.

    Wie @Unfassbar in #6 ganz richtig zu Deiner Äußerung schreibt:
    "Womit Homophobie angeblich nicht deutsch sein kann, sondern zu einem "ausländischen" Phänomen erklärt würde. Das könnte die AfD nicht besser."
    Dem stimme ich vollständig zu. Wirklich unfassbar.
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#8 LeashProfil
  • 26.01.2021, 17:32hHamburg
  • Antwort auf #2 von queergay
  • Na ich bin mittlerweile soweit mich durchzuringen zu sagen: Religion ansich ist schon okay (wer's braucht!).
    Das Problem ist halt das die Religionen von Hetero-Männern erfunden worden sind und natürlich wollen die uns nicht mitspielen lassen in ihrem kleinen Jungsclub.
    Aber ja mein Apell an alle die aus Faulheit noch nicht ausgetreten sind, gebt euch 'nen Ruck! kirchenaustritt.de
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#9 Taemin
  • 26.01.2021, 17:36h
  • Antwort auf #6 von Unfassbar
  • Was für ein Blödsinn. Wenn 16% Homofeinde unter einheimischen Deutschen gezählt werden und 60% Homofeinde unter nach Deutschland eingewanderten Türken, dann ist das zunächst mal eine Tatsache. Wenn bei der Abstimmung im Bundestag die Union sogar noch mehr Homofeinde aufgeboten hat (72%), dann ist das auch eine Tatsache. Vergleicht man beide, dann liegt die Union deutlich näher an Einwanderern aus der Türkei als an einheimischen Bürgern/Bürgerinnen. Ist halt so. Das lässt sich nicht damit aus der Welt schaffen, dass man den Statistikern unterstellt, sie haben ihre Ergebnisse entsprechend den Ansichten der AfD gefälscht, um Stimmung gegen Türken zu machen - zumal in der AfD die Homofeindschaft noch deutlich stärker sein dürfte als in der Union und unter Einwanderern aus der Türkei.
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#10 OlliZAnonym