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"Sehr schwer einzuschätzende Lage"

CSD Köln auf September verschoben

Eigentlich findet der Cologne Pride stets Anfang Juli statt. Wegen der Corona-Pandemie wollen die Domstadt-Organisator*innen aber erneut später für gleiche Rechte demonstrieren.


Die Kölner LGBTI-Community hofft, im Spätsommer unter dem Dom demonstrieren zu können

Der Kölner CSD wird "aufgrund der derzeitig nur sehr schwer einzuschätzenden Lage bezüglich der zukünftigen Einschränkungen im Zusammenhang mit der anhaltenden Corona-Pandemie" auf den Spätsommer verschoben. Das gab der CSD-Vorstand am Mittwoch bekannt. Die Aktionswochen des größten Prides in Deutschland werden nun vom 21. August bis zum 5. September stattfinden. Das Straßenfest ist für den 3. bis 5. September geplant, die CSD-Demo soll am 5. September stattfinden – und damit genau drei Wochen vor der Bundestagswahl.

"Nach intensiven Beratungen und Absprachen, auch mit den anderen großen CSD Veranstaltern*innen in Deutschland, haben wir mit der Verschiebung um ganze zwei Monate einen wichtigen Schritt in Richtung einer sicheren und planbaren Veranstaltung gemacht", so der Pride-Vorstand. "Die Entwicklungen der nächsten Monate werden für die letztendliche Planung des Cologne Pride ausschlaggebend sein. Der genaue Rahmen wird selbstverständlich durch den engen Kontakt zu den Behörden und unter Berücksichtigung aller dann geltenden behördlichen Auflagen festgelegt."

Die Veranstalter*innen versprechen, dass "auch in diesem Jahr eine friedliche und unbeschwerte Demonstration für die Rechte und Forderungen der gesamten LGBTIQ*-Community" veranstaltet werde. Das CSD-Motto lautet wie schon im Vorjahr "FÜR MENSCHENRECHTE – Viele. Gemeinsam. Stark!".

Bereits 2020 verlegt

Im vergangenen Jahr wurde der CSD ebenfalls verlegt, damals sogar in den Oktober. Wegen der Corona-Krise fand das Event zudem nur in stark abgespeckter Form statt (queer.de berichtete).

Auch in anderen Städten wird über eine Verschiebung diskutiert. Das Berliner CSD-Vorstandsmitglied Lutz Ermster erklärte etwa letzte Woche gegenüber der B.Z.: "Wir denken über einen Ausweichtermin im September nach." Das lesbisch-schwule Stadtfest im Nollendorfkiez ist bereits für den 18. und 19. September angesetzt. Demnach könne die CSD-Demo am 25. September stattfinden – und damit genau einen Tag vor der Bundestagswahl. (dk)



#1 NajaAnonym
  • 03.02.2021, 15:37h
  • Wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt, denn da ist das Wetter immer noch angenehm, auch wenn es dann schon nicht mehr so heiß ist wie im Juli (was vielleicht aber auch manche angenehm finden).

    Aber der Nachteil ist, dass der September für viele, die keine schulpflichtigen Kinder haben (also auch für viele LGBTI) ein klassischer Urlaubsmonat ist. Eben weil da das Wetter noch gut ist, aber man nicht in die teurere Hauptreisezeit der Sommerferien rein kommt.

    Und für Studierende oder Uni-Mitarbeiter (die ja in der Unistadt Köln sowohl bei den Teilnehmern als auch den Besuchern einen großen Anteil stellen), ist der September oft die einzige Möglichkeit in Urlaub zu fahren. Denn in den Semesterferien nach dem Wintersemester ist es noch zu kalt (Anfang April beginnt ja schon immer das Sommersemester). Und direkt nach dem Sommersemester im Juli und August muss man Klausuren beaufsichtigen und korrigieren, Hausarbeiten nachgucken, etc. Und im Oktober beginnt dann schon wieder das Wintersemester.

    Genau so geht es mir als Dozent an der Uni. Deswegen bleibt oft nur der September um in Urlaub zu fahren. Und da muss ich ehrlich sagen: nach einem stressigen Arbeitsjahr gebe ich nicht meinen Urlaub für einen CSD auf.

    Insofern werde ich (und sicher viele andere, die auf Urlaub in dieser Zeit angewiesen sind) diesmal leider nicht dabei sein können.
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#2 Jan BergerAnonym
  • 03.02.2021, 15:42h
  • Der CSD wird ausfallen 2021,das ist für alle das Sicherste,die Pandemie ist lange nicht vorbei,trotz Impfung! Die Veranstalter sollten das absagen,sonst ist das Geld ganz futsch,was jetzt schon auagegen wird.Auch wir müssen mal verzichten.
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#3 Regierungs-AussagenAnonym
  • 03.02.2021, 15:48h
  • Antwort auf #2 von Jan Berger
  • Laut Angela Merkel und Olaf Scholz sollen alle Bürger (die das wollen) noch im Sommer geimpft werden können - also bis September. Laut Jens Spahn sogar im zweiten Quartal - also bis Juni.

