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Ex-Außenminister

München erhält Guido-Westerwelle-Platz

Der offen schwule Politiker erhält eine Straße in der bayerischen Hauptstadt – gleich neben der Helmut-Kohl-Allee.


Guido Westerwelle im Jahr 2011 (Bild: Thomas Kohler / flickr)

  • 4. Februar 2021, 13:04h 9 2 Min.

München benennt eine Straße nach dem vor fünf Jahren verstorbenen Ex-Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Der Kommunalausschuss habe sich am Donnerstag einstimmig für einen Guido-Westerwelle-Platz im Stadtteil Freimann ausgesprochen, sagte eine Sprecherin der bayerischen Landeshauptstadt. Der Platz befinde sich auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne.

"Mit Guido Westerwelle verbinde ich den Liberalismus wie mit kaum einem Minister der jüngeren Deutschen Geschichte", sagte der Vorsitzende der FDP-Stadtratsfraktion, Jörg Hoffmann, nach dpa-Angaben. "Leben und leben lassen kann als große Erzählung im Leben dieses Politikers gelten. Damit passt ein Guido-Westerwelle-Platz perfekt in unsere weltoffene Stadt."

/ MMronz | Westerwelles Witwer Michael Mronz erinnert an den früheren Außenminister
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Westerwelle war einer der ersten hochrangigen offen schwulen Politiker Deutschlands. Er outete sich als Oppositionspolitiker und FDP-Chef bereits vorsichtig in der Regierungszeit von Gerhard Schröder, sprach aber anfangs nie direkt seine sexuelle Orientierung an (queer.de berichtete). Nach seinem Coming-out machte er Karriere: Von 2006 bis 2009 war er Oppositionsführer im Bundestag, nach der Wahl 2009 Vizekanzler und Bundesaußenminister. Nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag 2013 zog er sich aus der Politik zurück. 2016 starb Westerwelle im Alter von nur 54 Jahren an den Folgen einer Leukämieerkrankung (queer.de berichtete).

Der neue Westerwelle-Platz soll an die ebenfalls neue Helmut-Kohl-Allee grenzen. Außerdem sollen weitere Straßen auf dem ehemaligen Kasernengelände nach Henny Seidemann (1922-2012) und Friederike Nadig (1897-1970) benannt werden. Seidemann war in eine jüdische Familie geboren worden und musste später vor dem Nazi-Regime fliehen. Erst Ende der Fünfzigerjahre kehrte sie nach Deutschland zurück und kümmerte sich um traumatisierte Holocaust-Überlebende. Nadig war eine Sozialdemokratin und Verfassungsmutter – sie war als eine von nur vier Frauen Mitglied des Parlamentarischen Rates, der 1948 und 1949 das Grundgesetz erarbeitete. Danach gehörte sie bis 1961 dem Deutschen Bundestag an. (dk)

-w-

#1 AtreusEhemaliges Profil
  • 04.02.2021, 15:57h
  • Wer die Lebensgrundsicherung als "sozialistisch" und "spätrömische Dekadenz" bezeichnet, trägt entweder seine geistige und moralische Verwahrlosung zur Schau oder beleidigt vollkommen bewusst hilfsbedürftige, arme Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, unfähig sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Nach dem Motto: Der Starke überlebt, der Schwächere kann in der Gosse Brotkrumen picken. Solchen Menschen gehört kein Denkmal errichtet, auch nicht in Form eines Straßennamens.
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#2 KaiJAnonym
  • 04.02.2021, 17:30h
  • Ich weiss nicht, was an Westerwelle positiv denkmalwürdig sein soll.
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#3 queergay
  • 05.02.2021, 03:23h
  • Der Guido war stark wirtschafts-liberal eingestellt. Vor allem die Geldvermehrung beim Geldadel war ihm ein besonderes Anliegen. Für das arme Volk hatte er eher nur einige Almosen vorgesehen. Er wollte Elite darstellen. Aber auch für ihn gilt nunmehr: Ob jung oder alt. Schön oder hässlich. Arm oder reich. Am Ende sind sie alle gleich.
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