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Kompromisslos

Nach US-Kritik an homophoben Tiraden: Türkei verwahrt sich gegen Einmischung

Die türkische Staatsmacht reagiert schnippisch auf internationale Kritik an ihrem Vorgehen gegen Studierende in Istanbul und anderen Städten.


Insbesondere autokratische Regime beklagen gerne die "Einmischung in innere Angelegenheiten", wenn sie mal wieder Teile ihres Volkes drangsalieren (Bild: J M Ar / flickr)

  • 4. Februar 2021, 12:21h 5 2 Min.

Die Türkei hat sich im Zusammenhang mit Studierendenprotesten an der Istanbuler Bogazici-Universität gegen ausländische Einmischung verwahrt. Wer das Land im Umgang mit den Vorfällen an der Universität belehren wolle, solle lieber in den eigenen Spiegel schauen, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Außenministeriums in Ankara.

In sogenannten "fortschrittlichen" Demokratien seien die Bilder von unverhältnismäßiger Polizeigewalt gegen "unschuldige und zivile Bürger" noch in Erinnerung, hieß es ohne die Nennung eines spezifischen Landes. Niemand habe das Recht sich in die inneren Angelegenheiten der Türkei einzumischen.

Damit reagierte die Türkei offenbar auf scharfe Kritik von Nato-Partner USA: Ned Price, der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, hatte sich zuvor besorgt über Festnahmen von Studierenden und LGBTI-feindliche Rhetorik im Zusammenhang mit den Protesten gezeigt.

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Studierende und Akademiker*innen der Bogazici-Universität in Istanbul protestieren seit einem Monat gegen den von Präsident Recep Tayyip Erdogan eingesetzten Direktor. Angeheizt wurden die Proteste zuletzt durch Haftbefehle gegen zwei Studenten am Wochenende. Sie waren im Zusammenhang mit einer Ausstellung auf dem Campus der Universität festgenommen worden, auf der auch ein umstrittenes Bild rund um das muslimische Heiligtum Kaaba in Saudi-Arabien gezeigt wurde (queer.de berichtete). Unter anderem zieren queere Flaggen den Rand des Bildes.

Daraufhin startete die Regierung eine verbale Kampagne gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten: Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan leugnete in einer Tirade gar die Existenz von LGBTI (queer.de berichtete). Innenminister Süleyman Soylu schimpfte auf Twitter mehrfach gegen "LGBT-Perverse".

/ dokuz8news | Die Staatsmacht macht das Ausland für Proteste verantwortlich
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Seit Anfang Januar wurden nach Angaben des Innenministeriums in Zusammenhang mit den Protesten mehr als 500 Menschen in 38 Provinzen festgenommen. Ein Großteil ist demnach wieder frei, rund 100 unter Auflagen. (dpa/dk)

-w-

#1 Taemin
  • 04.02.2021, 13:35h
  • Kaum ein Staat mischt sich so dreist und so intenbsiv in die Angelegenheiten andere Ländern ein wie die Türkei. Man erinnere sich an die Wahrkampfveranstaltungen der AKP und die Moscheeeröffnung in Köln (oder war's anderswo?), wenn der türkische Diktator und seine Komplizen in Deutschland Propaganda für ihr Regime und für den Islam machen, und die beleidigenden Ausfälle dieser Leute gegen die deutsche Politik, Gesetzgebung und Justiz. Leider kommt unsere Erdogan-hörige Kanzlerin nicht über ein "nicht nachvollziehbar" als Reaktion hinaus. Von den bewaffneten Überfällen der türkischen Armee auf Kurden, Armenier, Syrer und Libyer brauchen wir gar nicht zu reden und von der fortgesetzten Verletzung griechischer und zypriotischer Hoheitsgewässer.
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#2 swimniAnonym
  • 04.02.2021, 13:52h
  • die niederträchtigkeit erdogans ist eine schande für alle türken. aus der kemalistischen laizistischen demokratie ist eine islamofaschistoide oligarchie geworden. und die mehrheit der türken schaut zu und applaudiert. so ein land hat in der eu nichts zu suchen. es reichen der eu schon die visegrad-staaten mit ihren reaktionären destruktionen.
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#3 KaiJAnonym
  • 04.02.2021, 18:25h
  • Eine Nichteinmischung zu ungunsten von globalen Menschenrechten ist der unerfüllbare Wunsch von Diktatoren und Autokraten. Der Aussenminister Bidens erlaubt den Botschaften wieder die Hissung der Regenbogenfahne als umfassende Aufforderung zur Demokratie und Menschenrechte in jedem Land. Und insbesondere hat Biden angekündigt, sich weit darüber hinaus für die Verwirklichung dieser Forderung einzusetzen.
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