    Dann wären also alle, die geimpft werden wollen, geimpft. Und diejenigen, die das nicht wollen, werden das auch in Zukunft nicht wollen, dann dürfte man nie mehr einen CSD machen. Das ist dann halt deren eigenes Risiko und eigene Verantwortung.
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#4 StudentAnonym
  • 03.02.2021, 16:51h
  • Antwort auf #1 von Naja
  • Mit Verlaub gesagt, angesichts der aktuellen Krise und finanziellen Sorgen, die die Existenz vieler bedroht, haben viele Studierende ganz andere Überlegungen, ob sie dieses Jahr in Urlaub fahren werden.
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#5 LuxusproblemAnonym
  • 03.02.2021, 17:09h
  • Antwort auf #1 von Naja
  • ...und dann gibt es noch die zig Millionen im Land, die von Urlaubsreisen sowieso nur träumen können. Da stimme ich @Student in #4 vollkommen zu. Ganz abgesehen davon, werden z.B. Urlaubs-Flugreisen auf Grund der Klimakatastrophe ohnehin mittelfristig Schnee von vorgestern sein.
    Es gibt übrigens auch kein Menschenrecht auf Urlaubsreisen. Es sind neue Zeiten angebrochen, in denen Milliarden von Menschen mit ganz anderen Dingen zu kämpfen haben werden. (Übrigens, wer sagt, dass Corona die letzte Pandemie ist?)
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#6 NajaAnonym
  • 03.02.2021, 19:55h
  • Antwort auf #3 von Regierungs-Aussagen
  • (Laut Angela Merkel und Olaf Scholz sollen alle Bürger (die das wollen) noch im Sommer geimpft werden können)

    Das haben einige Medien zu optimistisch wiedergegeben. Merkel meinte, jeder der will, kriegt bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot.
    Nicht zu vergessen, erst 3 Wochen später bekommt man die 2. Impfe und dann noch ca. 10 Tage und der Maximalschutz ist erreicht.
    Ob und wann man schon nach der ersten Impfung gegen einen schwereren Verlauf immun ist, weiß ich nicht. Die Antikörper müssen sich ja erst mal aufbauen.
    Das kann sich also locker bis Herbst ziehen.
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#7 Naja2Anonym
#8 DozentAnonym
  • 03.02.2021, 21:11h
  • Antwort auf #5 von Luxusproblem
  • Kommt mal runter...

    1. Ich habe nur erklärt, warum es für mich (und einige andere) ein schlechter Termin ist.

    Ich habe weder gesagt, dass da andere auch nicht hindürfen, noch habe ich geleugnet, dass es genug Leute gibt, die sich keinen Urlaub leisten können.

    Aber ob die dann (wenn sie nicht gerade in Köln wohnen) das Geld für die Reise nach Köln (und evtl. noch Übernachtungen) haben, sei auch mal dahingestellt.

    2. Die Freizeit- und Tourismusbranche geht davon aus, dass sie, sobald sich wieder alles halbwegs normalisiert hat (was hoffentlich bald der Fall ist) massiv anziehen wird. Weil viele Leute massiven Nachholbedarf haben.

    Und wenn die Wirtschaft insgesamt wieder anzieht (was auch nach bisherigen Krisen wie der Ölkrise, dem Irakkrieg, etc. stets der Fall war), werden auch wieder mehr Leute Geld für Urlaub haben.
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#9 seb1983
  • 03.02.2021, 21:17h
  • Antwort auf #5 von Luxusproblem
  • Was für den einen Luxus ist das ist für den anderen sein Lohn und Brot.

    Auch wenn Deutschland im "gay travel Index" immer nur knapp vor Nordkorea liegt und der durchschnittliche queer.de Leser die Lebenssituation ähnlich beurteilt wie in Nigeria und höchstens New York oder Mykonos als Ziel in Frage kommen, die Bundesrepublik ist eine bedeutende Destination für internationale Touristen.
    Zusammen mit dem Binnentourismus stellt er einen weitaus bedeutenderen Sektor dar als etwa die Automobilbranche. Wir reden hier von Hunderttausenden Restaurants, Hotels Souveniershops, Dönerbuden, Sehenswürdigkeiten, Geschäften, Campingplätzen und und und und und...

    Hierzulande haben wir dabei einen relativ starken Binnentourismus, ohne Chinesen, Amerikaner etc gäbe es aber Milliarden weniger Einnahmen.

    Allerdings kein Vergleich zu Ländern wie Spanien, Griechenland, Tunesien, Ägypten, oder Inseln wie die Balearen, Kanaren, Kreta.
    Komplette Volkswirtschaften würden zusammenbrechen ohne Tourismus.
    Das ist kein Plädoyer für den oft zerstörerischen Massentourismus, aber das Thema ist mal wieder komplex.
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#10 StudentAnonym
  • 03.02.2021, 21:55h
  • Antwort auf #8 von Dozent
  • Und da schließt du die Studenten mit ein? Hast du dich mal mit deren Lage beschäftigt? Ich bin immer wieder überrascht, welche Dinge man für selbstverständlich hält. Ich nutze die Ferien übrigens, um mein finanzielles Polster aufzubessern. Was ich seit den letzten beiden Ferien Corona-bedingt nicht konnte und wodurch ich nun ganz andere Sorgen habe.
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